Wien konnte in den vergangenen Jahren durch verschiedene Maßnahmen den Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen deutlich senken und spielt damit unter 15 untersuchten europäischen Städten ganz vorne mit. Im aktuellen Greenpeace-Ranking zum Ausstieg europäischer Hauptstädte aus fossilem Gas belegt die Stadt Platz 3.
Raus aus Gas
Mit dem Programm "Raus aus Gas" forciert die Stadt Wien die Umstellung von fossilen Energieträgern auf eine nachhaltige Wärmeversorgung in Gebäuden. Damit setzt die Stadt wichtige Schritte für eine klimafreundliche Energieversorgung. Das trägt zum Klimaschutz bei und sichert die hohe Lebensqualität.
Die Initiative "100+ Projekte Raus aus Gas" zeigt außerdem, dass die Energiewende im Gebäudebestand nicht nur möglich, sondern längst angelaufen ist und durch die Ökologisierung der Wiener Bauordnung weiter vorangetrieben wird.
Treibhausgas-Emissionen im Zeitraum 2005 bis 2023 um ein Drittel gesunken
Seit 2005 konnten umwelt- und klimaschädigende Treibhausgase in der Stadt um 31 Prozent reduziert werden. Alleine im Jahr 2023 konnte Wien noch einmal rund 10 Prozent der Gesamtemissionen einsparen. Das bestätigen Daten der Bundesländer-Luft-Schadstoff-Inventur (BLI) des Umweltbundesamts.
Besonders erfreulich ist, dass der Rückgang klimaschädlicher Treibhausgase im Zeitraum von 2005 bis 2023 in fast allen Sektoren zu verzeichnen ist. Im Bereich Energie beträgt der Rückgang 37 Prozent, in der Industrie 27 Prozent, im Verkehr 30 Prozent, im Gebäudesektor wie in der Landwirtschaft sind es 40 Prozent und in der Abfallwirtschaft beläuft sich die Reduktion auf 2 Prozent.
Einzig im Sektor F-Gase ist ein Anstieg der Emissionen zu verzeichnen. Die Emissionen sind bis vor wenigen Jahren stark angestiegen, weil F-Gase oft anstelle der ozonzerstörenden und inzwischen verbotenen Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) verwendet werden. Durch die Auswirkungen der EU-F-Gas-Verordnung sinken die Emissionen seit dem Jahr 2018. Zukünftig ist mit sinkenden Emissionen als Resultat der jüngsten, 2024 in Kraft getretenen Verschärfungen der EU-F-Gas-Verordnung zu rechnen.
| Bereich | Differenz zwischen 2005 und 2023 | Differenz zwischen 2022 und 2023 |
|---|---|---|
| Energie (inkl. Emissionshandel) | -37 Prozent | -21 Prozent |
| Industrie | -27 Prozent | +5 Prozent |
| Verkehr | -30 Prozent | -5 Prozent |
| Gebäude | -40 Prozent | -17 Prozent |
| Landwirtschaft | -40 Prozent | -25 Prozent |
| Abfallwirtschaft | -2 Prozent | -2 Prozent |
| F-Gase | +35 Prozent | -4 Prozent |
| Summe | -31 Prozent | -11 Prozent |
Die deutlichsten Emissionsreduktionen konnten 2023 im Energie- und Gebäudesektor sowie beim Verkehr verzeichnet werden. Im Energiesektor ist der Rückgang von rund -21 Prozent auf den deutlich reduzierten Erdgaseinsatz in Strom- und Wärmekraftwerken zurückzuführen. Grund für den verringerten Einsatz fossiler Brennstoffe (Heizöl und Erdgas) und der damit einhergehenden Emissionsreduktion von rund 17 Prozent im Gebäudesektor im Vergleich zu 2022 ist unter anderem die zunehmende Umstellung auf klimafreundliche Heizungssysteme. Im Verkehrssektor ist der Rückgang von rund 5 Prozent maßgeblich auf den deutlich reduzierten Dieselabsatz bei schweren Nutzfahrzeugen zurückzuführen.
Die Erfolge im Wiener Klimaschutz
In den vergangenen Jahren hat Wien den Klimaschutz neu definiert, angeführt vom ambitioniertesten Klimaschutzvorhaben in der Geschichte der Stadt, dem Erreichen der Klimaneutralität bis 2040, und gelenkt vom Wiener Klimafahrplan. Erfolge wie der Rückgang der Treibhausgase oder des Energieverbrauchs wirken sich direkt auf die Lebensqualität der Wiener*innen aus: Mehr Grünraum bedeutet mehr Schatten, eine kühlere Umgebung und weniger Asphalt. Mehr erneuerbare Energie und Wärme bedeuten eine bessere Luft und stabilere Preise. Mehr Öffi- und Radverkehr wiederum führen zu kürzeren Wegen, weniger Kosten und einer Reduktion schädlicher Treibhausgase.
Die Bilanz der letzten Jahre zeigt vielerorts erfreuliche Entwicklungen. So etwa im Gebäudebereich, wo die Emissionen von 2005 bis 2023 halbiert und ein vollständiges Verbot fossiler Heizungen in Neubauten implementiert wurde. Zudem wurde der Wiener Wärmeplan 2040 präsentiert, der mittels Zonierungen zeigt, wie das klimaneutrale Wien der Zukunft aussehen kann.
Im Bereich der Stromerzeugung sticht vor allem die Sonnenstrom-Offensive hervor: Dank hohem Förderbudget, Solarpotenzialkataster, weitreichender Beratungen sowie Partnerschaften mit Unternehmen, Privaten und Betrieben hat Wien gemeinsam mit dem eigenen Ausbaufortschritt die Wiener Gesamtleistung seit 2020 auf 250 MWp verfünffacht.
Ähnlich erfreulich sind die Fortschritte im Bereich öffentlicher Raum, Natur- und Erholungsräume. Allein mit dem vollständig ausgeschöpften Fördertopf Klimamusterstadt wurden mehr als 300 klimarelevante Projekte in den Bezirken umgesetzt. Dazu kommt der Grünraum-Ausbau: Seit 2020 wurden rund 500.000 Quadratmeter Parks und Grünflächen klimafit gestaltet, 18 davon wurden komplett neu errichtet (Gesamtfläche 285.000 Quadratmeter) und 208 wurden umgestaltet (226.000 Quadratmeter). Nicht zu vergessen sind zudem die Errungenschaften im Bereich der Renaturierung sowohl auf städtischer als auch auf EU-Ebene.


