Die Studie "Queer in Wien II" wurde von 2024 bis 2025 vom Institut für Höhere Studien (IHS) im Auftrag und in Zusammenarbeit mit der Wiener Antidiskriminierungsstelle für LGBTIQ-Angelegenheiten (WASt) durchgeführt.
Zentrale Ergebnisse
Insgesamt nahmen 4.581 Personen an der Online-Befragung teil. Im Vergleich dazu: 2015 waren es 3.161 Personen.
Ergebnisse im Bereich Arbeitswelt
- 75 % aller Teilnehmenden sind am Arbeitsplatz out (2015: 60 %)
- 13 % aller Teilnehmenden sind am Arbeitsplatz gar nicht out (2015: 30 %)
- 19 % der Befragten waren von Diskriminierung am Arbeitsplatz betroffen (2015: 14 %)
- Betroffenheit bei Diskriminierung am Arbeitsplatz, wenn "teilweise out" 22 %, "nicht out" 21 %, "völlig out" 17 %
Ergebnisse im Bereich Schule und Ausbildung
- 40 % der Lehrkräfte sind vor Eltern und Schüler*innen out (2015: 5 % vor Eltern, 15 % vor Schüler*innen)
- 75 % der Schüler*innen, Studierenden, Lehrlinge und in Ausbildung befindliche Personen sind out (2015: 72 %)
- 60 % der Schüler*innen, Studierenden, Lehrlinge und in Ausbildung befindliche Personen berichten über positive, 20 % über dezidiert negative Erfahrungen
- 13 % der Befragten waren von Diskriminierung oder Gewalt betroffen (2015: 16 %)
Ergebnisse zum Thema Öffentlicher Raum
- 38 % der Teilnehmenden haben Diskriminierungs- oder Gewalterfahrungen im öffentlichen Raum gemacht (2015: 28 %)
- 31 % der Teilnehmenden haben sexualisierte Übergriffe bzw. sexuelle Gewalt erlebt (2015: 22 %)
Ergebnisse zur Lebenszufriedenheit
- Die Lebenszufriedenheit ist für die meisten Befragungsteilnehmer*innen in Wien gleich gut geblieben
- Viele der Befragungsteilnehmer*innen sind mit der Wiener Infrastruktur zufrieden und schätzen etwa die "Möglichkeit Partner*innenschaften zu finden" oder die "Anonymität der Großstadt"
Schlussfolgerungen
LGBTIQ-Personen sind trotz einer Reihe von rechtlichen Absicherungen in den vergangen 10 Jahren von Diskriminierung, Gewalt und Andersbehandlung betroffen, wobei es hier noch weiteren Handlungsbedarf gibt, etwa das "Levelling Up" im Antidiskriminierungsrecht. Es gibt positive Entwicklungen im Bereich der Ausbildung und in der Arbeitswelt, wo große Schritte in Richtung Offenheit gemacht wurden.
Die Zunahme von Übergriffen im öffentlichen Raum weist auf vermehrte Homo-, Bi-, Trans- und Interphobie hin.
Präsentation der Studie
Die Präsentation der ersten Studienergebnisse fand am 13. November 2025 im Rahmen der WASt-Fachkonferenz "Queer in Wien II" im Wappensaal des Wiener Rathauses statt.