Feldhamster als Stadtbewohner

Feldhamster in einer Wiese

Der Europäische Feldhamster (Cricetus cricetus) ist ein klassischer Kulturfolger. Er fand sich in der Feldflur über lange Zeit gut zurecht. Doch seine ursprünglichen Lebensräume werden immer knapper. So beginnt er nun auch die Stadt zu erobern. Dabei ist er sehr anpassungsfähig. Nicht nur morgens und abends begegnet man dem kleinen Nager. "Städtische" Hamster verlassen oft auch tagsüber ihre Höhle unter der Erdoberfläche, um nach Nahrung zu suchen. Grüne Pflanzenteile, Beeren und Früchte fressen sie besonders gern. Diese finden sie teilweise in Parks, bei Wohnhausanlagen, in Kleingärten oder auf Friedhöfen. Auch fleischige Kost wie Insekten, Kleinsäuger und Würmer stehen auf ihrem Speiseplan.


Feldhamster sind bedroht

In West- und Mitteleuropa sind die Feldhamsterbestände stark zurückgegangen. Deshalb zählen Feldhamster zu den streng geschützten Tierarten. Sie werden in der "Roten Liste" als gefährdet eingestuft. Früher wurde der Feldhamster als "Erntedieb" von Hamsterfängern verfolgt, die dafür ein stattliches "Kopfgeld" kassierten. Umso erfreulicher ist, dass Feldhamster aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit zunehmend auch urbane Lebensräume erobern. Studien an einer Wiener Population zeigten, dass sich die Tiere an Stadt und Menschen gewöhnt haben.

Machen wir uns bewusst, dass die Großstadt Lebensraum für Menschen und Tiere in gleichem Maße ist.

Haben Sie ein Wildtier in einer Notlage entdeckt, aus der es sich selbst nicht mehr befreien kann (z.B. wenn ein Tier in einen Schacht gestürzt ist), melden Sie dies bitte der Feuerwehr unter der Telefonnummer 122 oder der Polizei unter der Telefonnummer 133.

Lebensraum Wien

Die Karte zeigt einen Überblick über die Population des Feldhamsters in den Wiener Bezirken 10, 11, 21 und 22. In der Karte ist die Populationsdichte in Flächen mit niedrigem, mittlerem und hohem Hamstervorkommen dargestellt.

Karte der Feldhamster in Wien - Bezirke 10, 11, 21, 22: 6 MB PDF

Wehrhafte Baumeister

Feldhamster sind mutig und stellen sich wehrhaft jeder Gefahr. Dabei blasen sie ihre Backentaschen auf und fauchen unüberhörbar laut. In den meisten Fällen hat der Feldhamster mit seiner Taktik auch Erfolg. Seine Feinde überlegen es sich gut, ihn anzugreifen, und flüchten oft erschreckt.

Die Feldhamster ziehen sich im Herbst in ihre Bauten zurück. Vorräte für die lange kalte Zeit sammeln sie während ihrer aktiven Periode, im Frühjahr, Sommer und in den frühen Herbstmonaten. Steigen die Außentemperaturen wieder an, wagen sich auch die Hamster aus ihren Winterquartieren. Sie beginnen sogleich mit der Fortpflanzung. Feldhamster sind polygyn, das heißt, dass sich ein Männchen mit mehreren Weibchen paart. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass ein Weibchen drei bis vier Würfe pro Saison großziehen kann. Es bringt maximal fünf Junge zur Welt. Unter den richtigen Bedingungen sind Feldhamster äußerst fruchtbar.

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Wiener Umweltschutzabteilung (Magistratsabteilung 22)
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