Die Stadt Wien und Wiener Polizei reagieren gemeinsam auf die Entwicklungen im öffentlichen Raum. Mit einem abgestimmten, vielschichtigen Maßnahmenpaket soll die Lage entlang der Achse Westbahnhof - U6 Gumpendorfer Straße nachhaltig verbessert werden.
Konkrete Maßnahmen
1. Schutzzone im Bereich Fritz-Imhoff-Park
Parks, Spielplätze und öffentliche Verkehrsknotenpunkte sind für alle Orte der Begegnung, Erholung und des Alltags. Damit alle diese Räume uneingeschränkt und sicher nutzen können, können rund um besonders sensible Bereiche gezielt Schutzzonen gemäß § 36a Sicherheitspolizeigesetz eingerichtet werden. Diese Maßnahme bildet einen Rechtsrahmen zum besonderen Schutz von Minderjährigen. Sie hat auch das Ziel, den Drogenhandel rund um die U-Bahn-Station Gumpendorfer Straße nachhaltig zu bekämpfen. Der Zugang zu Versorgungsangeboten bleibt dabei für alle Klient*innen gewährleistet.
2. Alkoholkonsum-Verbot am und um den Westbahnhof
Der Bereich am Westbahnhof ist geprägt von einer Vielzahl an Herausforderungen. Die Anzahl der Menschen, die vor Ort durch übermäßigen Konsum von Alkohol auffallen, ist schwankend und überschaubar. Das Verhalten einzelner aufgrund der unübersichtlichen Lage und der hohen Frequenz der Menschen vor Ort, kann aber zu Verunsicherungen und Konflikten führen.
In den letzten Jahren wurden bereits Maßnahmen gesetzt. Die Errichtung einer Alkoholverbotszone stellt eine weitere Maßnahme dar.
Eine uniformierte Polizeipräsenz in der Alkoholverbotszone kann durch Exekution des Alkoholkonsumverbotes Abhilfe schaffen. Ziel ist die Verbesserung der öffentlichen Ordnung und die Steigerung der Sicherheit und Aufenthaltsqualität an bestimmten öffentlichen Plätzen.
3. Sauberkeit und Lebensqualität
Gemeinsam mit dem Bezirk sind die Dienststellen des Magistrats auf die besonderen Bedürfnisse rund um die U6 Gumpendorfer Straße und den Fritz-Imhoff-Park eingegangen und haben hier ebenfalls eine Reihe an Maßnahmen getroffen:
- Überarbeitete Reinigungs- und Grünschnittpläne rund um den Gumpendorfer Gürtel und Westbahnhof; Reinigung im höchsten Intervall durch MA 48 und die Wiener Stadtgärten
- Ausgabe von Spritzen-Entsorgungsbehältern an Klient*innen der Suchthilfe Wien und gezielte Sensibilisierung der Klient*innen selbst
- Unterstützung bei der Beseitigung von infektiösem Material durch die Soziale Arbeit der Suchthilfe Wien
- Gestalterische Maßnahmen im Fritz-Imhoff-Park zur besseren Durchmischung beim Aufenthalt unterschiedlicher Nutzer*innen-Gruppen
- Im Fritz-Imhoff-Park mit seinem Kinderspielplatz wird ein zusätzlicher Zaun künftig auch eine Nachtsperrung ermöglichen und so dazu beitragen, dass der Park tagsüber ein geschützter, einladender Ort für Familien, Kinder und Jugendliche bleibt.
Nächtliche Sperre des Fritz-Imhoff-Parks
Die Wiener Linien haben in ihrem Wirkungsbereich auch Maßnahmen umgesetzt:
- In der Station Gumpendorfer Straße wurde der Einsatz von Sicherheitsdienst-Mitarbeiter*innen verstärkt. Täglich sind zu den Hauptverkehrszeiten 1 bis 2 Teams vor Ort. Außerhalb dieser Zeiten wird die Station während der gesamten Betriebszeit regelmäßig von einem auf der U6-Strecke eingesetzten Team angefahren, das ebenfalls Kontrollgänge durchführt. Die Polizei ist zusätzlich mit einem fixen Standposten in den frühen Abendstunden präsent und auch tagsüber in regelmäßigen Abständen vor Ort.
- Zur Erleichterung der Polizeiarbeit vor Ort wurde ein mobiler Arbeitscontainer für die Polizei aufgestellt, da die nächste Polizeiinspektion weiter entfernt liegt.
- Nicht genutzte Durchgänge wurden vergittert und unzugänglich gemacht. Dadurch wurden zuvor anderweitig genutzte Bereiche geschlossen.
- Sitzbänke wurde entfernt oder versetzt. Diese Maßnahme reduziert die Möglichkeiten für längere Aufenthalte.
- Fluchtweg-Markierungen am Boden bei den Stationseingängen markieren
die Zugänge zur Station klar als Teil des Stationsgebäudes und machen deutlich, dass Ein- und Ausgänge freizuhalten sind. - Es wurden zusätzliche Leuchtkörper installiert, um die Beleuchtungssituation vor Ort zu verbessern und das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zu stärken.
- Mitarbeiter*innen der Initiative helpU sind täglich vor Ort. Diese Initiative ist eine Kooperation der Wiener Linien mit der Suchthilfe Wien.
4. Wissen stärkt Handlungssicherheit
Ärzt*innen und Verwaltungsmitarbeiter*innen erhalten gezielte Informationen und Fortbildungen im Umgang mit suchtkranken Personen. Ärzt*innen bekommen Informationsmaterial zur einheitlichen, qualitätsgesicherten Substitutionsbehandlung. Verwaltungsmitarbeiter*innen können ihre Kompetenzen im Umgang mit Suchtproblemen und deren Auswirkungen sowie im Beschwerdemanagement stärken.
5. Gesundheit und soziale Integration im Fokus
Menschen mit Suchterkrankungen brauchen Unterstützung und niederschwellige Hilfe.
Folgende Angebote werden ausgebaut:
- Mobile Soziale Arbeit im öffentlichen Raum der Suchthilfe Wien mit gezielten Schwerpunkt-Einsätzen: niederschwellige, aufsuchende Begleitung im öffentlichen Raum mit dem Ziel, Betroffene an bestehende Versorgungsstrukturen anzubinden.
- Multiprofessionelle Teams aus Sozialarbeiter*innen, Psycholog*innen und psychiatrischen Pflegekräften sind in ganz Wien tätig und erleichtern den Zugang zu psychosozialen und sozialpsychiatrischen Angeboten.
6. Optimierung der Substitutionsbehandlung in Wien
Die Substitutionstherapie ist ein medizinisch anerkanntes, rechtlich klar geregeltes und wirksames Behandlungsinstrument. Sie ist ein zentraler Baustein der Wiener Suchtversorgung.
Gleichzeitig erfordert ein so umfassendes System laufende Anpassungen an neue Rahmenbedingungen. Kommt es zu unzulässiger Weitergabe oder illegalem Handel mit Substitutionsmedikamenten, braucht es entschlossenes und fachlich fundiertes Handeln. Ziel ist eine schnellere Reaktionsfähigkeit bei Auffälligkeiten und eine engere Abstimmung zwischen Polizei, Gesundheitsbehörde und Ärzt*innen. So bleibt die Versorgung gesichert und dem Missbrauch sowie illegalen Strukturen wird gezielt entgegengewirkt.
7. Forderungen von bundesweiten Adaptionen bei der Substitutionstherapie
Die Substitutionsbehandlung hilft den meisten Patient*innen ein stabileres und gesünderes Leben zu führen. In manchen Fällen braucht es klarere Regeln, eine konsequente Umsetzung und Gesetz-Anpassungen auf der Bundesebene. So können zusätzliche Handlungsspielräume geschaffen werden, um Patient*innen ohne stabile Lebenssituation besser unterstützen zu können, ohne sie aus der Behandlung auszuschließen.


