Auf Bahnhofsvorplätzen sammeln Wien-Besucher*innen erste Eindrücke, die Wiener*innen und Pendler*innen nützen die Knotenpunkte für ihre täglichen Wege.
Viele der Vorplätze sind graue Hitzeinseln und wenig einladend. Unter dem Motto "Raus aus dem Asphalt" läuft daher eine Umgestaltung dieser Plätze durch die Stadt Wien und die ÖBB.
Der Praterstern wurde bereits erfolgreich umgestaltet. Dort wurde der Grünraumanteil auf 8.000 Quadratmeter verdoppelt und die Anzahl der Bäume auf 101 erhöht. Seite Ende 2025 ist auch der Julius-Tandler-Platz beim Franz Josefs Bahnhof neugestaltet. Der Maria-Restituta-Platz bei der S-Bahn-Station Handelskai ist gerade in Umgestaltung. Beim Hauptbahnhof erfolgt für die Umgestaltung des 1. Teils noch heuer der Spatenstich. Beim Bahnhof Floridsdorf ist eben die Bürger*innen-Beteiligung abgeschlossen worden, auf deren Grundlage die Planungen starten. In der Donaustadt wiederum entstand rund um die U2-Station Aspern Nord ein ganz neuer Öffi-Knotenpunkt: Der Nelson-Mandela-Platz wird ab Sommer ein begrünter und klimafitter Zugang für die Seestadt Aspern.
Projekte
2., Praterstern - Verdoppelung von Grünraum und Bäumen
Den Startschuss für die Begrünungs- und Entsiegelungsoffensive der Wiener Bahnhofsvorplätze hat der Praterstern gegeben. Er ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Stadt. Im Vorfeld der Umgestaltung wurde ein Alkoholverbot verhängt. Mit der 2022 abgeschlossenen Umgestaltung hat sich der Platz rund um den Bahnhof in eine gekühlte und begrünte Aufenthaltsoase verwandelt. Mit den 56 neuen Bäumen sorgen jetzt insgesamt 101 Bäume für ein schattiges und angenehmes Mikroklima am Praterstern. 13 der neuen Bäume sind sogar XXL-Platanen, die mit ihren großen Kronen von Beginn an ein breites Blätterdach über dem Platz aufspannen. Mit dem sogenannten Schwammstadt-Prinzip erhalten die Bäume die besten Voraussetzungen für gesundes Wachstum. Damit wird auch unter befestigten Flächen ausreichend Wurzelraum zur Verfügung gestellt, indem die einzelnen Baumscheiben unterirdisch miteinander verbunden sind.
Mit einer Verdoppelung der Grünflächen auf 8.000 Quadratmeter und dem größten Wasserspiel Wiens spielt der Platz nun alle Register klimafitter Stadtgestaltung. Ein 2,5 Meter breiter, begrünter Ring säumt auf 1.400 Quadratmetern den Praterstern und sorgt für gutes Mikroklima. Auch die Beleuchtung wurde erneuert und die Bahnunterführung heller gestaltet, um die Sicherheit zu erhöhen. 190 neue Sitzgelegenheiten bieten Platz zum Verweilen und Entspannen. 340 Fahrradabstellplätze ergänzen das Angebot für klimafreundliche Mobilität.
9., Franz-Josefs-Bahnhof - 100 mal mehr Grünfläche für den Julius-Tandler-Platz
Der Julius-Tandler-Platz vor dem Franz-Josefs-Bahnhof im 9. Bezirk wurde 2025 umgestaltet. Auf Grundlage einer breiten Bürger*innen-Beteiligung wurde aus einer grauen Asphaltwüste eine ansprechend gestalteten Wohlfühloase mit Beeten, neuen Bäumen, Wasserspiel, moderner Pflasterung und attraktiven Sitzgelegenheiten. Die Aufenthaltsqualität und das Mikroklima am Julius-Tandler-Platz inklusive der Nordbergstraße von Alserbachstraße bis Spittelauer Platz konnten dadurch dauerhaft und nachhaltig verbessert werden.
Es wurden 46 neue Bäume alleine am Platz gepflanzt, darunter etliche großkronige XL-Bäume. Sessel, Bänke, Baldachine, Wasserspiele und Trinkbrunnen werten den Platz zusätzlich auf. Die Grünfläche wurde von 21 auf 2.140 Quadratmeter verhundertfacht. Parallel zur Umgestaltung des Bahnhof-Vorplatzes wurde entlang von Fuchsthallergasse und Alserbachstraße auf einer Länge von über 1,2 Kilometern diese Radroute quer durch den Alsergrund zu einem sicheren und komfortablen Radweg ausgebaut. Damit gibt es nun eine gut ausgebaute Radverbindung vom Donaukanal bis zum Gürtel.
10., Hauptbahnhof - Klimafittes Outfit für das Tor zur Stadt
Der große Vorplatz am Haupteingang und der Platz auf der Rückseite des Hauptbahnhofs werden entsiegelt, begrünt und gekühlt. Bäume, Gräser, neue Grünflächen und kühlende Nebelstelen machen den zentralen Verkehrsknotenpunkt in Zukunft zu einem attraktiven Aufenthaltsort.
Auftakt der Umgestaltung noch heuer ist die Rückseite des Hauptbahnhofs, 2027 folgt dann die Fläche beim Haupteingang. Geplant sind großzügige Beete mit Stauden und Gräsern sowie 35 Bäume, die das Mikroklima verbessern und Schatten spenden. Wo es notwendig ist, werden erhöhte Einfassungen für die Grünflächen errichtet, um den Bäumen ausreichend Wurzelraum zur Verfügung zu stellen. Über 3.500 Quadratmeter werden im gesamten Projektgebiet entsiegelt. Auch die Radwege im Umfeld werden verbessert.
20., S-Bahn-Station Handelskai - Maria-Restituta-Platz als begrünter Treffpunkt
Der Vorplatz der Station Handelskai im 20. Bezirk wird derzeit umgestaltet und im Sommer fertiggestellt. Über 6.000 Quadratmeter entsiegelte Fläche, 13 neue Bäume, ein Wasserspiel und Sitzgelegenheiten sorgen am Maria-Restituta-Platz künftig für einen angenehmen Aufenthalt.
Darüber hinaus bringen eine helle sickerfähige Pflasterung, 2 Trinkbrunnen und Pergolen mit Sprühnebel Abkühlung für das Grätzl. Die bestehenden Marktflächen unter den Brückentragwerken bleiben erhalten. Sie werden mit Unterflur-Verteilern ausgestattet, die Stromanschlüsse für Verkaufsstände beinhalten. So bleibt der Platz auch künftig ein lebendiger Treffpunkt für Märkte.
21., Franz-Jonas-Platz - ein attraktiver und sicherer Ort für alle entsteht
Im Zentrum von Floridsdorf befindet sich der fünftgrößte Bahnhof Österreichs und davor der Franz-Jonas-Platz. Gleichzeitig ist die Station Floridsdorf die Endstation für die U-Bahn-Linie U6 und Haltestelle für mehrere Straßenbahnen und Busse. Der in die Jahre gekommene Franz-Jonas-Platz steht nun vor einer Umgestaltung in mehreren Phasen. Er soll durch Begrünungs- und Gestaltungsmaßnahmen zu einem Wohlfühlort werden.
In einem ersten Schritt trat 2025 das Alkoholverbot auf dem ganzen Platz in Kraft, um ihn zu einem angenehmeren Ort für alle zu machen. Im anschließenden Beteiligungsprozess gingen über 2.000 Rückmeldungen von Bürger*innen und Anrainer*innen ein. Das Ergebnis war eindeutig: Die Menschen wünschen sich mehr Aufenthaltsqualität, mehr Grün, bessere Orientierung und mehr Sicherheit. Der Platz soll nicht nur ein Verkehrsknoten sein, sondern ein Ort zum Verweilen - mit großkronigen Bäumen, Grünflächen und kühlendem Wasser. Auch eine klare Wegführung, barrierefreie Oberflächen und verbesserte Beleuchtung sowie Radweganbindung sind wichtige Anliegen, die genannt wurden. Aktuell läuft der Planungsprozess, in dem die zahlreichen Wünsche und Ideen zu einem Gesamtkonzept verarbeitet werden.
22., Aspern Nord - Öffi-Großknotenpunkt und klimafitter Nelson-Mandela-Platz
Im Nordosten Wiens wächst mit der Seestadt Aspern ein neuer Stadtteil für mehr als 25.000 Bewohner*innen und 20.000 Arbeitsplätze. Gemeinsam mit den umliegenden Stadtentwicklungsgebieten entstehen klimafreundliche und leistbare Wohnungen für insgesamt mehr als 60.000 Menschen. Damit von Anfang an eine hervorragende Anbindung an das Öffi-Netz besteht, wurden bereits die U-Bahn-Linie U2, die Straßenbahn-Linie 27 sowie mehrere Bus-Linien bis in dieses Gebiet verlängert. Mit der Station Aspern Nord, an der auch die S-Bahn-Linie S80 hält, entsteht ein neuer Knotenpunkt für den öffentlichen Verkehr. Er verbindet die neuen Stadtteile schnell mit dem Stadtzentrum, dem Wiener Hauptbahnhof und weiteren wichtigen Umsteigeknoten.
Über die S80 bestehen direkte Verbindungen nach Wien Simmering und Wien Meidling. Gleichzeitig ist Aspern Nord über die Marchegger Ostbahn auch international angebunden: Mit der REX-Verbindung gelangt man von hier in rund 40 Minuten in die slowakische Hauptstadt Bratislava. Damit ist der Bahnhof nicht nur für die Seestadt Aspern, sondern auch für den Pendelverkehr und die Entwicklung der gesamten Region ein wichtiger Mobilitätsknoten.
Aktuell laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren, um den Nelson-Mandela-Platz fertigzustellen, der künftig den klimafitten Rahmen um den Verkehrsknotenpunkt Aspern Nord spannt. Auf über 10.000 Quadratmetern werden großzügige Grünflächen angelegt, sickerfähige Pflasterung in hellen Farben verlegt und 75 neue Bäume gepflanzt, die in Zukunft ein schattiges Blätterdach über Wiens jüngsten Bahnhofsvorplatz spannen. Ein Brunnen bringt kühles Nass auf den Platz und zahlreiche Sitzgelegenheiten unter den Bäumen laden zum Verweilen ein. Wie im gesamten Norden der Seestadt wird auch der Nelson-Mandela-Platz nach dem Schwammstadt-Prinzip umgesetzt.


