Sektion VII - Hauptfeuerwache Floridsdorf, Gruppenwachen Am Spitz und Strebersdorf

Hauptfeuerwache Floridsdorf

Luftansicht der weitläufigen Wache, mehrere verbundene Gebäude, in der Mitte ein Innenhof

Zum Zeitpunkt der Eröffnung im Jahr 1996 war die Hauptfeuerwache Floridsdorf in der Josef Brazdovics-Straße 4 das modernste Feuerwehrgebäude Europas.

Im eigentlichen Wachegebäude mit Fahrzeughallen, Büros, Aufenthalts- und Schulungsräumen gibt es auch einen modernen Turnsaal und einen Sportraum für die Erhaltung der Fitness der Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen.

Im Untergeschoss befinden sich die Körperschutzwerkstätte, die Schlauchpflegeanlage, das Katastrophenlager und die Oldtimersammlung der Berufsfeuerwehr.

Fahrzeuge

Neben den Fahrzeugen der Löschbereitschaft befinden sich noch Sonderfahrzeuge wie ein Großtanklöschfahrzeug, eine Teleskopmastbühne, ein Kranfahrzeug sowie zahlreiche Wechselaufbauten auf der Hauptfeuerwache Floridsdorf.

Feuerwehrausbildungszentrum

Nach einer Erweiterung und Adaptierung der bereits vorhandenen Infrastruktur für die theoretische und praktische Ausbildung dient die Hauptfeuerwache Florisdorf auch als Standort des Feuerwehrausbildungszentrums.

Im Osten des Wachegeländes befindet sich das Brandhaus. Es hat eine Grundfläche von 25 mal 34 Meter und eine Höhe von circa 20 Meter und ist in einen sogenannten "Schmutzbereich" und einen "Reinbereich" unterteilt.

"Schmutzbereich"

Im "Schmutzbereich" befindet sich der Brandraum, in welchem Flüssigkeitsbrände und Feststoffbrände entzündet und die entstandenen Rauchgase mit einer Rauchgasreinigungsanlage gereinigt werden können. Das Abdrängen einer Gasflamme, Fettbrandexplosionen und viele weitere Situationen können hier nachgestellt werden. In einem Übungs-Container wird ein Flash-Over - damit ist das Durchzünden von heißen Rauchgasen und die schlagartige Brandausweitung in einem Brandraum gemeint - simuliert und die Bekämpfung unter Atemschutz trainiert.

"Reinbereich - Haus im Haus"

Im "Reinbereich" befindet sich ein sogenanntes "Haus im Haus"-System, also ein Übungshaus mit einer Hausfassade, das von einem Übungsgebäude umschlossen ist. Ein Stiegenhaus verbindet die vier Ebenen, in denen sowohl eine Trockensteigleitung als auch eine Nasssteigleitung eingebaut sind. Weiters ist in diesem Haus eine gasbetriebene Feuerlöschübungsanlage untergebracht, mit welcher einzelne standardisierte Einsätze wie Gasbrand, Zimmerbrand, Kellerbrand oder Werkstättenbrand simuliert werden können. Die dafür extra geschaffenen engen, dunklen und im Training verrauchten Räume sind dafür ideal.

Weitere Übungsmöglichkeiten

Weiters bietet das Brandhaus noch zahlreiche Übungsmöglichkeiten für die Höhenretter. In der Körperschutzübungsstrecke können Schadstoffunfälle nachgestellt und trainiert werden. Alle Feuerwehreinsatzkräfte Wiens nehmen regelmäßig an den praktischen Schulungen im Brandhaus und in der Schadstoff- und Körperschutzübungstrecke teil.

Geschichte

Die Feuerwache Floridsdorf wurde in den Jahren 1993 bis 1996 in der Josef-Brazdovics-Straße, benannt nach dem Feuerwehrmann und Widerstandskämpfer, errichtet. Die Eröffnung erfolgte durch den Wiener Bürgermeister Dr. Michael Häupl und Branddirektor DI Dr. Friedrich Perner am 2. Oktober 1996.

Der ausgeführte Bau befindet sich auf einer Fläche von rund 14.000 Quadratmeter und wurde nach Plänen des Architekten Eduard Neversal gebaut. Dieses Projekt gewann wegen der Vereinigung von gewollter moderner Architektur und Design mit gewünschter Funktionalität den Architektenwettbewerb. Das Farbkonzept, welches bei diesem Bau angewandt wurde, zeigt die Fenster, Tore und Verblechungen in dem für Feuerwehrautos üblichen Rot. Die übrigen Gebäudeteile sind grau und silberfarben. Am selben Gelände wurde auch eine Rettungsstation errichtet.

Gruppenwache Am Spitz

Blick auf den Garagenbereich der gelb gestrichenen Wache mit vier großen Toren

Die Gruppenwache in der Weisselgasse 3 in Floridsdorf ist der Brandschutzsektion VII zugeordnet und dient auch als Stützpunkt des Katastrophenhilfsdienstes und der Feuerwehrjugend. Sie ist mit einem Hilfeleistungslöschfahrzeug besetzt.

Geschichte

Die Gruppenwache Am Spitz wurde 1924 als Hauptfeuerwache Floridsdorf in der damaligen Kretzgasse erbaut. In den Jahren 1928 bis 1931 wurde das Gebäude umgebaut und wesentlich erweitert. Am 5. Februar 1946 wurde die Kretzgasse in Erinnerung an den Wachkommandanten Ing. Georg Weissel in Weisselgasse umbenannt.

Kriegsschäden und Modernisierung

Auch diese Wache wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bomben schwer beschädigt. Bei den tragischen Bombenangriffen am 13. und 16. Oktober 1944 verloren vier Feuerwehrmänner ihr Leben. Im Zuge des Wiederaufbaus im Jahr 1947 wurde am Wachegelände ein dreigeschossiger Steigerturm errichtet. Weitere Modernisierungen wurden in den Jahren 1971 und von 1978 bis 1979 durchgeführt.

Neue Funktion

Als im Jahr 1996 die neue Hauptfeuerwache Floridsdorf in der Josef-Brazdovics-Straße eröffnet wurde, erhielt die Wache eine neue Funktion und wurde als Gruppenwache Am Spitz der Brandschutzsektion VII zugeordnet. In den Jahren bis 2002 wurde sie generalsaniert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht.

Gruppenwache Strebersdorf

Blick auf das Wachhaus mit seitlichem Turm, ein großes Garagentor

Der Gruppenwache Strebersdorf am Strebersdorfer Platz 1 in Floridsdorf steht ein Rüstlöschfahrzeug zur Verfügung.

Geschichte

Die Feuerwache Strebersdorf wurde 1928 erbaut und am 11. Januar 1929 in Dienst gestellt. Das freistehende dreigeschossige Wachegebäude mit dreistöckigem Übungsturm, welches bis in die Höhe des ersten Stockes mit Sichtziegeln gebaut ist, zeigt die Bauweise der damaligen Zeit. Nach vorliegenden Plänen aus dem Jahr 1939 hätte das Gebäude schließlich vergrößert werden sollen, was aber durch den Kriegsausbruch nicht mehr geschah.

Sanierung

Die am 13. Oktober 1944 entstandenen Kriegsschäden wurden nach dem Krieg rasch wieder behoben. Die erste große Sanierung fand dann im Jahr 1969 statt, eine umfassende Generalsanierung im Jahr 1990. Dabei konnte sowohl für die Mannschaft als auch in der Fahrzeughalle zusätzlicher Platz geschaffen werden.

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