Stadtteilentwicklungskonzept - Zielgebiet Südraum Favoriten

Um die bestehende Lebensqualität im Südraum Favoriten zu sichern und weiter zu verbessern, wurde gemeinsam mit der Bevölkerung das Stadtteil-Entwicklungskonzept (SEK) Südraum Favoriten erarbeitet. Dieses wurde am 12. Oktober 2021 von der Stadtentwicklungskommission (STEK) beschlossen.

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Das SEK stellt die Entscheidungsgrundlage für nachgelagerte Verfahren, beispielsweise die Flächenwidmungs- und Bebauungsplanung, und somit für künftige Vorhaben der Stadtentwicklung dar. Das SEK bietet einen Orientierungsrahmen und legt Zielsetzungen für das Gebiet fest.

Der langfristige Erhalt der Grünräume ist eine der wesentlichen Aufgaben im Südraum Favoriten. Künftige städtebauliche Entwicklungen sollen daher vorrangig im Nahbereich von hochrangigen öffentlichen Verkehrsmitteln stattfinden, um mit den Boden-Ressourcen so effizient wie möglich umzugehen.

Der Dialogprozess zum SEK Südraum Favoriten wurde im Herbst 2021 mit einer Corona-konformen Freiluftausstellung und einer Projektzeitung, in der die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst sind, abgeschlossen. Der Dialog mit den Bürger*innen wird auch weiterhin eine wichtige Rolle bei der zukünftigen Entwicklung des Südraums Favoriten spielen und projektbezogen weitergeführt.

Schwerpunkte

Gemeinsam mit Bürger*innen wurden bei Informationsveranstaltungen folgende Themenfelder als zentrale Schwerpunkte erarbeitet:

  • Grünräume, Freiräume und Landwirtschaft
  • Stadtentwicklung, Wohnen und Klima
  • Der Dorfcharakter von Oberlaa und Unterlaa
  • Mobilität und Versorgung

Im Vordergrund stehen dabei:

  • Ausgleich zwischen einer zeitgemäßen Stadtentwicklung und dem prognostizierten Wachstum der Stadt
  • Großflächige Grün- und Naherholungsräume im Süden von Favoriten langfristig sichern und vernetzen
  • Ortskerne Oberlaa und Unterlaa sichern und aufwerten

Grünräume sichern und vernetzen

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Traditionelle Kulturlandschaften mit ihren landwirtschaftlichen Flächen bilden das Rückgrat des Südraum Favoriten. Mit dem SEK soll einer der größten Grünräume Wiens auf Dauer gesichert werden.

Der Großgrünraum Laaer Berg-Liesingtal ist nur ein Teil eines großen Landschaftsraumes im Landesgebiet von Wien und Niederösterreich. Als Teil des Wiener Grüngürtels und im Zusammenspiel mit dem "Grünen Ring" in Niederösterreich ist er für die gesamte Stadtregion von zentraler Bedeutung, sowohl für die landwirtschaftliche Produktion, den Umgang mit dem Klimawandel als auch für die Erholung der Bevölkerung. Nun soll er dauerhaft als Großgrünraum gesichert werden.

Die so prägenden Grünräume Böhmischer Prater, Laaer Wald, Löwygrube und Kurpark Oberlaa bleiben gesichert und werden gemeinsam mit den Gebieten des Laaer Bergs und des Liesingtals enger vernetzt und in ihren Erholungsmöglichkeiten weiter verbessert.

Mit dem Parklink wird das Areal für die Freizeitnutzung attraktiver gestaltet und entlang der Ostbahn wird eine Rad-Fußweg-Verbindung nach Innerfavoriten geschaffen.

Dörfer des Liesingtals bewahren

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Oberlaa, Unterlaa und der Ort Rothneusiedl entlang des Liesingbachs prägen mit ihrem typisch dörflichen Charakter das Bild des Südraum Favoriten.

Die Identität der beiden Orte Oberlaa und Unterlaa gilt es zu bewahren. Daher soll das Weinbaugebiet Goldberg ausgebaut werden. Die Ortskerne sollen attraktiver gestaltet und die Heurigenkultur soll belebt werden. Die Schutzzone sichert außerdem eine angemessene bauliche Entwicklung, die behutsam das Ortsbild bewahrt.

Der Ort Rothneusiedl bildet ein Ensemble mit dem angrenzenden Zukunftshof. Er kann durch die Impulse aus dem Stadtentwicklungsgebiet Rothneusiedl belebt werden.

Für alle Ortskerne gilt: Die Entwicklungen in der Nachbarschaft erfolgen unter der Wahrung der dörflichen Prägungen. Durch eine behutsame Verflechtung von bestehenden und neuen Nachbarschaften ergibt sich eine Verbesserung für den gesamten Stadtteil.

Positive Effekte für den Bestand schaffen

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Im Südraum Favoriten findet man ganz unterschiedliche Siedlungsformen, in weiten Teilen mit hoher Wohnqualität. Bei neuen Entwicklungen ist besonders darauf zu achten und sorgsam mit dem Bestand umzugehen.

Ein zentrales Ziel in der Stadtteilentwicklung ist es, durch neue Projekte positive Effekte für den Bestand zu schaffen. Das wird erreicht durch:

  • Verbesserungen im Fuß- und Radwegenetz und im öffentlichen Verkehr
  • Bessere Nahversorgung
  • Sicherung und stärkere Vernetzung von Grünräumen

Abseits des Einzugsbereichs der U-Bahn soll es nur vereinzelt zu zusätzlichen neuen baulichen Entwicklungen kommen - genau dort, wo bauliche Erweiterungen verträglich und Aufwertungen auch für den Bestand erreicht werden können. Auch die öffentlichen Freiräume lassen sich verbessern. So können in manchen Bereichen zusätzliche attraktive Grün- und Freiräume die Lebensqualität heben.

Neue Entwicklungsprojekte in U1-Nähe bündeln

Im Südraum Favoriten werden in den kommenden Jahren an unterschiedlichen Standorten Stadtentwicklungsprojekte realisiert. In Rothneusiedl sowie im Umfeld der U1 sollen sich die baulichen Entwicklungen bündeln.

So wird eine kompakte Stadtentwicklung erzielt, der Bodenverbrauch so gering wie möglich gehalten und Grün- und Freiflächen langfristig gesichert, was gut für den Klimaschutz ist. Mit der Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel wird zusätzlicher Verkehr vermieden. Auf umfangreiche Nachverdichtungen in bestehenden, zumeist kleinteiligen Siedlungen wird weitestgehend verzichtet.

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