Rothneusiedl

Stand:
Konzepterstellung
Beteiligung:
Offen

Klimaschutz-Pionier-Stadtteil RothNEUsiedl

Auf einer Fläche von insgesamt 124 Hektar entsteht im kommenden Jahrzehnt ein urbaner und lebendiger Stadtteil. Ziel ist ein Pionier-Stadtteil für Klimaschutz und Klimaanpassung mit vielen Grün- und Freiräumen sowie leistbarem Wohnen. Neben Wohnen und Arbeiten sind auch soziale, kulturelle und sportliche Nutzungen vorgesehen. Der ländliche Charakter soll dabei eingebunden und im Sinne eines urbanen Stadtteils neu interpretiert werden.

Planungsstand

In einem ersten Schritt wurde gemeinsam mit Akteur*innen der Politik, der Stadtverwaltung, der Wirtschaft, den Grundeigentümer*innen sowie mit Fachexpert*innen richtungsweisende Leitlinien in Form eines Strukturkonzeptes erarbeitet. In diesem wurden Herausforderungen und Zielsetzungen für die Entwicklung eines Modellstadtteiles für Klimaschutz und Klimaanpassung definiert und 9 Kernthemen, sogenannte Chartapunkte, identifiziert.

Strukturkonzept Rothneusiedl (19 MB PDF)

Das Strukturkonzept wurde am 12.Oktober 2021 gemeinsam mit dem Stadtteilentwicklungskonzept (SEK) Südraum Favoriten, in welchem das Stadtentwicklungsgebiet Rothneusiedl eingebettet ist, der Stadtentwicklungskommission vorgelegt.

Strukturkonzept Rothneusiedl - Modellstadtteil für Klimaschutz und Klimaanpassung (STEK-Präsentation vom 12.10.2021) (6 MB PDF)

Es dient als Ausgangsbasis für die weiteren Planungen und wird in einem weiteren Schritt durch einen breiten Beteiligungsprozess, der sich aktuell in Ausarbeitung befindet, weiterentwickelt. Die neu geplante U-Bahnstation der Linie U1 ist eine wesentliche infrastrukturelle Voraussetzung für eine größere Stadtteilentwicklung in Rothneusiedl.

Klimapionierin: Innovationen aus der Natur

Innovative und nachhaltige Konzepte, unter anderem in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung, Kreislaufwirtschaft, Energieversorgung, Regenwasser-Management und Mobilität, sollen diesen Stadtteil auszeichnen.

Die bestehenden Grünräume der Region werden durch den Stadtteil weiter vernetzt und ausgebaut. Insgesamt entstehen in Rothneusiedl mindestens 40 Hektar klimawirksame Grünräume. Das entspricht einem Drittel des Stadtteils. Ein circa 100 Meter breiter Grünkorridor ermöglicht den Durchzug von frischer Luft. Er zieht sich durch das gesamte Stadtgebiet und verbindet die umliegenden Grünflächen miteinander.

In Rothneusiedl wird auf Versickerung statt Versiegelung gesetzt: Die vielen Grünflächen können Regenwasser aufnehmen und so durch Verdunstung beitragen den Stadtteil an heißen Tagen zu kühlen. Dank innovativem Regenwassermanagement wird der überschüssige Niederschlag von den grünen Dächern abgeleitet und im Boden gespeichert.

Die Grünräume werden nicht erst nach Beendigung der Bautätigkeit umgesetzt, sondern sollen so früh wie möglich schon während des Planungsprozesses und Vorliegen von konkreten Grundlagen gepflanzt werden.

Mit dem geplanten Ausbau der U1 steht klimafreundliche Mobilität an erster Stelle. Anstatt von konventionellen Straßen wird der Stadtteil von begrünten Wegen für Fahrradfahrer*innen und Fußgänger*innen geprägt sein.

Soziale Wegbereiterin: Nachhaltiges Leben für alle

Der wohnfonds_wien ist mehrheitlicher Grundeigentümer im Planungsgebiet. So ist es der Stadt Wien möglich, auch im Hinblick auf soziale Gerechtigkeit und Leistbarkeit hohe Ansprüche an den neuen Stadtteil zu stellen. Zwei Drittel der Wohnungen sollen dabei als geförderter Wohnbau umgesetzt werden. Dabei entstehen auch neue Schulen, Kindergärten, Geschäfte, Nahversorger, Büros, Betriebe und andere Einrichtungen.

Außerdem soll es vielfältige Wohnungsbautypen für unterschiedliche Ansprüche und Nutzergruppen geben. Das Stadtquartier soll dazu beitragen Menschen zusammenzubringen und zu vernetzen, sowohl innerhalb des neuen Stadtteils als auch mit der bestehenden Nachbarschaft. Für diese aktive Nachbarschaft soll der Zukunftshof eine wichtige Rolle spielen. Auch ein Stadtraum soll dafür eingerichtet werden.

Lokale Versorgerin: Landwirtschaft neu interpretiert

Bis ins 19. Jahrhundert lebte die Gegend um Rothneusiedl zum Großteil von Landwirtschaft und Viehzucht. Noch heute ist der südliche Teil des Gebiets von diesem landwirtschaftlichen Charakter geprägt.

Daher steht für den neuen Stadtteil das Konzept der lokalen Versorgung im Zentrum der Planung. Der landwirtschaftliche Charakter der Gegend wird berücksichtigt und nachhaltig weiterentwickelt. Der ehemalige Haschahof, einer der ersten Biobetriebe Wiens, ist ein Zeitzeuge dieser agrarischen Ortgeschichte. Er wird als "Zukunftshof" Teil des neuen Stadtteils werden und als Ankerpunkt für die Stadtlandwirtschaft und Nachbarschaft dienen.

Auch im Energiebereich soll Rothneusiedl Pionier-Stadtteil werden. Nachhaltige Vor-Ort-Energie soll eine möglichst autarke Versorgung bringen.

Für einen Stadtteil der kurzen Wege setzt Rothneusiedl im Bereich der lokalen Versorgung auf die Schaffung von Arbeitsplätzen vor Ort. Die gezielte Ansiedelung von Betrieben, Büros, Geschäften et cetera soll Arbeitsplätze und damit einen "Stadtteil der kurzen Wege" schaffen.

Mitbestimmung im Vordergrund

Rothneusiedl wird ein Stadtteil der Bürger*innen. Diese sollen in den kommenden Jahren zu aktiven Stadtgestalter*innen werden und ihre Ideen und Wünsche in den Planungsprozess einbringen.

Zukunftshof als Infozentrum

Bereits jetzt ist der Zukunftshof eine zentrale Anlaufstelle vor Ort und soll auch in Zukunft zu einer Informations- und Austauschplattform zwischen der Bevölkerung und der Planung für das Entwicklungsgebiet werden.

Der Zukunftshof - Gemeinsam die Zukunft von Rothneusiedl gestalten

Was sind die nächsten Schritte?

Aufbauend auf den Zielsetzungen und Rahmenbedingungen vom Strukturkonzept sollen nun Vorbereitungen für einen städtebaulichen Wettbewerb getroffen werden.

Geplant ist, dass dieser Wettbewerb im Jahr 2023 als dialogorientierter Prozess durchgeführt und die Bevölkerung aktiv eingebunden wird. Anschließend wird ein städtebauliches Leitbild erarbeitet, das die Grundlage für die Flächenwidmungs- und Bebauungsplanung darstellt.

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Projektstand

  • Grundlagenerhebung: Abgeschlossen
    Beschreibung

    Die grundsätzliche Verträglichkeit des Vorhabens für den Standort wird geklärt. Dabei werden unter anderem baulich-technische Rahmenbedingungen geprüft. Außerdem werden Gegebenheiten wie zum Beispiel Freiflächen, Arbeitsstätten, öffentlicher Verkehr, Wegeverbindungen und Schulen untersucht. Auch mögliche Auswirkungen auf die Nachbarschaft werden abgeschätzt.

  • Konzepterstellung: Offen
    Beschreibung

    Für große Gebiete werden zuerst Zielvorgaben und Zukunftsbilder für die Entwicklung des Standorts ausgearbeitet. Die Möglichkeiten der Beteiligung der Bürger*innen werden geprüft. Das Ergebnis sind zum Beispiel Leitbilder oder Entwicklungskonzepte. Hier werden Themen wie Mobilität, Grünraum, Nutzungen oder Gebäudehöhen behandelt.

  • Widmungsverfahren: Offen
    Beschreibung

    Auf Grundlage von Leitbildern oder anderen Planungen wird der Entwurf für den neuen Flächenwidmungs- und Bebauungsplan erstellt und dem Fachbeirat vorgelegt. Während der öffentlichen Auflage können dazu schriftlich Stellungnahmen abgegeben werden. Der Entwurf und alle Stellungnahmen werden dem Wiener Gemeinderat vorgelegt.

  • Gemeinderatsbeschluss: Offen
    Beschreibung

    Der Wiener Gemeinderat beschließt den neuen Flächenwidmungs- und Bebauungsplan. Das Widmungsverfahren ist damit abgeschlossen. Das Plandokument kann in der Servicestelle Stadtentwicklung eingesehen beziehungsweise online abgerufen werden.

  • In Umsetzung: Offen
    Beschreibung

    Die detaillierte Entwicklung des Vorhabens wird begonnen. Die konkreten Entwürfe werden bei der Baubehörde zur Bewilligung eingereicht. Wenn diese einen positiven Bescheid erteilt, kann mit der baulichen Umsetzung begonnen werden.

  • Umgesetzt: Offen
    Beschreibung

    Mit der Fertigstellung und dem Einzug der neuen Bewohner*innen wird der Standort belebt. Durch das Zusammenwachsen mit der bestehenden Nachbarschaft entsteht ein neues soziales Gefüge.

Beteiligung

  • Beteiligungsphase 1: Offen
    Beschreibung

    Im Zuge der weiteren Entwicklung sind Beteiligungsmöglichkeiten vorgesehen.

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