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Methodik und Erstellung der Wiener Solarkarte 2025

Die Wiener Solarkarte 2025 basiert einerseits auf dem Solarstrahlungsmodell, das aus dem digitalen Oberflächenmodell (DOM) errechnet wurde. Andererseits wurden die Luftbilder von Wien aus dem Jahr 2025 herangezogen. Durch die Auswertung des Strahlungsmodells und dieser Bilder wurde ein Modell mit einer Genauigkeit von 7,5 Zentimetern erstellt. Auf dieser Grundlage wurden die Berechnungen für die Wiener Solarkarte 2025 durchgeführt.

Bei diesem Update wurden die Strahlungsdaten aus dem Jahr 2023 und die Luftbilder aus dem Jahr 2025 herangezogen. Das vorherige Update aus dem Jahr 2022 bezog sich auf die Daten des Jahres 2019 mit nur 25 Zentimetern Genauigkeit. Durch die höhere Genauigkeit der zugrundeliegenden Daten und der verbesserten Methodik der Berechnung kann das Potenzial für Photovoltaik genauer eingeschätzt werden.

Solarpotenzialanalyse

Um den besten Standort für Solarpaneele zu bestimmen, werden folgende Standortfaktoren analysiert:

  • Ausrichtung der Dachfläche
  • Neigung der Dachfläche
  • Verschattung der Dachfläche durch Vegetation, Gebäude (Nahverschattung) oder Topographie (Fernverschattung)
  • Lokaler Globalstrahlungswert für Wien

Strahlungsmodell, Grundlagen und Berechnung

  • Die Strahlungsmodellierung für die Berechnung des Solarenergiepotenzials erfolgte aus dem Laserscan-basierten digitalen Oberflächenmodell (DOM) in 7,5 Zentimetern Rasterauflösung. Die Befliegung dazu wurde 2023 durchgeführt. Die Strahlung danach errichteter Gebäude ist dadurch nicht vorhanden. Die Daten des neuen DOM standen 2025 zur Verfügung, aus dem bis Ende 2025 das Strahlungsmodell errechnet wurde.
  • Für die Fernverschattung wurde das digitale Geländemodell (DGM) der Umgebung Wiens in 1 Meter Rasterauflösung verwendet.
  • Die eintreffende direkte und diffuse Sonnenstrahlung wurde für jede Stunde eines Jahres berechnet und mit Wetterdaten abgeglichen.
  • Auf Basis dieser Daten wurden ähnliche Strahlungsbereiche eines Daches automatisch erkannt und in 3 Klassen zu Flächen zusammengefasst. So konnten oft Störobjekte wie Kamine, Satellitenschüsseln oder andere Aufbauten herausgefiltert werden.
  • Auf Basis von entzerrten Luftbildern (TrueOrthofotos) ebenfalls mit einer Auflösung von 7,5 Zentimetern wurden mittels einer Luftbildsegmentierung verschiedene Dachelemente detektiert. So konnten oft Störobjekte wie Kamine, Satellitenschüsseln oder andere Aufbauten herausgefiltert werden. Darüber hinaus konnten damit in etwa 70 Prozent aller bereits bestehender Photovoltaik und Solarthermieanlagen erfasst und ausgenommen werden.
  • Um zwischen Flachdach und Schrägdach zu unterscheiden, wurde eine Analyse der Dachneigung durchgeführt. Je nach Dachart werden unterschiedliche Berechnungsfaktoren verwendet.
  • Die Einstrahlungswerte wurden klassifiziert und Flächen mit niedrigen Einstrahlungswerten unter 600 kWh pro Quadratmeter und Jahr wurden ausgenommen. Für die Berechnung der Anlagenleistung wurden anders als in der Version 2022 alle Strahlungsbereiche ab 600 kWh pro Quadratmeter und Jahr herangezogen.
  • Um die Potenzialflächen besser anzupassen wurden in Fallstudien verschiedene Gebäudetypen untersucht, darunter Neubauten, Altbauten, Wohnhäuser und Gewerbegebäude. Für diese ausgewählten Gebäude wurde eine konkrete Planung einer Photovoltaik-Anlage durchgeführt mit den Analyse-Ergebnissen verglichen. Dabei wurden Abschlagsfaktoren berechnet, um ungenutzte Bereiche wie Randzonen, Dachfenster, Aufbauten, Verkehrswege und geometrisch nicht nutzbare Flächen zu berücksichtigen. Diese Faktoren flossen in die Berechnung der geschätzten Anlagenleistung ein.

Ergebnisse

Das Ergebnis der Berechnung ist eine Rasterkarte, die die Strahlungsenergie in Kilowattstunden pro Quadratmeter (kWh/m2) und Jahr zeigt. Zusätzlich wurden Vektordaten erstellt, die die Strahlungsbereiche nach Kategorie in Quadratmeter und die geschätzte Anlagenleistung pro Dach in Kilowattpeak (kWP) enthalten. Neu hinzugefügt wurde die potenzielle Jahreserzeugung in kWh auf Basis dieser Anlagenleistung und die Informationen zur Lage in den Schutzzonen.

Im Solarpotenzialkataster können für jedes Gebäude in Wien folgende wichtige Informationen zur Planung einer Solaranlage abgefragt werden:
  • Weltkulturerbezone (Nein/Pufferzone/Kernzone)
  • Schutzzone (Ja/Nein)
  • Dachform (Schrägdach/Flachdach)
  • Für Solarnutzung "ausreichend", "gut" oder "sehr gut" geeigneten Teile der Dachflächen in Quadratmeter
  • Geschätzte Anlagenleistung in kWp (Grundlage 450 Wp pro Modul)
  • Potenzielle Jahreserzeugung in kWh

Die Ergebnisse aus den Rasterdaten für die geeigneten Bereiche der Dächer stehen als Open Data im Vektorformat zur Verfügung. Die Daten aus der Vorgängerversion aus 2022 befinden sich für Vergleichszwecke unter: Photovoltaik-Potenzial 2022 (Dächer / PV-Potenziale) Wien

Auch die geschätzte Anlagenleistung pro Dach ist für ganz Wien als Open Data im Vektorformat erhältlich. Die Daten aus der Vorgängerversion 2022 befinden sich für Vergleichszwecke unter: Photovoltaik-Potenzial 2022 (Dächer / Anlagenleistung) Wien

Entstehung der Wiener Solarkarte

Im Frühjahr 2010 haben die Abteilungen Stadtvermessung (MA 41), Umweltschutz (MA 22) und die Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle (MA 39) beschlossen, eine flächendeckende Analyse des Solarenergiepotenzials auf Wiens Dächern erstmals durchzuführen. Die Untersuchung lieferte das Solarenergiepotenzial pro Dachfläche. Das ist die Menge an Sonnenenergie, die im Laufe eines Jahres auf eine Dachfläche auftrifft.

Darauf aufbauend wurde 2017 eine weitere Aktualisierung durchgeführt. Bei der letzten Aktualisierung im Jahr 2022 (unter der Bezeichnung "Solarpotenzialkataster") wurde eine neue Methodik verwendet und erstmals die Anlagenleistung abgeschätzt. Der Fokus lag auf dem technisch umsetzbaren Potenzial für Photovoltaik. Die aktuellste Version aus dem Jahr 2025 stellt eine Weiterentwicklung aus dem Jahr 2022 dar und basiert auf einer noch genaueren Datengrundlage.

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Stadt Wien - Energieplanung

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