Kampagne "Wasservögel nicht füttern"

Falsches Füttern von Wasservögeln gefährdet unsere Gewässer und schadet den Tieren.

Ansammlung von Schwänen und Enten im Wasser

Das Füttern von Wasservögeln mit Getreide, Mais, altem Brot, Semmeln und sogar Resten vom letzten Mittagsessen ist falsch verstandene Tierliebe. Das Ausbringen von Nahrungsmitteln am Ufer oder im Wasser schadet nicht nur den Tieren selbst, sondern hat auch große negative Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht eines Gewässers.

Die Abteilung Wiener Gewässer (MA 45) appelliert im Rahmen einer Kampagne an alle Wienerinnen und Wiener mitzuhelfen, die Wiener Gewässer rein zu halten.

"Bitte füttere uns nicht!"

Postkarte mit Kampagnen-Sujet: Enten, Schwan, darüber Text "Bitte füttere uns nicht!"

Mit neuen Informations-Tafeln weist die Abteilung Wiener Gewässer die Wienerinnen und Wiener derzeit auf die Gefahren von Wildvögel-Fütterung für Tiere und Gewässer hin. Die Tafeln werden an stark frequentierten Orten entlang der Neuen und der Alten Donau sowie an kleineren Wiener Gewässern, wie zum Beispiel dem Liesingbach, aufgestellt.

Das Sujet der Info-Tafeln gibt es auch in Form von Postkarten und runden Aufklebern, die von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der MA 45 während ihres Einsatzes vor allem auf der Donauinsel verteilt werden.

Falsches Füttern gefährdet Tier-Gesundheit

Da es an den Fütterungsplätzen zu unnatürlich großen Vogelansammlungen kommt, steigt die Gefahr für die Vögel: Seuchen und Krankheiten können viel leichter übertragen werden. Brot, Fleischabfälle oder Nudeln sind kein artgerechtes Futter und für die Vögel schädlich. Ist das Futter bereits verdorben, bedeutet das für viele Tier das Todesurteil.

Wasservögel können sich selbst ernähren

Auch bei extremer Kälte in den Wintermonaten können Wasservögel ohne menschliche Hilfe überleben. Denn heimische Wasservögel sind an die Witterung und die Nahrungsverhältnisse im Winter von Natur aus angepasst. Enten und Schwäne "betteln" nicht aus Hunger, sondern als Folge von zu intensiver unkontrollierter Fütterung. Werden Schwäne beispielsweise das ganze Jahr über unkontrolliert gefüttert, erlernen die Jungtiere nicht mehr, wie sie in der freien Natur erfolgreich überleben können. Ebenso verlieren sie dadurch ihre Bereitschaft, selbstständig Nahrung zu suchen.

Essensreste zerstören biologisches Gleichgewicht

Gerald Loew, Leiter der Abteilung Wiener Gewässer:

Intensive Fütterung wie zum Beispiel an der Alten Donau oder im Wasserpark lockt zahlreiche Wasservögel an, die mit ihrem Kot die Wassergüte erheblich beeinträchtigen. Vor allem aber sind es übrig gebliebene Futterreste, die das Gewässer schwer belasten.

Die Folge ist eine Überdüngung mit organischem Material und Nährstoffen. Dem Wasser wird der Sauerstoff entzogen, der jedoch für die im Gewässer lebenden Pflanzen, Fische und andere Organismen lebensnotwendig ist. Das biologische Gleichgewicht wird zerstört und oft dauert es viele Monate, bis solche Gewässer wieder saniert werden können.

Gesetzliche Regelung

Nach dem Wiener Reinhaltegesetz ist unter anderem das Zurücklassen von Stoffen oder Gegenständen auf Straßenflächen mit öffentlichem Verkehr sowie auf öffentlich zugänglichen Grünflächen verboten. Die Einhaltung des Wiener Reinhaltegesetzes wird von eigenen Überwachungsorganen, den sogenannten WasteWatchern, kontrolliert. Verstöße gegen dieses Gesetz können mit Organmandaten in Höhe von bis zu 36 Euro bestraft werden.

An der gesamten Alten Donau ist im Zeitraum von 1. März bis 1. November das Füttern von Wasservögeln auch per Verordnung verboten.

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Wiener Gewässer (Magistratsabteilung 45)
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