Irrgarten mit Vogellehrpfad in den Blumengärten Hirschstetten

Im Unterschied zu einem Labyrinth, in dem nur ein Weg ohne Verzweigungen vom Eingang bis zur Mitte führt, erlaubt ein Irrgarten durch Wege mit Kreuzungen, Sackgassen und Wegschleifen ein echtes "In-die-Irre-gehen".

Labyrinth aus Hecken

Das Motiv für den Irrgarten in den Blumengärten Hirschstetten ist das Symbol der Wiener Stadtgärten, der von der Seite dargestellte Schmetterling.

Der Irrgarten umfasst eine Fläche von 2.600 Quadratmetern, die Gesamtlänge aller Wege beträgt beinahe einen Kilometer. Für diesen Garten wurden insgesamt 3.000 Liguster gepflanzt. Diese Sträucher sind durch ihre Schnittverträglichkeit sehr gut als Heckenpflanzen geeignet. Sie haben den Vorteil, dass sie schnell und problemlos wachsen und so dichte, undurchdringliche Hecken bilden. Da Liguster größtenteils immergrün ist, bleibt die Wirkung des Irrgartens auch im Winter erhalten. Anders als bei den freiwachsenden Ligustersträuchern sind in den geschnittenen Hecken meist nur recht wenige der weißen, duftenden Blütenrispen vorhanden. Die schwarzen Beeren des Ligusters dienen als wichtige Vogelnahrung im Winter, für uns Menschen sind sie aber nicht genießbar.

Vogellehrpfad

Im Zentrum des Themengartens befindet sich eine kleine Aussichtsplattform. Entlang der Wege des Irrgartens sind Tafeln und Beschreibungen zu diversen Vogelarten angebracht - das Wegenetz dient daher zugleich als Vogellehrpfad, der durchschritten werden kann.

Labyrinth aus Hecken mit Aussichtsplatform

In Europa gab es in der Renaissance, zu Beginn des 15. Jahrhunderts, Labyrinthe aus Blumenpflanzungen oder niedrigen Hecken, meist in der Nähe einer erhöhten Terrasse. Ziel war ein Verfolgen des Weges nur mit den Augen, ein Begehen war nicht vorgesehen. In der Spätrenaissance baute man die ersten begehbaren Irrgärten mit mehreren Verzweigungen, Sackgassen, Nischen und einem zentralen Zielplatz. Es wurden bereits hohe Hecken als undurchdringbare‚ grüne Mauern verwendet. Durch die Möglichkeit der eigenen Entscheidung, welchen Weg man wählt, zeigt sich auch der geistige Wandel weg vom gottgewollten unabänderlichen Schicksal hin zur selbstverantwortlichen Entscheidung.

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