Soziales und leistbares Wohnen in Wien und in der EU

Wien ist seit vielen Jahren internationales und europäisches Vorbild, wenn es um das soziale und leistbare Wohnen geht. Die hohe Lebensqualität, die Wien immer wieder in internationalen Rankings, aber auch von der Wiener Bevölkerung bescheinigt wird, hat viel damit zu tun. Delegationen aus zahlreichen Ländern und Städten kommen laufend nach Wien, um sich über das System, das die Stadt seit dem Ende des 1. Weltkriegs aufgebaut hat, zu informieren.

Das Wiener Modell des sozialen Wohnbaus geht aber auch hinaus in die Welt, zum Beispiel mit mit Ausstellungen. Wien wurde und wird häufig eingeladen, auf Ebene der EU und im Rahmen internationaler Organisationen an Projekten und Diskussionsprozessen, wie Wohnen in ganz Europa leistbarer werden kann, mitzuarbeiten.

Dazu gehörte unter anderem die Städtepartnerschaft "Wohnen" im Rahmen der Städtischen Agenda für die EU von 2015 bis 2018.

Aktionsplan mit Empfehlungen für leistbares Wohnen in Europa

Gruppenbild vom Abschlusstreffen der EU-Städtepartnerschaft zum Thema Wohnen

Abschlussveranstaltung mit Stadtrat Peter Hanke (Mitte) im Dezember 2018 in Wien

Nach 3 Jahren intensiver Arbeit hat die EU-Städtepartnerschaft "Wohnen" ihre Empfehlungen in einem Aktionsplan zusammengefasst und im Rahmen einer großen internationalen Konferenz im Dezember 2018 in Wien veröffentlicht. Der Aktionsplan wurde auf Ebene der Mitgliedstaaten beim Gipfeltreffen der für Städtebau verantwortlichen Ministerinnen und Minister der EU gebilligt. Die Europäische Kommission hat ein Monitoringsystem für alle Partnerschaften eingerichtet, mit der die Umsetzung laufend beobachtet wird.


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EU-Städtepartnerschaft "Wohnen"

Die "Städtische Agenda für die EU" wurde nach langem Drängen der Städte und einiger engagierter Mitgliedstaaten im Juni 2016 vom Rat der EU im "Pakt von Amsterdam" beschlossen. Ziel war und ist, die Städte stärker an den politischen Entscheidungen auf EU-Ebene zu beteiligen. Dazu wurde ein neues Arbeitsformat entwickelt, die sogenannten "thematischen Partnerschaften" zu wichtigen städtischen Fragen. Dabei arbeiten Städte, ihre Verbände wie EUROCITIES und CEMR, Mitgliedstaaten, EU-Institutionen wie die Europäische Kommission und die Europäische Investitionsbank sowie wichtige Stakeholder 3 Jahre lang intensiv an gemeinsamen Lösungen zu insgesamt 14 Themenfeldern. Ziel ist es, Verbesserungen in den Bereichen Rechtssetzung, Finanzierung sowie Know-how und Wissensaustausch zu entwickeln.

Wohnungskrise in Europa als Ausgangspunkt

Wohnbaustadtrat Ludwig mit den ExpertInnen der EU-Städtepartnerschaft zum Thema "Wohnen"

Unterstützung von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig: 4. Sitzung der Städtepartnerschaft im Dezember 2016 in Wien

2015 war die Wohnungskrise in Folge der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise in ganz Europa offenkundig: Von den 220 Millionen Haushalten in der EU waren 80 Millionen mit schlechten, ungesunden, zu kleinen und oft viel zu teuren Wohnbedingungen zu verzeichnen. Der Investitionsrückstau in leistbares Wohnen wurde EU-weit mit 57 Milliarden Euro pro Jahr beziffert. Gleichzeitig verstärkten Entwicklungen wie die Gentrifizierung, die Finanzialisierung und die Zunahme von touristischen Kurzzeit-Vermietungen in vielen Städten die Lage. Daher war "Wohnen" eines der ersten Themenfelder, die in der Städtischen Agenda für die EU angegangen werden sollten. Wien wurde eingeladen, gemeinsam mit der Slowakei die EU-Städtepartnerschaft "Wohnen" zu koordinieren. Das Wiener Modell des sozialen Wohnbaus und das langjährige Engagement der Stadt Wien für eine stärkere Mitsprache der Städte in der EU waren dafür ausschlaggebend. Aufgabe war, innerhalb von 3 Jahren zentrale Politikempfehlungen für bessere rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen sowie besseres Wissensmanagement auf Ebene der EU, aber auch der Mitgliedstaaten zu erarbeiten.

Zusammensetzung der Partnerschaft spiegelt Wohnungsvielfalt in Europa wider

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der EU-Städtepartnerschaft

Unterstützung durch Ausschuss der Regionen und Europäisches Parlament: 6. Sitzung der Städtepartnerschaft im März 2017 in Brüssel

Die in der Partnerschaft vertretenen Städte waren Lissabon, Poznan, Riga und die schottische Städteallianz. Wien war durch eine Expertin von Wiener Wohnen und die Leiterin des Verbindungsbüros der Stadt Wien zur EU in Brüssel als eine der beiden Koordinatorinnen vertreten. Mitgliedstaaten waren neben der Slowakei als weitere Koordinatorin, Lettland, Luxemburg, die Niederlande und Slowenien. Die Tschechische Republik hatte einen Beobachterstatus. Neben der Generaldirektion für Regional- und Städtepolitik der Europäischen Kommission und der Europäischen Investitionsbank waren weitere europäische Verbände wie EUROCITIES, der Internationale Mieterbund (IUT) sowie Housing Europe, Dachverband der gemeinnützigen Wohnbauträger und AEDES, die Organisation der Wohnbaugenossenschaften der Niederlande, an Bord. Eine namhafte Wissenschaftlerin aus dem Bereich der internationalen Wohnbauforschung sowie Expertinnen und Experten des EU-Programms URBACT stellten ebenfalls ihr Fachwissen zur Verfügung.

Rückblick

Abschlusstreffen im Wiener Rathaus

Die EU-Städtepartnerschaft zum Thema Wohnen hielt am 3. Dezember 2018 ihre letzte Arbeitssitzung in Wien ab. Ergebnis der 3-jährigen Arbeit der Fachleute aus Städten, Mitgliedstaaten, EU-Kommission, EIB und dem Internationalen Mieterbund sowie Housing Europe ist ein Maßnahmenkatalog an den EU-Gesetzgeber. Hauptziel ist, wieder mehr Investitionen in bezahlbares Wohnen zu ermöglichen.


Tagung der Mitglieder der EU-Städtepartnerschaft "Wohnen" in Brüssel

Am 22. und 23. März 2017 tagten die Mitglieder der EU-Städtepartnerschaft "Wohnen" in Brüssel. Bei diesem sechsten Treffen wurde ein wichtiges Strategiepapier für eine bessere europäische Gesetzgebung und Förderung für leistbares Wohnen beschlossen.

  • Sechstes Treffen des EU-Städtenetzwerks Wohnen von 22. bis 23. März in Brüssel
  • EU-Städtepartnerschaft Wohnen informiert breitere Öffentlichkeit

Tagung der Mitglieder der EU-Städtepartnerschaft Wohnen in Wien

Am 15. und 16. Dezember 2016 tagten die Mitglieder der EU-Städtepartnerschaft zum Thema Wohnen im Wiener Rathaus. Der Schwerpunkt lag auf dem Thema der staatlichen Beihilfen im Zusammenhang mit dem Wohnbau. Beispiele aus den EU-Mitgliedstaaten wurden aus rechtlicher, finanzieller, sozial- und wirtschaftspolitischer Sicht diskutiert. Darüber hinaus wurden das Arbeitsprogramm 2017 und die Frage neuer Finanzierungsmodelle, besonders die lokale und regionale Ebene, besprochen. Am Ende folgte ein gemeinsamer Besuch der Dauerausstellung zur Geschichte des kommunalen Wohnbaus in Wien im "Waschsalon" des Karl-Marx-Hofs im 19. Bezirk.

Treffen der EU-Städtepartnerschaft zum Thema "Wohnen" in Wien (rk vom 16. Dezember 2016)

"Speednet-Workshop" zum Thema "Wohnen in Städten"

Die Generalversammlung von EUROCITIES fand vom 16. bis 18. November 2016 mit dem Titel "Sharing Cities" in Mailand statt. Wien richtete einen "Speednet-Workshop" zum Thema "Wohnen in Städten" aus, der sich überdurchschnittlich hoher Beteiligung erfreute.

"Sharing Cities" - Jahreskonferenz von EUROCITIES in Mailand (rk vom 22.11.2016)

Wien-Haus lieferte Blaupause

Die Blaupause für die Partnerschaft Wohnen wurde 2015 im Wien-Haus in Brüssel bei dem Workshop "Future challenges of social housing in Europe" erarbeitet. 35 hochkarätige Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Bereichen des öffentlichen, sozialen und privaten Wohnbausektors sowie Vertreterinnen und Vertreter der Europäischen Kommission, des Europäischen Rats und verschiedener Institutionen des Finanzbereichs trafen dabei aufeinander. In Workshops wurden rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen für den sozialen Wohnbau erörtert.

  • Bericht "Herausforderungen für die Zukunft des sozialen Wohnungsbaus in Europa": 137 KB PDF
  • Urban Agenda for the EU - Vortrag bei der European Week of Regions and Cities: 1 MB PDF

Stadt Wien wird Mitglied in Städtepartnerschaft der EU (rk vom 1. Jänner 2016)

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