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"Raus aus Gas"-Vorzeigeprojekt Arenberggasse

Vorgefertigte Fassadenmodule mit Heizleitungen und Dämmung bilden die Basis für die Heizungsumstellung eines Genossenschaftsgebäudes aus den 1970er-Jahren.

  • Sanierung eines Wohnhauses aus dem Jahr 1977 mit vorgefertigten Fassadenmodulen
  • Heizung mit zwei 12,8-kW-Luft-Wärmepumpen und einer 7,6-kW-Erdwärmepumpe
  • 1.000-Liter-Pufferspeicher
  • Wärmeabgabe über Bauteilaktivierung aus Fassadenmodulen und bestehende Heizkörper
  • Warmwasserbereitung mit E-Boilern in Wohnungen
  • 10,6-kWp-Photovoltaik-Anlage zur Stromproduktion
Wohngebäude mit Gerüst an der Fassade.

Bei dem Wohngebäude im 3. Bezirk werden neue Wege bei der thermischen Sanierung und der Heizungsumstellung beschritten. Um die Umsetzungsdauer zu verkürzen, wurde die Dämmung mit vorgefertigten Fassadenmodulen durchgeführt. Diese bestehen aus einem Holzrahmen, einer Dämmschicht sowie Leitungen für eine nachträgliche Bauteilaktivierung. Dadurch wird das Haus gedämmt und die Wärmeabgabe um eine Wandheizung erweitert. Die Sanierung mittels vorgefertigter Fassadenmodule und integrierter Bauteilaktivierung nimmt eine Vorreiterrolle für die serielle Sanierung in Österreich ein und ist Teil des Forschungsprojekts Renvelope.

Das typische Wohnhaus aus dem Jahr 1977 wurde vor der Sanierung dezentral mit Gasthermen in jeder Wohnung beheizt. Auch das Warmwasser wurde durch die Gasthermen bereitet. Die Wärmeabgabe erfolgte über Heizkörper. Der Heizwärmebedarf betrug vor der Sanierung 123 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Durch die umfassende thermische Sanierung konnte ein hervorragender Heizwärmebedarf von nur noch 19 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr erreicht werden. Grundlage dafür sind eine 16 Zentimeter dicke Mineralwolldämmung und eine 6 Zentimeter dicke Ausgleichsdämmung in den Fassadenmodulen. Die oberste Geschoßdecke und die Kellerdecke wurden mit einer Bauteilaktivierung versehen und entsprechend gedämmt. Die Fenster wurden bereits zuvor auf Wärmeschutzfenster umgerüstet.

Die Leitungen für die Bauteilaktivierung sind in den Fassadenmodulen integriert. Der Anschluss der Wohnungen an das neue Heizsystem erfolgt über die Kamine. Die neue Heizung besteht aus 2 Luft-Wärmepumpen mit einer Leistung von jeweils 12,8 Kilowatt sowie einer Erdwärmepumpe mit einer Leistung von 7,6 Kilowatt. Zu diesem Zweck wurden zwei 100 Meter tiefe Tiefensonden im Innenhof des Gebäudes gebohrt. Der neue Heizraum befindet sich im Keller. Neben der dort untergebrachten Drucksteigerungsanlage, die den Wasserdruck in Gebäuden erhöht und stabilisiert, gab es ausreichend Platz für die Erdwärmepumpe und einen 1.000 Liter fassenden Pufferspeicher. Die Luft-Wärmepumpen werden auf dem Dach aufgestellt. Die Warmwasserbereitung erfolgt dezentral mit E-Boilern in den Wohnungen. Eine neue Photovoltaik-Anlage auf dem Gebäude mit einer Leistung von 10,6 Kilowatt-Peak unterstützt mit vor Ort gewonnenem Strom.

Die Wärmeabgabe erfolgt über die aktivierte Gebäudehülle und die bestehenden Heizkörper. Dabei liefert die Fassade eine Grundtemperierung. Durch den Zugriff der Regelung auf Wetterprognosedaten wird diese Grundheizung effizient eingesetzt. Die Hauptwärmeabgabe erfolgt über die bestehenden Heizkörper in den Wohnungen. Durch die Bauteilaktivierung ist im Sommer auch eine leichte Kühlung der Wohnungen mittels "Free Cooling" möglich: Eine Sole leitet Wärme aus dem Gebäude ab und regeneriert damit die Tiefensonden.

Die hier angewandte serielle Sanierung hat den Vorteil, dass sich die Bauphase vor Ort stark verkürzt. In der Arenberggasse wurden die Module beispielsweise innerhalb von 8 Tagen montiert. Dadurch wurden der direkte Eingriff in die Wohnungen sowie Schmutz und Lärm einer Baustelle deutlich reduziert.

Ausgangssituation der Energieversorgung

  • Gasthermen für Heizung und Warmwasser
  • Wärmeabgabe über Heizkörper

Elemente des neuen Energiesystems

  • Bauteilaktivierung über vorgefertigte, gedämmte Fassadenmodule
  • Weitere Wärmeabgabe über bestehende Heizkörper
  • Steigstränge für die Zentralisierung über Fassadenmodule
  • Zwei 12,8-kW-Luft-Wärmepumpen und eine 7,6-kW-Erdwärmepumpe
  • Dezentrale Warmwasserbereitung mit E-Boilern
  • "Free Cooling" über aktivierte Fassade und Tiefensonden
  • 10,6-kWp-Photovoltaikanlage

Über das Gebäude

  • Adresse: 3., Arenberggasse
  • Gebäudetyp: mehrgeschoßiger Wohnbau, errichtet 1977
  • Eigentümerschaft: Wohnbau gemeinnützige Wohn- und Siedlungsgenossenschaft
  • Fertigstellung: voraussichtlich Mitte 2026
  • Nutzfläche: rund 1.630 Quadratmeter
  • Anzahl der Wohneinheiten: 24
  • Heizwärmebedarf: 19 kWh/m²a (zuvor 123 kWh/m²a)

Kontakt

Stadt Wien - Energieplanung

Energieplanung (MA 20)
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