Mähen von Unterwasserpflanzen in der Alten Donau

  • Im Vollbetrieb sind insgesamt 25 Boote zum Mähen der Unterwasserpflanzen im Einsatz, davon 13 Amphibien-Mähboote, Sammel-Motorboote und weitere Begleitboote.
  • So können Gäste ungestört baden, E-Boote und Ruderboote können uneingeschränkt fahren.
  • Gemäht wird in einer Tiefe von bis zu 2,5 Metern.
  • Täglich wird eine Fläche von 5 bis 11 Hektar gemäht.
  • Seit März 2019 wurden bereits 1.000 Tonnen Pflanzen gemäht. 2018 waren es insgesamt 3.350 Tonnen.
  • 2019 wurden die Schutzzonen, in denen nicht gemäht wird, ausgeweitet.
  • Bereits seit 2003 werden die Unterwasserpflanzen in der Alten Donau im Auftrag der Stadt Wien gemäht.

Video: Sima präsentiert neues Mähmanagement

Unterwasserpflanzen sorgen für die gute Wasserqualität in der Alten Donau. Bei Badegästen sowie Bootsbesitzerinnen und Bootsbesitzern sind sie trotzdem unbeliebt.

Die in der Alten Donau vorherrschende Unterwasserpflanze ist das hochwüchsige Ährige Tausendblatt. Dieses wächst bis an die Wasseroberfläche, dadurch verheddern sich die Pflanzenteile leicht in den Schrauben der Bootsmotoren, behindern die Ruderinnen und Ruderer und "kitzeln" die Schwimmerinnen und Schwimmer an Bauch und Beinen.

Unterwasserpflanzen in der Alten Donau

Rasantes Wachstum der Pflanzen

Ein massiver Anstieg des Pflanzenwachstums in den letzten Jahren stellt eine große Herausforderung für das Mähmanagement der Stadt Wien dar.

Ein Mann zieht abgemähte Unterwasserpflanzen von einem Boot an Land.
  • Die Mähboote waren früher nur wenige Monate während der Saison im Einsatz.
  • Seit 2014 muss fast das ganze Jahr über gemäht werden.
  • 2013 wurden in der gesamten Saison rund 72 Tonnen Pflanzen gemäht. 2016 waren es bereits 30-mal so viel (2.100 Tonnen). Im Rekordjahr 2018 waren es 3.350 Tonnen.

Neues Mähmanagement 2018

Mähboote fahren auf der alten Donau

Aufgrund dieser Entwicklung haben die Expertinnen und Experten der Stadt Wien das Mähmanagement auf der Alten Donau auf neue Beine gestellt.

Seit 2018 übernimmt die Stadt das Mähen selbst mit eigenem Personal und eigenen neuen Mähbooten. Unterstützt wird sie von externen Partnerinnen und Partnern.


Neue Amphibien-Mähboote

  • Die neuen Mähboote mähen bis zu 2,5 Meter tief.
  • Sie können in schwerer zugänglichen Bereichen mähen.
  • Sie fahren mittels Raupenantrieb an Land zu ihren Standplätzen zurück.
  • Sie mähen und sammeln die abgeschnittenen Pflanzen. Sammel-Motorboote begleiten die Mähboote und laden das Schnittgut an Sammelstellen am Ufer ab.
  • Von dort wird es abgeholt und zum Kompostwerk Lobau gebracht.
  • Dort wird es zu Bio-Kompost verarbeitet, der als Erde Guter Grund bei den Wiener Mistplätzen erhältlich ist.
  • Täglich werden zwischen 5 und 11 Hektar mit Pflanzensperren abgesperrt und gemäht. Dank der Sperren wird das Schnittgut nicht vom Wellengang abgetrieben.

Einsatz von TaucherInnen

Seit 2018 werden begleitend zu den Amphibien-Mähbooten Taucherinnen und Taucher in der der Alten Donau eingesetzt. Sie schneiden in ufernahen, seichten Bereichen die Unterwasserpflanzen händisch. Das betrifft zum Beispiel die Bereiche zwischen den Stegen der Bootsverleihe. Auch 2019 sind Taucherinnen und Taucher während der gesamten Saison für die Feinarbeiten am Ufer und in den Stegbereichen im Einsatz.

Mähfreie "Schonzonen" seit 2019

In wenig genutzten ufernahen Zonen wurden heuer Schonzonen geschaffen, in denen nicht gemäht wird. So bleibt die gute Wasserqualität erhalten und Fische können die Bereiche als Laichplätze und Rückzugsgebiet nutzen. Die Schonzonen sind mit roten Bojen und Hinweistafeln gekennzeichnet.

  • Schonzonen Obere Alte Donau: 3 größere Schonzonen zwischen ArbeiterInnenstrand und Strandbad Alte Donau; 4 kleinere am Nordbahndamm, beim Sportbad des ASV, beim Birnersteig nahe dem Dragonerhäufel und beim Angelibad
  • Schonzonen Untere Alte Donau: entlang des nördlichen und des südlichen Ufers des Gänsehäufels, am südlichen Ende der Alten Donau und eine kleinere Schonzone im Kaiserwasser

Wissenschaftliche Begleitung

Das Wachstum der Makrophyten wird von Gewässerbiologinnen und -biologen während des Sommerhalbjahres regelmäßig beobachtet. Dabei werden unter anderem Tauchgänge mit Echolot-Sondierungen vorgenommen, bei denen die Unterwasserpflanzen mittels Schallwellen geortet werden. Auf Basis der gesammelten Daten können genaue digitale Mähpläne erstellt werden. In der Haupt-Saison werden wöchentlich Echolot-Sondierungen durchgeführt.

Die Mähboote sind mit GPS, Computern und dazugehöriger Spezial-Software ausgestattet. Durch die Kombination von GPS mit der digitalen Tiefenkarte der Alten Donau lässt sich die notwendige Mähtiefe exakt bestimmen.

Mähmanagement seit Anfang der 2000er-Jahre

Zu Beginn der 2000er-Jahre entwickelte die Stadt Wien einen Mäh- und Bewirtschaftungsplan für die Unterwasserpflanzen.

Das Konzept sieht folgende Maßnahmen vor:

  • Gezieltes Mähen
    • Boots- und Badebetrieb können ungestört ablaufen
    • Abgeschnittene Pflanzen werden aus dem Wasser entfernt und Überdüngung damit verhindert
    • Pflanzenbestände werden nicht beschädigt
    • Gleichgewicht des Gewässers wird nicht beeinträchtigt
  • Ansiedlung von niederwüchsigen Unterwasserpflanzen
    • Mähaufwand verringert sich
    • Artenvielfalt der Unterwasserpflanzen wird erhöht

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