Frauenarmut und soziale Sicherheit

Frauen sind im Vergleich zu Männern besonders armutsgefährdet. Armut ist aber nicht einfach "weiblich", sondern hat wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen als Ursachen.

Neben Alleinerzieherinnen sind auch Pensionistinnen, alleinlebende Frauen, Frauen mit Beeinträchtigung und Migrantinnen stärker von Armut bedroht.

Zwei Frauen mit Hunden

Teilzeit- und Care-Arbeit als Armutsfalle

Frauen verdienen weniger als Männer - im österreichweiten Durchschnitt um 27,9 Prozent. Ein Grund dafür ist die hohe Teilzeitquote von Frauen. Sie arbeiten oft entweder in Teilzeit oder sind geringfügig angestellt, um auch unbezahlte Haushalts- und Pflegearbeiten (Care-Arbeiten) erledigen zu können. Die Schwierigkeit, Beruf und Familie zu vereinbaren, spüren vor allem Alleinerzieherinnen, die ständig einer Doppelbelastung ausgesetzt sind.

Schlechtere Bezahlung

Teilzeit ist nicht der einzige Grund für den Einkommensunterschied. Auch, wenn nur Verdienste aus Vollbeschäftigung verglichen werden, verdienen Frauen im österreichweiten Durschnitt 19,3 Prozent weniger als Männer.

Mädchen entscheiden sich immer noch häufig für Berufe in schlechter bezahlten Branchen, wie Friseurin, Verkäuferin oder Sekretärin und arbeiten in schlechter bezahlten Positionen. Das bedeutet für viele ein Einkommen, von dem sie alleine nicht leben können.

Mit der Zunahme von atypischen Beschäftigungsformen und Teilzeitbeschäftigung sind daher vermehrt berufstätige Frauen armutsgefährdet.

Einkommensungleichheit zwischen Frauen und Männern

Unterbrechung der Erwerbstätigkeit

Frauen müssen ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von Kinderbetreuungspflichten oft unterbrechen. Diese Unterbrechungen sowie niedrige Löhne, Teilzeitbeschäftigungen und Abhängigkeit vom Partnereinkommen wirken sich auf den Pensionsanspruch und die Höhe der Pensionszahlungen aus. Daher sind Frauen auch im Alter oft nicht ausreichend abgesichert.

Auf diese Pensionsungleichheit zwischen Frauen und Männern weist der jährliche Equal Pension Day hin.

Auch beim Bezug von Arbeitslosengeld sind Frauen schlechter gestellt, da dessen Höhe sich ebenfalls nach dem Erwerbseinkommen richtet.

Frauenarmut entgegenwirken

Entlastungen in den Bereichen familiäre Pflege, Kinderbetreuung und Hausarbeit sowie die vermehrte Beteiligung von Männern an diesen Aufgaben stellen neben familiengerechten Rahmenbedingungen in Unternehmen Voraussetzungen für die (Vollzeit-)Erwerbstätigkeit von Frauen dar. Somit sind sie wichtige Ansatzpunkte, um Frauenarmut entgegenzuwirken.

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