Die Wiener Klima-Allianz ist eine langfristige Kooperation zwischen der Stadt Wien, Wiener Unternehmen und weiteren wichtigen Akteur*innen am Standort Wien. Die Beteiligten setzen in ihrem eigenen Wirkungsbereich sowie in Zusammenarbeit mit der Stadt Wien Aktivitäten zu Klimaschutz, Klimaanpassung und Kreislaufwirtschaft und nehmen diese als wirtschaftliche Chance wahr, um Wettbewerbsvorteile zu erzielen.
Grundlage für die Klima-Allianz ist das Wiener Klimagesetz, das den Rahmen für den Weg zur Wiener Klimaneutralität 2040 vorgibt. Die Zusammenarbeit im Rahmen der Wiener Klima-Allianz soll den Standort Wien und die einzelnen Unternehmen, auch im Sinne der Wirtschafts- und Innovationsstrategie WIEN 2030, stärken.
Aktivitäten der Wiener Klima-Allianz
Die Zusammenarbeit mit mehr als 10 Wiener Unternehmen hat bereits im Jahr 2024 begonnen. Gemeinsam wird an Lösungen für folgende Herausforderungen gearbeitet:
E-Logistik
Wie kann der Fuhrpark von Unternehmen schrittweise auf Elektro-Fahrzeuge umgestellt werden? Welche Ladeinfrastruktur ist dafür erforderlich?
Unternehmen, die ihre Logistik auf E-Antriebe umstellen möchten, brauchen eine neue Lade-Infrastruktur. Während bestehende Ladepunkte für E-Autos bereits im Stadtgebiet vorhanden sind, besteht künftig Bedarf an ausreichend Ladepunkten für E-Lkws, die je nach Fahrzeuggröße vielfach höhere Anschlussleistungen benötigen als E-Autos. Unternehmen möchten weiters künftig nicht nur ihre eigenen E-Lkws am eigenen Standort mit Strom betanken: Sie möchten ihren Lieferant*innen ermöglichen, zeitgleich mit dem Waren-Entladen (zum Beispiel Metall, Hopfen, Kakao) Strom aufzuladen. Aktuell arbeiten folgende Strukturen an konkreten Lösungen: Wiener Stadtwerke (insbesondere Wien Energie), UIV, thinkportVienna, mehrere Unternehmen der Wiener Klima-Allianz.
Prozesswärme
Wie können Unternehmen ohne Gas backen, brauen, waschen oder chemische Produkte herstellen? Wie können dafür erneuerbare Energielösungen aussehen?
Viele Unternehmen benötigen künftig sehr hohe elektrische Anschlussleistungen, das heißt starke Stromleitungen, teilweise in der Nähe von Transformatoren, die mit hohen Fixkosten verbunden sind. Hier wird die Bereitstellung von Strom für E-Lkws mit der Dekarbonisierung von Prozesswärmesystemen gemeinsam gedacht. Die Wiener Stadtwerke erarbeiten aktuell entsprechende Use-Cases mit mehreren Unternehmen der Wiener Klima-Allianz.
Betriebliches Mobilitätsmanagement
Wie können die Mitarbeiter*innen von Betrieben klimaschonend in die Arbeit gelangen?
Die komfortable und klimaschonende Anfahrt zur Arbeitsstätte hat für viele Firmen an Bedeutung gewonnen. Insbesondere hochqualifizierte Mitarbeiter*innen benutzen vorzugsweise Öffis, Fahrrad oder E-Autos. Wiener Betriebe gehen dabei unterschiedliche Wege, indem sie ihren Mitarbeiter*innen etwa Fahrradabstellplätze oder Öffi-Jahreskarten zur Verfügung stellen. Bei der Nutzung von E-Autos zeigt sich, dass mehrere Unternehmen bereits Ladestationen für E-Autos zur Verfügung stellen, und künftig der Bedarf in diesem Bereich steigt. Die Wiener Klima-Allianz ermöglicht den teilnehmenden Unternehmen einen Erfahrungsaustausch sowie gegenseitige Betriebsbesichtigungen und orientiert über die künftigen Rahmenbedingungen der Stadt Wien.
Das Dokument "Stadt am Strom(e) - der Wiener Weg zur E-Mobilität" skizziert den zu erwartenden Anstieg an E-Fahrzeugen sowie den Weg, den die Stadt Wien sich um die künftig entsprechende Infrastruktur kümmert.
Für den Weg in die Arbeit spielen Radwege und Öffis eine wichtige Rolle. Auch deshalb wurden seit 2021 seitens der Stadt Wien über 250 Radweg-Projekte und knapp 100 Kilometer im Hauptradwegnetz umgesetzt oder auf den Weg gebracht. Die Wiener Linien begleiten als größter Mobilitätsdienstleister Wiens Unternehmen dabei, Mobilität zukunftsfit zu gestalten. Die Angebote reichen von der kostenlosen Einstiegsberatung bis hin zur Erstellung eines umfangreichen Mobilitätskonzepts.
Kreislaufwirtschaft
Welche Materialien lassen sich vermeiden, wiederverwenden oder -verwerten? Wie können Unternehmen diese Materialien in den Produktionszyklus integrieren oder neue Geschäftsmodelle im Sinne der Kreislaufwirtschaft entwickeln?
Die Herausforderungen der Unternehmen hinsichtlich Kreislaufwirtschaft sind je nach Branche und Geschäftsbereich sehr heterogen. Kreislaufwirtschaft kann einerseits der Kern von Geschäftsmodellen oder zu lösende Nebenbedingung sein. Kreislaufwirtschaft im Bauwesen sticht als ein wesentliches Thema hervor, da dieser Sektor vermutlich ein für den Raum Wien relevantes Volumen aufweist und die Stadt Einfluss nehmen kann. Im Rahmen der Wiener Klima-Allianz werden gemeinsame Bedarfe der teilnehmenden Unternehmen und entsprechende Lösungsansätze herausgearbeitet.
Schritt für Schritt werden zu Themen wie diesen Erfahrungen ausgetauscht, Aktivitäten vereinbart und strukturell tragfähige Lösungen erarbeitet. Weitere Themen werden laufend von den Betrieben sowie den Einrichtungen der Stadt Wien eingebracht.