Mähen von Unterwasserpflanzen in der Alten Donau

  • 2021 wurden insgesamt rund 1.900 Tonnen Wasserpflanzen aus der Alten Donau geholt.
  • 2021 waren die Mähboote aufgrund des kalten Frühjahrs und des geringeren Pflanzenwachstums erst ab Mai großflächig auf der Alten Donau unterwegs. Die Mäharbeiten wurden Anfang Oktober beendet.
  • Bereits seit 2003 werden die Unterwasserpflanzen in der Alten Donau im Auftrag der Stadt Wien gemäht.
  • So können Gäste ungestört baden, E-Boote und Ruderboote können uneingeschränkt fahren.
  • Seit 2018 starten die Mähboote in der Regel im März und sind bis Oktober im Einsatz.
  • Im Vollbetrieb sind insgesamt 25 Mäh-Boote im Einsatz, davon 15 Amphibien-Mähboote, Sammel-Motorboote und weitere Begleitboote.
  • Die Boote sind bei Bedarf auch auf der Neuen Donau, am Mühlwasser und in der Kuchelau tageweise im Einsatz.

Video: Sima präsentiert neues Mähmanagement

Unterwasserpflanzen sorgen für die gute Wasserqualität in der Alten Donau. Bei Badegästen sowie Bootsbesitzer*innen sind sie trotzdem unbeliebt.

Die in der Alten Donau vorherrschende Unterwasserpflanze ist das hochwüchsige Ährige Tausendblatt. Dieses wächst bis an die Wasseroberfläche, dadurch verheddern sich die Pflanzenteile leicht in den Schrauben der Bootsmotoren, behindern die Ruder*innen und "kitzeln" die Schwimmer*innen an Bauch und Beinen.

Unterwasserpflanzen in der Alten Donau

Wachstum der Pflanzen

Das Wachstum der Unterwasserpflanzen in der Alten Donau unterliegt jährlichen Schwankungen. In den vergangenen 10 Jahren zeigte sich eine starke Tendenz nach oben.

Mähboot
  • Die Mähboote waren früher nur wenige Monate während der Saison im Einsatz. Seit 2014 muss fast das ganze Jahr über gemäht werden.
  • 2012 wurden in der gesamten Saison rund 72 Tonnen Pflanzen gemäht. 2016 waren es bereits 30-mal so viel (2.100 Tonnen). Im Rekordjahr 2018 waren es 3.350 Tonnen.
  • Während in den Jahren 2019 und 2020 jeweils 2.700 bzw. 2.600 Tonnen gemäht wurden, ging das Pflanzenwachstum 2021 zurück und betrug nur 1.900 Tonnen.

Neues Mähmanagement seit 2018

Mähgut wird am Ufer mit Kran abgeladen

Aufgrund dieser Entwicklung haben die Expert*innen der Stadt Wien das Mähmanagement auf der Alten Donau auf neue Beine gestellt.

Seit 2018 übernimmt die Stadt das Mähen selbst mit eigenem Personal und eigenen neuen Mähbooten. Unterstützt wird sie von externen Partner*innen. Zwischen 35 und 40 Mitarbeiter*innen sind in der Hauptsaison täglich im Mäheinsatz auf der Alten Donau unterwegs.

Neue Amphibien-Mähboote

  • Die neuen Mähboote mähen bis zu 2,5 Meter tief.
  • Die Boote können entweder mit Mähwerken oder mit Rechen zum Einsammeln des Mähguts ausgestattet werden.
  • Sie können in schwerer zugänglichen Bereichen mähen.
  • Sie fahren mittels Raupenantrieb an Land zu ihren Standplätzen zurück.
  • Sammel-Motorboote begleiten die Amphibien-Mähboote und laden das Schnittgut an Sammelstellen am Ufer ab.
  • Von dort wird es abgeholt und zum Kompostwerk Lobau gebracht.
  • Dort wird es zu Bio-Kompost verarbeitet, der als Erde Guter Grund bei den Wiener Mistplätzen erhältlich ist.
  • Täglich werden zwischen 5 und 11 Hektar mit Pflanzensperren abgesperrt und gemäht. Dank der Sperren wird das Schnittgut nicht vom Wellengang abgetrieben.

Einsatz von Taucher*innen

Seit 2018 werden begleitend zu den Amphibien-Mähbooten Taucher*innen für die Feinarbeiten in der Alten Donau eingesetzt. Sie schneiden in ufernahen, seichten Bereichen die Unterwasserpflanzen händisch. Das betrifft zum Beispiel die Bereiche zwischen den Stegen der Bootsverleihe.

Mähfreie Schonzonen

In wenig genutzten ufernahen Zonen wurden 2019 neue, größere Schonzonen geschaffen, in denen nicht gemäht wird. So werden die Unterwasserpflanzen in manchen Bereichen bewusst geschont und Fische können die Bereiche als Laichplätze und Rückzugsgebiet nutzen. Die Schonzonen sind mit roten Bojen und Hinweistafeln gekennzeichnet.

  • Schonzonen Obere Alte Donau: 3 größere Schonzonen zwischen ArbeiterInnenstrand und Strandbad Alte Donau; 4 kleinere am Nordbahndamm, beim Sportbad des ASV, beim Birnersteig nahe dem Dragonerhäufel und beim Angelibad
  • Schonzonen Untere Alte Donau: entlang des nördlichen, östlichen und südlichen Ufers des Gänsehäufels, am südlichen Ende der Alten Donau und eine kleinere Schonzone im Kaiserwasser

Wissenschaftliche Begleitung

Das Wachstum der Makrophyten wird von Gewässerbiolog*innen regelmäßig und intensiv beobachtet. Die ersten Messungen erfolgen bereits im Jänner und werden in der Hauptsaison wöchentlich fortgeführt. Dabei werden unter anderem Echolot-Sondierungen vorgenommen, bei denen die Unterwasserpflanzen mittels Schallwellen geortet werden. Auf Basis der gesammelten Daten können genaue digitale Mähpläne erstellt werden.

Die Mähboote sind mit GPS, Computern und dazugehöriger Spezial-Software ausgestattet. Durch die Kombination von GPS mit den Echolot-Aufnahmen lassen sich die notwendigen Mähbereiche exakt bestimmen.

Mähmanagement seit Anfang der 2000er-Jahre

Zu Beginn der 2000er-Jahre entwickelte die Stadt Wien einen Mäh- und Bewirtschaftungsplan für die Unterwasserpflanzen.

Das Konzept sieht folgende Maßnahmen vor:

  • Gezieltes Mähen
    • Boots- und Badebetrieb können ungestört ablaufen
    • Abgeschnittene Pflanzen werden aus dem Wasser entfernt und Überdüngung damit verhindert
    • Pflanzenbestände werden nicht beschädigt
    • Gleichgewicht des Gewässers wird nicht beeinträchtigt
  • Ansiedlung von niederwüchsigen Unterwasserpflanzen
    • Mähaufwand verringert sich
    • Artenvielfalt der Unterwasserpflanzen wird erhöht

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