Die Wiener Stechmücken-Surveillance ist ein Instrument, das das Aufkommen von heimischen Gelsen und der neu eingewanderten Tigermücke an 11 Mess-Stellen in der Stadt in den Monaten Mai bis September ("Gelsensaison") erfasst.
Es handelt sich dabei um 24-stündige Punktmessungen beziehungsweise eine einwöchige Sammlung von Tigermücken-Eiern pro Monat. Gemeinsam mit Wetter-Daten und der Untersuchung der Stechmücken auf verschiedene Krankheitserreger kann das Übertragungsrisiko von Krankheitserregern abgeschätzt werden, insbesondere des West Nil-Virus (WNV). Mithilfe der Daten können auch notwendige Maßnahmen gesetzt werden.
WNV-Maßnahmenplan
Die Stechmücken-Surveillance ist ein wichtiger Teil des Wiener WNV-Maßnahmenplans, der sich in einem eigenen Zusatz-Dokument auch mit der Tigermücke beschäftigt.
Der WNV-Plan definiert folgende Maßnahmen:
- Zum Erkennen und zur Reduktion der Übertragungswahrscheinlichkeit von durch Stechmücken übertragenen Erkrankungen im öffentlichen Raum,
- Zur Förderung der Kompetenz der Bevölkerung zur Vermeidung von Brutstätten,
- Zum Selbstschutz vor Stichen
- Zur Eingrenzung und Unterbrechung von Übertragungswegen bei von Stechmücken übertragenen Infektionserkrankungen.
Der WNV-Plan legt die Zusammenarbeit der Magistratsabteilungen der Stadt Wien bei der Maßnahmen-Umsetzung fest.
Maßnahmen-Umsetzung
Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt in 3 Stufen:
- Aktionsstufe 0: vorbereitende Maßnahmen insbesondere Aktivierung der Surveillance
- Aktionsstufe 1: Erfassung der Übertragungswahrscheinlichkeit und Erkrankungsfälle sowie Infektionsverhütung durch Aufklärung zu Selbstschutz vor Stichen und Brutstätten-Vermeidung
- Für die Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen ist jede*r selbst im eigenen Verantwortungsbereich, z. B. (Klein)garten-/Balkon-Besitzer*in, Haus- und Liegenschaftsverwalter*in, zuständig.
- Die grundverwaltenden Magistratsabteilungen sind für öffentlichen Grund wie Parks zuständig.
- Der Gesundheitsdienst erhebt und unterstützt bei einzelnen in Wien erworbenen Infektionsfällen von Menschen.
Tipps zum Schutz gegen Stechmücken - Selbstschutz vor Mückenstichen und Brutstätten-Vermeidung
- Aktionsstufe 2: Management der Verbreitung von Infektionsfällen durch den Gesundheitsdienst der Stadt Wien bei gehäuften West-Nil-Virus-Erkrankungen, bei in Österreich erworbenen tropischen Erkrankungen und lokal begrenzte Stechmücken-Bekämpfungsmaßnahmen an erhobenen Ansteckungsorten