Wiens Bürgermeister Michael Ludwig setzt sich seit längerem für eine umfassende Reform des heimischen Gesundheitswesens ein. Ziel ist eine bessere und effizientere Versorgung. Im Jahreswechselinterview bei ORF-"Wien heute" trat Ludwig mit einem konkreten Vorschlag hervor, der aus seiner Sicht auf breite Zustimmung stoßen könnte. Kern des Vorschlags ist die Zusammenfassung zu 4 überregionalen Gesundheitsregionen. Wien würde etwa mit Niederösterreich und dem Nordburgenland zur "Gesundheitsregion Ost" zusammengelegt.
Ein zentraler Punkt der Reform ist die gemeinsame Planung, Finanzierung und Steuerung von Spitälern und dem niedergelassenen Bereich wie Ordinationen. Bisher seien diese Bereiche getrennt organisiert, was zu ineffizienten Abläufen führe. Viele Leistungen könnten außerhalb von Spitälern erbracht werden, wenn es dort ausreichende Angebote gäbe. Dadurch würden unnötige Spitalswege vermieden. Das Grundprinzip der Finanzierung des Modells laute: "Das Geld soll dorthin fließen, wo die Leistung tatsächlich erbracht wird."
Die Regionen sollen in Zukunft zusätzliche Kompetenzen erhalten, etwa bei Ausbildung, Prävention und Lenkung der Patient*innen über die Gesundheitsnummer 1450 nach dem Prinzip "digital vor ambulant vor stationär". Ludwig verwies dabei auf Wien als Vorbild: Die gemeinsame Planung von ambulanter und stationärer Versorgung habe dort bereits zu einer Verbesserung der kassenärztlichen Versorgung geführt. Dieses erprobte Modell solle nun rasch auf ganz Österreich übertragen werden.


