Nachher-Untersuchung - Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung 2012/2013

Die ersten Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen, dass sich die Stellplatz- und Verkehrssituation deutlich verbessert hat.

Die im 1. bis 9. und 20. Bezirk sowie im nördlichen Teil des 15. Bezirks eingeführte flächendeckende Parkraumbewirtschaftung wurde in zwei Schritten (am 1. Oktober 2012 und am 1. Jänner 2013) auf den gesamten 15. Bezirk sowie auf große Teile der Bezirke 12, 14, 16 und 17 ausgeweitet. So wie bei den bisherigen Erweiterungen folgt auch der aktuellen Ausweitung eine Nachher-Untersuchung. Sie wurde von ZIS+P Verkehrsplanung durchgeführt.

Deutliche Verringerung der Stellplatzauslastung

Die Parkraumbewirtschaftung hat die Nachfrage nach Stellplätzen im Straßenraum stark reduziert. Die Auslastung hat in den bewirtschafteten Bezirken vormittags im Durchschnitt von 83 auf 60 Prozent abgenommen. Anwohnerinnen und Anwohner, Besucherinnen und Besucher, Kundinnen und Kunden sowie Lieferantinnen und Lieferanten finden nun wesentlich leichter einen Parkplatz.

Vergleich der Stellplatzauslastung am Vormittag vor und nach der Ausweitung in Prozent

Stellplatzauslastung, Erhebung vormittags, werktags von 9 bis 11 Uhr

Vergleich der Stellplatzauslastung am Abend vor und nach der Ausweitung in Prozent

Stellplatzauslastung, Erhebung abends, werktags von 20 bis 22 Uhr

Stellplatzauslastung (2011)

Stellplatzauslastung, vormittags 2011 (vorher)

Stellplatzauslastung (2013)

Stellplatzauslastung, vormittags 2013 (nachher)


Die Nachher-Untersuchung zeigt auch, dass in den Nachbarbezirken, in denen die Parkraumbewirtschaftung nicht eingeführt wurde, diese Verbesserungen nicht auftreten, sondern die Situation im Gegenteil tendenziell angespannter wurde.

Im 10., 11. und im 18. Bezirk ist die Stellplatzauslastung auf demselben hohen Niveau wie bei der Vorher-Untersuchung geblieben. Im 13. Bezirk ist die Auslastung - von einem tieferen Niveau ausgehend - deutlich angestiegen: vormittags von 76 auf 84 Prozent, abends von 65 auf 76 Prozent.

Verringerung der Autofahrten

Die Parkraumbewirtschaftung bewirkt ein Umsteigen vom Auto auf Bus und Bahn. An der Zählstelle Pressbaum der Westautobahn hat der Autoverkehr nach Wien in den Monaten Jänner bis August 2013 gegenüber demselben Zeitraum im Vorjahr um 7,45 Prozent beziehungsweise 1.000 Fahrzeuge pro Tag abgenommen. Die Park-and-ride-Anlagen in Wien und Niederösterreich werden vermehrt genutzt.

Die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung hat die Zahl der Pkw-Fahrten um ungefähr 8.000 Fahrten pro Werktag reduziert (Saldo aus verringerter Pkw-Fahrtenzahl insbesondere im Arbeitspendelverkehr und zusätzlichen Pkw-Fahrten im Einkaufs- und Erledigungsverkehr).

Balkendiagramm: Vergleich der Stellplatznachfrage am Vormittag 2011 und 2013

Entwicklung der Stellplatznachfrage werktags, vormittags von 9 bis 11 Uhr

Balkendiagramm: Auslastung der Kurzparkzonen- bzw. Dauerstellplätze von 20 bis 22 Uhr (Gegenüberstellung 2011 und 2013)

Entwicklung der Stellplatznachfrage werktags, abends von 20 bis 22 Uhr


Starke Reduktion der im Straßenraum abgestellten Fahrzeuge ohne Wiener Kennzeichen

Die Parkraumbewirtschaftung hat vor allem zu einem deutlichen Rückgang der Stellplatznachfrage mit Fahrzeugen ohne Wiener Kennzeichen geführt. Waren vorher am Vormittag 20 Prozent der vorhandenen Stellplätze von Fahrzeugen ohne Wiener Kennzeichen besetzt, sind es in der Nachher-Untersuchung nur mehr drei Prozent. Die Anzahl dieser Fahrzeuge konnte somit auf ein Siebentel des Vorher-Wertes verringert werden. In den Nachbarbezirken ohne Parkraumbewirtschaftung ist deren Anzahl hingegen weiter gestiegen.

Kreisdiagram: Parkberechtigungsarten an einem Werktag von 9 bis 11 Uhr Vormittag

Parkberechtigungsarten werktags, vormittags von 9 bis 11 Uhr

In den neuen Bewirtschaftungsgebieten haben rund drei Viertel der abgestellten Pkw ein BewohnerInnen-Parkpickerl. Acht Prozent parken mit Parkschein. Fünf Prozent zahlen die Parkgebühr per Mobiltelefon. Sechs Prozent haben eine Ausnahmegenehmigung für Betriebe oder Beschäftigte. Knapp ein Zehntel hinterzieht als Falschparkerin beziehungsweise Falschparker die Parkgebühr.


Starker Rückgang der verkehrsbehindernden Falschparkerinnen und Falschparker

Auch die verkehrsbehindernden Falschparkerinnen und Falschparker sind deutlich weniger geworden. Die Zahl der Fahrzeuge, die etwa im Kreuzungsbereich, auf Zebrastreifen, Gehsteigen, Radwegen oder in zweiter Spur abgestellt sind, konnte durch die Parkraumbewirtschaftung auf ein Fünftel reduziert werden.

Fazit

Die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung zeigt sowohl in den bewirtschafteten Bezirken als auch in den Nachbarbezirken jene verkehrlichen Wirkungen, die vorher erwartet wurden.

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Evaluierung der Auswirkung der Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung auf die Parkraumnachfrage

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