- Generalsanierung des Gebäudes
- Umstellung auf Erdwärmepumpen für Heizen, Kühlen und Warmwasserbereitung
- Photovoltaikanlage liefert grünen Strom für den laufenden Betrieb und die Bewohner*innen


Das Haus Sarepta der Ordensgemeinschaft der Missionsschwestern vom Heiligsten Erlöser wurde erstmals 2018 in einem Stiegenhaus teilsaniert und auf E-Herde umgestellt. Von Februar 2022 bis Juli 2023 wurde das gesamte Haus generalsaniert. Statt betreutem Wohnen mit Einzelzimmern und Gemeinschaftsräumen gibt es jetzt zeitgemäße Einzelwohnungen. Das Dachgeschoß wurde ausgebaut und Balkone wurden errichtet. Die thermische Generalsanierung umfasste einen Fenstertausch sowie die Dämmung der Gebäudehülle, der obersten Geschoßdecke und der Kellerdecke. Während der Baumaßnahmen stand das Haus leer. Für die bereits vor der Sanierung im Gebäude lebenden Ordensgemeinschaftsmitglieder wurden in der Zeit des Umbaus Ersatzwohnungen organisiert.
Die neuen Wohneinheiten sind zum Teil weiterhin von den Ordensschwestern selbst bewohnt, jedoch neuerdings auch von freien Mieter*innen. Das Gebäude bietet weiterhin Gemeinschaftsräume für alle Bewohner*innen. Bewusst hat man sich gegen einen Anbau oder zusätzlichen Neubau entschieden, um die Grünflächen des Grundstücks zu erhalten. Für die Ordensgemeinschaft war früh klar, dass eine Umstellung der zentralen Gasheizung auf erneuerbare Energien im Vordergrund stehen sollte. Hierfür haben sich 3 der Ordensschwestern professionelle Planer*innen und Architekt*innen zu Hilfe geholt und sich für 2 Erdwärmepumpen in Kombination mit einer Photovoltaikanlage entschieden. Bei der Auswahl der Auftragnehmer*innen war die gemeinschaftliche Umsetzung und das Einbeziehen der zuvor bautechnisch weniger affinen Ordensschwestern ein wesentlicher Aspekt. Die 2 Wärmepumpen mit einer Leistung von insgesamt circa 86 kW werden im gesamten Gebäude zum Heizen und für die Warmwasserbereitung genutzt. Aufgrund der Entkernung des gesamten Gebäudes wurde die Leitungsführung neu geplant. Für die Zentralisierung konnten großteils bestehende Durchbrüche in allgemeinen Gangbereichen oder Begegnungszonen genutzt werden. Neue Durchbrüche wurden je nach Notwendigkeit in unmittelbarer Nähe von neu geschaffenen Nasszellen hergestellt. Die Wärmepumpen sowie ein Pufferspeicher mit 1.500 Liter Kapazität und ein Warmwasserspeicher von 800 Litern stehen im neu geschaffenen Technikraum im Erdgeschoß. Im Sommer können die Wohnungen über die Fußbodenheizung zudem gekühlt werden. Außenjalousien auf der Südseite schützen zusätzlich vor Hitze.
Die Bohrungen der Tiefensonden fanden im Garten auf der Rückseite des Gebäudes statt. Insgesamt wurden 9 Tiefensonden zu je 140 Metern positioniert und zentral zusammengeführt. Sichtbar ist nur noch ein Schachtdeckel. Die Photovoltaikanlage am Dach mit circa 47-kWp-Leistung versorgt die 2 Wärmepumpen mit Strom. Der Wechselrichter der Photovoltaikanlage wurde aufgrund von Geräuschen am Dach platziert. Abgerechnet werden die Heiz- und Stromkosten nach Quadratmetern. Dies ist möglich, da die Standards und damit die Abrechnungsmöglichkeit eines Wohnheims weiterhin gelten, obgleich die Wohnnutzung nach der Sanierung keine "klassische" Heimnutzung darstellt. Für das Projekt wurde das Haus Sarepta mit einem Anerkennungspreis des kirchlichen Umweltpreises 2023 bedacht.
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