Pflege und Bewirtschaftung der Lobau

Forstarbeiter bei der Arbeit

Die Lobau, als Teil des Nationalparks Donau-Auen, wird vom Forst- und Landwirtschaftsbetrieb (MA 49) nationalparkkonform betreut. Durch spezielle Maßnahmen soll die nachhaltige ökologische Funktionsfähigkeit und die natürliche Entwicklung des Auenökosystems gewährleistet werden. Die wichtigsten Ziele sind die Erhaltung wertvoller Lebensräume sowie ein umfassender Schutz der Tier- und Pflanzenarten.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen richten sich nach dem Wiener Nationalparkgesetz. Dieses ist den europäischen Rechtsbestimmungen (Natura 2000) angepasst. Nach dem Wiener Nationalparkgesetz werden im Nationalpark Lebensräume mit ähnlichen Eigenschaften in Zonen ausgewiesen. Im Bereich Lobau erfolgt eine genaue örtliche Abgrenzung der Lebensräume: Naturzonen werden von Naturzonen mit Managementmaßnahmen unterschieden.

Umsetzung der Naturschutzziele - Naturraummanagement

Naturzonen

Blumenwiese

Die ausgewiesenen Naturzonen sind für die Erhaltung des Ökosystems Au von zentraler Bedeutung. Es handelt sich um ökologisch hochsensible Bereiche. Deshalb ist ein besonders strenges Schutzniveau dafür festgelegt. Ziel ist die Erhaltung beziehungsweise die Wiederherstellung natürlicher Lebensräume. In den Waldbeständen wird eine naturnahe bis natürliche Entwicklung gefördert. Alle selbsterhaltenden Lebensräume sollen auf Dauer der Natur überlassen werden. Dazu zählen Auwaldgesellschaften, Gewässer- und Uferbereiche. Es gibt keine grundsätzlichen Maßnahmen. Der Forstbetrieb der Stadt Wien fällt gegebenenfalls aus Sicherheitsgründen Bäume entlang von Wegen.

Naturzonen mit Management

Forstarbeiter mit Traktor

Naturzonen beinhalten durch traditionelle Bewirtschaftung entstandene Waldbereiche, Wiesen und Trockenstandorte. Diese können nur durch regelmäßige Pflege erhalten werden. Dazu zählen etwa die Mahd oder die Entnahme von Sträuchern. Ziel ist die Erhaltung und Förderung der natürlichen bis naturnahen Entwicklung von Heißländen, Wiesen, Waldbeständen, Gewässern und ihren Verlandungsgesellschaften und Sukzessionsflächen. Der Forst- und Landwirtschaftsbetrieb führt verschiedene Pflege-Maßnahmen durch.

Lebensraum Donau-Auen

Außenzonen im Nationalpark

Die Landwirtschaft ist eine Bewirtschaftungsform in der Außenzone des Nationalparks. Die Äcker der Lobau haben seit der Schenkung Maria Theresias an den Bürgerspitalfonds der Stadt Wien große Bedeutung. Mit den Erträgen wurden Waisen-, Witwen- und Krankenhäuser versorgt. Auch während und nach den Kriegsnotzeiten wurde die Grundversorgung der Stadt Wien (Kinderausspeisung) gewährleistet.

Seit der Erklärung zum Nationalpark wird die Bewirtschaftung der Äcker nach biologischen Richtlinien betrieben. Die landwirtschaftliche Nutzung ist bis zum Jahr 2027 befristet. Danach sind Maßnahmen der Landwirtschaft nur noch für Naturschutzzwecke zulässig.

Weitere Maßnahmen in den Außenzonen betreffen die Schifffahrt, die gewährleistet sein muss, und die Grundwasserwerke. Die Lobau ist ein bedeutender Grundwasserspeicher. Die Grundwasserspeicher der Lobau können in Krisenzeiten, zum Beispiel bei Trockenheit, verwendet werden. Das Grundwasser kann in das Trinkwassersystem eingespeist werden.

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