Seit Anfang 2026 ist eines von 4 Scan Cars im Testbetrieb in Wien unterwegs. Scan Cars sind Elektrofahrzeuge mit speziellen Sensoren zur Kennzeichenerfassung. Sie werden künftig vor allem in den Flächenbezirken bei der Kontrolle zur Parkometerabgabe eingesetzt und entlasten damit die Mitarbeiter*innen der Parkraumüberwachung.
Im Rahmen der bisherigen Testphase hat das Scan Car rund 220 Testkilometer absolviert. Die Fahrten wurden in den Bezirken 10, 11, 19, 21 und 22 durchgeführt. Ziel dieser ersten Phase war es, die Funktionstüchtigkeit der Hardware und Software unter realen Bedingungen zu erproben, bevor die restlichen 3 Fahrzeuge in den Betrieb integriert werden.
Über 90 Prozent Kennzeichen-Erkennungsrate
Die wichtigste Erkenntnis der bisherigen Fahrten: Die Kennzeichen-Erkennungsrate ist bereits im Testlauf sehr hoch und liegt bei über 90 Prozent. Da das Gesamtsystem lernend programmiert ist, wurden die Testkilometer intensiv genutzt, um feine Nachjustierungen vorzunehmen. Präzisiert wurden dabei vor allem die Kamera-Ausrichtung unter verschiedenen Lichtverhältnissen und die örtliche Positionsbestimmung basierend auf den verzeichneten Stellplätzen der Geopositionsdaten der Stadt Wien.
Finale Phase mit Schulung und Echtzeit-Simulation
Die finale Programmierung und Systemintegration laufen planmäßig. Die Schulung und Einführung der neuen Technologie wird von den Mitarbeiter*innen der Abteilung Parkraumüberwachung (MA 67) sehr positiv und offen aufgenommen. Die Mitarbeiter*innen sehen das Fahrzeug als zeitgemäße Erleichterung für die tägliche Kontrollarbeit auf Wiens Straßen. Um den reibungslosen Übergang zu garantieren, startet zeitnah die Schulung von ersten ausgewählten Mitarbeiter*innen. Die Schulung des restlichen Personals der Abteilung Parkraumüberwachung erfolgt im Anschluss laufend. Aktuell sind insgesamt 650 Parkraumüberwachungsorgane der Abteilung Parkraumüberwachung für die Kontrolle des ruhenden Verkehrs tätig.
Regulärer Betrieb für 4 Scan Cars Ende des Jahres
Im Oktober 2023 gab es das Ende der physischen Parkpickerl und die Umstellung auf den Kennzeichenabgleich mittels Handy-Scan. Im Jahr 2025 wurde die digitale Parkraumüberwachung im Landtag beschlossen. Seit 2026 läuft in Wien die Testphase für die Parkraumüberwachung durch sogenannte Scan Cars. Der Volleinsatz der Scan Cars ist ab Ende 2026 geplant. Mitte September 2026 startet nun die Pilotierungsphase mit dem Kamerafahrzeug. Dabei erfolgt die erstmalige Verknüpfung des Fahrzeugs mit allen produktiven Systemen, wie beispielsweise der Genehmigungsdatenbank für das Parkpickerl. Diese umfassende Echtzeit-Simulation dient der finalen Einschätzung des Implementierungsfortschrittes, bevor alle 4 Scan Cars Ende 2026 den regulären Dienst aufnehmen. Zum Einsatz kommen die neuen Scan Cars in den weitläufigen Teilen in 12 Bezirken: Bezirke 10, 11, 13 bis 19 sowie 21 bis 23.
Funktionsweise der datenschutzkonformen Kontrolle
Der Sensor ist auf dem Autodach der Elektroautos montiert und scannt die Kennzeichen mittels optischer Zeichenerkennung (OCR), gleicht sie mit der entsprechenden Datenbank ab und liefert Hinweise auf mögliche Verstöße. Eine Speicherung der Information findet nicht statt, womit die datenschutzrechtlichen Vorgaben vollständig gewahrt bleiben. Jeder gemeldete Verdachtsfall wird manuell von einem Parkraumüberwachungsorgan überprüft.
Digitalisierung als Schlüssel zu Ressourcenschonung und Mitarbeiter*innen-Schutz
Die fortschreitende Digitalisierung der Parkraumüberwachung ist ein wichtiger Schritt, um Verwaltungsprozesse nachhaltiger zu gestalten. Sie hilft, Personalressourcen gezielter einzusetzen, unnötige Doppelwege zu vermeiden und energieeffizientere Abläufe zu schaffen. Gleichzeitig schützt sie die Kontrollorgane, die bisher Wind, Regen, Hitze oder winterlichen Bedingungen oft ungeschützt ausgesetzt waren. Mit den Fahrzeugen steht nun ein wetterfester und ergonomischer Arbeitsraum zur Verfügung. Die Besetzung der Scan Cars mit den Überwachungsorganen wird durch die jeweiligen Führungskräfte auf den 6 Stützpunkten der Parkraumüberwachungsgruppe entschieden. Dabei gilt wie auch bei der regulären Bestreifung zu Fuß ein Rotationsprinzip.
Modernes Wiener Parkraum-Management: Eine Erfolgsgeschichte
Die Scan Cars sind ein nächster wichtiger Schritt bei der Modernisierung der Parkraumkontrolle. Der erste Schritt war die Vereinheitlichung der Parkpickerl für alle Bezirke im März 2022. Seit der Einführung der flächendeckenden Parkraumüberwachung hat sich die zu kontrollierende Fläche nahezu verdoppelt und war zugleich ein Meilenstein für den Klimaschutz in der Millionenstadt Wien. So konnte der Autopendler*innen-Verkehr reduziert und neue Flächen im öffentlichen Raum geschaffen werden. Der Anteil an Fahrzeugen mit Nicht-Wiener Kennzeichen ging um bis zu 89 Prozent zurück, die Stellplatzauslastung sank mancherorts um bis zu 68 Prozent.
Neue Nutzung der freigewordenen Flächen
Die freigewordenen Flächen nutzt die Stadt Wien gemeinsam mit den Bezirken, um Begrünungsprojekte und neue Radwege zu schaffen.
Beispiele:
- In Floridsdorf wurde die Schleifgasse auf 3.000 Quadratmetern entsiegelt und 18 neue Bäume gepflanzt. Neue Radwege entstanden unter anderem in der Floridsdorfer Hauptstraße, Leopoldauer Straße, Prager Straße und Angerer Straße.
- In der Donaustadt wurden seit 2022 rund 14 Kilometer neue Radwege gebaut. Die Wagramer Straße ist nun Teil des ersten "Mega-Radhighways" Wiens mit einem neuen Straßenpark.
- In Hietzing wurde die Altgasse zur Begegnungszone mit 19 neuen Bäumen umgestaltet.
- In Liesing entstanden breite Radwege, zum Beispiel in der Wohnparkstraße und der Auer-Welsbach-Straße, sowie neue direkte Radverbindungen.
Radweg-Offensive Liesing
Die Digitalisierung der Parkraumüberwachung hilft nicht nur bei der effizienteren Kontrolle, sondern bringt mehr Lebensqualität für alle Menschen in Wien.


