Wälder und Wiesen - Lebensraum Lainzer Tiergarten

Blick in Baumkronen

Die Wälder und Wiesen des Lainzer Tiergartens weisen selten gewordene Pflanzengemeinschaften auf. Hier leben viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Ihr Schutz und ihre Pflege sind von großer Bedeutung.

Wälder

Charakteristisch sind die imposanten Eichen- und Buchenwälder. Im Lainzer Tiergarten stand nicht die Holznutzung im Vordergrund, sondern der Tierbestand und die Jagd. Daher ist der Waldbestand teilweise über 400 Jahre alt. Heute werden diese Wälder bewusst geschützt und gepflegt.

Waldgesellschaften

  • Eichen-Hainbuchen-Wald (lichter Waldtyp)
    • Dieser Waldtyp kommt in tieferen Lagen vor.
    • Er besteht aus Eichen, Hainbuchen, seltenen Wildobstarten (Vogelkirsche, Elsbeere, Speierling) und Bodenpflanzen (Maiglöckchen, Leberblümchen).
    • Die alten, oft hohlen Eichenbäume sind der Lebensraum vieler Tiere (Spechte, Meisen, Fledermäuse, Käfer).
  • Zerreichenwald (Besonderheit des Lainzer Tiergartens)
    • Die Zerreiche war früher sehr beliebt, da ihre großen Eicheln ein hervorragendes Wildfutter sind.
    • Ein typischer Strauch dieser Wälder ist der Dirndlstrauch, der bereits ab März gelb blüht.
  • Bodensaurer Eichenwald
    • Bodensaure Wälder kommen auf nährstoff- und kalkarmem Gestein vor.
    • Der Boden ist mit auffallend viel Moos bedeckt. Es wachsen kaum Blütenpflanzen.
    • Die Eichen sind oft bizarr gewachsen und bleiben vergleichsweise klein.
  • Rotbuchenwald
    • In feuchteren und höheren Lagen des westlichen Tiergartens gibt es ein Rotbuchenwald-Vorkommen.
    • Im Sommer bilden die Buchen ein sehr dichtes Blätterdach, das kaum Licht zu den unteren Vegetationsschichten durchlässt. Deshalb sind hier kaum Sträucher und Bodenpflanzen vorzufinden.
    • Die dicke Schicht der abgefallenen Buchenblätter ist im Herbst und Winter der Lebensraum für Kleintiere.

Wiesen

Zahlreiche Wiesen des Wienerwaldes wurden trockengelegt oder mit Kunstdünger und Spritzmitteln behandelt. Im stadteigenen Wienerwald, und somit auch im Lainzer Tiergarten, wurde auf solche Eingriffe verzichtet. Daher blieben naturnahe Wiesen erhalten. Sumpfwiesen, Gräben und Tümpel sind wichtige Rückzugsgebiete für bedrohte Arten.

Pflanzengesellschaften

Breitblatt-Knabenkraut
  • Bunt blühende Trespen-Halbtrockenrasen mit Himmelschlüsseln, Karthäuser-Nelken, Knabenkräutern und Margeriten
  • Pfeifengras-Streuwiesen mit Lungen-Enzian, Weiden-Alant, Tausendgüldenkraut und Sumpfstendel
  • Kleine Heideflächen oder Bürstlingsrasen mit hohem Naturschutzwert

Wiesen - Schutz und Pflege

Das Umwühlen von Wiesenteilen durch die Wildschweine hat offene und lockere Böden zur Folge. Hier leben einige im übrigen Wienerwald großteils ausgestorbene Pflanzen (Kleinling, Sumpf-Ruhrkraut, Sumpfquendel). Zum Schutz und der Pflege dieser Wiesen wurde ein detaillierter Pflegeplan erstellt. Er legt fest, wann und wie oft eine Wiese gemäht wird und wann ein Einsatz von Kompost erfolgt.

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