Volkswirtschaft - Statistiken

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gibt den Gesamtwert aller Güter (Waren und Dienstleistungen) an, die innerhalb eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen. Das Wirtschaftswachstum bezeichnet die Veränderung des BIP über die Zeit, wobei es zu laufenden Preisen oder real (inflationsbereinigt) berechnet werden kann.

Die regionale Entsprechung des Bruttoinlandsprodukts ist das Bruttoregionalprodukt, d.h. die Summe aller regionalen Bruttoregionalprodukte ergibt das Bruttoinlandsprodukt Österreichs. Die Wiener Wirtschaft ist durch einen hohen Anteil des Dienstleistungssektors (über 80 Prozent der Wertschöpfung) und einer kleinbetrieblichen Struktur (rund 90 Prozent der Unternehmen haben weniger als zehn Mitarbeiterinnen beziehungsweise Mitarbeiter) gekennzeichnet. Wien ist das Bundesland mit der höchsten absoluten Wertschöpfung und der zweithöchsten pro Kopf Wertschöpfung nach Salzburg (2016: Bruttoregionalprodukt 90.111 Millionen Euro, das entspricht 48.600 Euro pro Kopf). Die Wirtschaftsbereiche Handel, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Grundstücks- und Wohnungswesen sowie die Herstellung von Waren sind die wichtigsten Wirtschaftszweige in Wien.

Anmerkung: Durch die verpflichtend anzuwendenden Regeln des ESVG 2010 gibt es seit September 2014 neue BIP-Werte (z.B. ist es zu einem Anstieg des österreichischen BIP 2013 von circa 9,5 Milliarden Euro gekommen). Dies ist vor allem auf die Berücksichtigung von Ausgaben für Forschung und Entwicklung als Investitionen sowie Umbuchungen zum Sektor Staat begründbar. Rückrechnungen nach der neuen Methode liegen bis 1995 vor. Ende Dezember 2014 wird auch die regionale Gesamtrechnung auf das neue System umgestellt.


Daten

Regionale Gesamtrechnung

Titel

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Nominelle Bruttowertschöpfung in Wien zu Herstellungspreisen

2010 bis 2015

Nominelle Bruttowertschöpfung in Wien nach Sektoren

2000 bis 2014

Bruttoregionalprodukt in Wien

2000 bis 2016

2000 bis 2015

Reales Wirtschaftswachstum in Wien

2012 bis 2015

Wiener Arbeitsmarktindikatoren

1980 bis 2015 (OGD)

Wiener Wirtschaftsindikatoren

1995 bis 2014 (OGD)

Betriebe und Arbeitsstätte

Titel

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Arbeitsstätten und Beschäftigte in Wien nach Geschlecht und Wirtschaftstätigkeiten

2013

Unselbstständige Beschäftigte in Arbeitsstätten in Wien nach Geschlecht und Wirtschaftstätigkeiten

2013

Unternehmen und Beschäftigte in Wien nach Geschlecht und Wirtschaftstätigkeiten

2013

Unselbstständig Beschäftigte in Unternehmen in Wien nach Geschlecht und Wirtschaftstätigkeiten

2013

Arbeitsstätten und Beschäftigte in der Sachgütererzeugung in Wien nach Geschlecht

2014

Unselbstständig Beschäftigte in Arbeitsstätten und Beschäftigte in der Sachgütererzeugung in Wien nach Geschlecht und Staatsangehörigkeit

2014

Arbeitsstätten und Beschäftigte in der Sachgütererzeugung in Wien

2015

Betriebe, Beschäftigte und weitere Kennzahlen in der Sachgütererzeugung in Wien

2015

Betriebe, Beschäftigte und weitere Kennzahlen in Wien nach Wirtschaftstätigkeiten

2016

2014

Arbeitsstätten, Beschäftigte und weitere Kennzahlen in Wien nach Wirtschaftstätigkeiten

2016

2014

Arbeitsstätten in Wien nach Zählbezirken

2011 (OGD)

Unternehmen in Wien nach Zählbezirken

2011 (OGD)

Unternehmensneugründungen und Insolvenzen

Titel

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Unternehmensneugründungen der gewerblichen Wirtschaft nach Sparten - Wien

2003 bis 2017

2003 bis 2015

Unternehmensneugründungen der gewerblichen Wirtschaft nach Sparten - Österreich

2003 bis 2017

2003 bis 2015

Unternehmensinsolvenzen in Wien

1996 bis 2017

1996 bis 2015

Privatinsolvenzen in Wien

1995 bis 2015

Investitionen

Titel

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Investitionen und Förderungen der Wirtschaftsagentur Wien

2003 bis 2016

Ausländische Direktinvestitionen im Inland - Wien

2000 bis 2016

2000 bis 2016

Ausländische Direktinvestitionen im Inland - Österreich

2000 bis 2016

2000 bis 2016

Inländische Direktinvestitionen im Ausland - Wien

2000 bis 2016

2000 bis 2016

Inländische Direktinvestitionen im Ausland - Österreich

2000 bis 2016

2000 bis 2016

Konjunkturerhebungen

Titel

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Produzierender Bereich * Wiens ohne Bauwesen nach Monaten

2016

Bauwesen in Wien nach Monaten

2016

Statistisches Jahrbuch

Erläuterungen

Regionale Gesamtrechnung (RGR)

Der regionalen Gesamtrechnung liegen grundsätzlich Datenquellen der Wirtschaftsstatistik (u.a. Leistungs- und Strukturerhebung, Konjunkturerhebung, Unternehmensregister) und Verwaltungsdaten (u.a. Daten der Finanzverwaltung, Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger) zugrunde. Mit der Einführung des ESVG 2010 wurden die VGR-Jahresdaten bis 1995 und die RGR-Jahresdaten bis 2000 zurückrevidiert. Die Neuberechnung nach dem ESVG 2010 brachte eine Vielzahl von methodischen Änderungen mit sich. Die quantitativ wichtigsten Änderungen sind die Behandlung von Forschungs- und Entwicklungsausgaben als Investition, sowie die inhaltliche Erweiterung zur Abgrenzung von Einheiten des Sektors Staat und der Definition von Nichtmarktproduzenten. (siehe auch Definitionen/ESVG).

Je nach Erhebungseinheit kann es sich in der Regionalen Gesamtrechnung (RGR) um rechtliche (Unternehmen), fachliche (Betriebe) oder örtliche Einheiten (Arbeitsstätten) handeln. Aus diesen resultieren grundsätzlich drei Möglichkeiten der zugrunde liegenden Berechnungsmethode für die RGR.

Berechnungsmethoden

Das Einbetriebsunternehmen mit einer Arbeitsstätte (UBA)
In diesem einfachen Fall kann eine genaue regionale und wirtschaftsaktivitätsmäßige Zuordnung der in einem Berichtsjahr erwirtschafteten Produktionswerte und Vorleistungen erfolgen. Da das Unternehmen zugleich ein Betrieb und eine Arbeitsstätte ist, ist es möglich, alle notwendigen Erlös- und Vorleistungskomponenten zu bestimmen und die Wertschöpfungssummen zu berechnen.
Das Einbetriebsunternehmen mit mehreren Arbeitsstätten (UB)
Dieser Unternehmenstyp kann durch das Vorhandensein mehrerer Arbeitsstätten ein multiregionales Unternehmen sein, muss es aber nicht. Wenn beispielsweise ein Einbetriebsunternehmen zwei Arbeitsstätten hat, und beide Arbeitsstätten in derselben Region (Bundesland) sind, dann ist wie im Fall eines UBA die regionale und aktivitätsmäßige Zuordnung des Wertschöpfungsniveaus eindeutig. Wenn aber die beiden Arbeitsstätten in zwei verschiedenen Regionen ansässig sind, dann wird es in der RGR als multiregionales Unternehmen behandelt. Die berechnete Bruttowertschöpfung wird anhand der auf Arbeitsstättenebene zur Verfügung stehenden Daten geschätzt.
Das Mehrbetriebsunternehmen (U)
Dieser Unternehmenstyp stellt für die Regionalrechnung die größte Unsicherheit in Bezug auf die Genauigkeit dar. Im Fall eines Mehrbetriebsunternehmens können nicht nur die Arbeitsstätten in verschiedenen Regionen sein, sondern auch die Betriebe. Darüber hinaus erhöht sich die Schwierigkeit der genauen Wertschöpfungszuordnung, wenn die Betriebe in unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen tätig sind. Die berechneten Erlös- und Vorleistungskomponenten auf Unternehmensebene werden anhand der auf Betriebsebene zur Verfügung stehenden Informationen für die fachlichen Einheiten geschätzt. In der RGR ist wie in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) die wirtschaftsaktivitätsmäßige Zuordnung des Betriebes maßgeblich. Die geschätzte Wertschöpfung auf Betriebsebene wird wie im Fall der UB anhand des Arbeitnehmerentgeltes auf Arbeitsstättenebene weiter regionalisiert.

Anschließend werden die berechneten (im Fall der UBA) bzw. geschätzten Wertschöpfungen (im Fall der UB und U) der einzelnen Arbeitsstätten - differenziert nach dem Wirtschaftsbereich, in dem der zugehörige Betrieb tätig ist, und der Region, in der die Arbeitsstätten ansässig sind - aggregiert (siehe Statistik Austria, Standard-Dokumentation - Metainformationen (Definitionen, Erläuterungen, Methoden, Qualität) zu den Regionalen Gesamtrechnungen nach Wirtschaftsbereichen und NUTS 2).

Reales Wirtschaftswachstum

Auf Basis der Berechnungen des nominellen Bruttoregionalprodukts wird das reale, also inflationsbereinigte Wirtschaftswachstum in Form von Veränderungsraten ausgewiesen. Die ex post-Schätzungen (also im Nachhinein) des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) zeichnen sich im Vergleich mit der Statistik Austria zwar durch größere Aktualität aus, als Datengrundlage stehen allerdings lediglich die Konjunkturerhebung und Beschäftigtendaten des Hauptverbandes der Österreichischen Sozialversicherungsträger zur Verfügung. Da sich die Konjunktur aber in der Regel erst mit einer gewissen Zeitverzögerung auf die Beschäftigung auswirkt, ist hier mit Fehleinschätzungen zu rechnen.

Strukturerhebungen

Der Gesamtbestand der Wiener Arbeitsstätten, Betriebe und Unternehmen (ohne Land- und Forstwirtschaft) wurde in der Arbeitsstättenzählung primärstatistisch, also durch direkte Befragung der Unternehmen, erhoben. Sie findet alle zehn Jahre statt, das letzte Mal im Jahr 2011. Seit 2011 werden die Daten nicht mehr direkt erhoben, sondern mittels Registerzählung gewonnen.

Angaben zu den Beschäftigten erfassen alle Personen, die zum Erhebungsstichtag einer Arbeitsstätte angehört haben. Als Selbstständige werden tätige Betriebsinhaberinnen beziehungsweise -inhaber und mithelfende Familienangehörige definiert. Unselbstständig Beschäftigte umfassen Angestellte, Beamtinnen und Beamte, Arbeiterinnen und Arbeiter, Lehrlinge sowie Heimarbeiterinnen und -arbeiter. Es werden Beschäftigungsverhältnisse und nicht Beschäftigte erhoben, das heißt, Doppelzählungen sind möglich. Als beschäftigt gelten Personen in Teilzeit- und geringfügiger Beschäftigung sowie Kurzarbeiterinnen und -arbeiter sowie Saisonarbeiterinnen und -arbeiter. Nicht einbezogen werden Präsenz- und Zivildiener, Personen in Karenzurlaub und Personen, die als Beauftragte anderer Arbeitsstätten in der meldenden Arbeitsstätte tätig waren. Auch Personen mit Werkverträgen sowie freie Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer werden nicht berücksichtigt.

Die jährliche Dynamik der Veränderungen auf Unternehmens-, Betriebs- und Arbeitsstättenebene erfasst die Leistungs- und Strukturerhebung. Sie deckt die ÖNACE 2008-Abschnitte B bis N sowie Abteilung 95 ab und klammert damit den öffentlichen Sektor im weiteren Sinn aus. Die Erhebung wird in Form einer sogenannten Konzentrationsstichprobe durchgeführt. Bei einer Konzentrationsstichprobe wird in Unternehmen mit einer Untergrenze von in der Regel 20 und mehr Beschäftigten eine Vollerhebung durchgeführt. (siehe Statistik Austria, Standard-Dokumentation - Metainformationen (Definitionen, Erläuterungen, Methoden, Qualität).

Neugründungen

Die Statistik der Unternehmensneugründungen beruht auf Auswertungen der Mitgliederdatenbank der Wirtschaftskammer Wien. Um "Scheinneugründungen" auszuschließen, werden alle neuen Kammermitglieder mit dem Gesamtbestand an bestehenden Mitgliedern verglichen. Außerdem wird die Nachhaltigkeit von Unternehmensgründungen geprüft. Das heißt, dass Mitglieder, deren Berechtigung sechs Monate nach Beitritt wieder gelöscht wurde, nicht berücksichtigt werden. Auch die Gründung von weiteren Betriebsstätten oder Nebenbetrieben wird nicht als Unternehmensneugründung gewertet. Nicht erfasst werden alle Neugründungen außerhalb der kammerpflichtigen Wirtschaftsbereiche.

Die Tätigkeit der selbstständigen Personenbetreuung wurde im Jahr 2007 erstmals ausdrücklich in der Gewerbeordnung geregelt. Aufgrund dieser geänderten rechtlichen Grundlage kam es zu einem sprunghaften Anstieg der Mitglieder- und Gründungszahlen im Jahr 2008. Mit der neuen Fachorganisationsordnung 2010, die ab dem Berichtsjahr 2009 angewendet wird, kommt es zu einigen Verschiebungen von Berufszweigen in andere Sparten. Dies beeinträchtigt die Vergleichbarkeit der Werte ab 2009 zu den Vorjahren geringfügig.

Rund ein Viertel aller Unternehmensneugründungen Österreichs findet in Wien statt, wobei 2014 fast die Hälfte davon der Sparte Gewerbe und Handwerk zugeordnet war.

Insolvenzen

Die Insolvenzstatistik liefert Informationen über alle Insolvenzverfahren Österreichs (eröffnete Insolvenzen sowie mangels Masse abgewiesene Konkursanträge) nach Höhe der Forderungen, aufgeteilt nach Bundesländern, nach Branchen und nach Rechtsformen. Grundlage der Analyse sind einerseits die übermittelten Daten der zuständigen Bezirks- sowie Landesgerichte und andererseits Informationen aus der Wirtschaftsdatenbank des Kreditschutzverbands von 1870.

Investitionen

Die Daten der Investitionen der Wirtschaftsagentur Wien beziehen sich vor 2009 auf den Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF).

Die Statistik der Direktinvestitionen beruht auf einer jährlich durchgeführten Befragung der Oesterreichischen Nationalbank auf Basis der Jahresbilanzdaten von mehr als 5.000 Unternehmen. Für das Befragungsjahr 2006 wurde die Methodik zur besseren Anpassung an internationale Anforderungen umgestellt. Bisher wurden sämtliche Datenreihen zu Buchwerten erhoben und als zusätzliche Information Marktwerte geschätzt (wenn vorhanden Börsenkurs, sonst wurde zur Schätzung ein Ertragswertmodell herangezogen). Jetzt wird bei börsennotierten Aktiengesellschaften zum Marktwert und bei allen anderen Direktinvestitionsunternehmen zum Buchwert bewertet. Das bisher angewandte Ertragswertmodell zur Schätzung des Marktwertes entfällt damit. Die Meldeschwelle wurde außerdem von 72.000 Euro auf 100.000 Euro angehoben.

Der überwiegende Anteil der ausländischen Direktinvestitionen (2013 circa zwei Drittel) geht nach Wien bzw. mehr als die Hälfte aller Direktinvestitionen Österreichs im Ausland stammen aus Wien. Im Zuge der Wirtschaftskrise (sinkende Börsenkurse) ist der Marktwert der Direktinvestitionen 2008 im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. In den letzten Jahren steigt er wieder an, ein Rückgang wurde nochmals 2011 verzeichnet.

Definitionen

Arbeitsstätte
Örtliche Erhebungseinheit, die auf Dauer eingerichtet und in der im Regelfall mindestens eine Person erwerbstätig ist. Keine Arbeitsstätten sind Baustellen und Kioske. Deren Beschäftigte werden an der Adresse der Baufirma oder am Wohnort gezählt. Dies trifft auch für Personen mit wechselnden Arbeitsorten zu.
Betrieb
Der Betrieb als fachliche Einheit auf örtlicher Ebene fasst innerhalb eines Unternehmens sämtliche Teile zusammen, die zur Ausübung einer Tätigkeit im Rahmen der Systematik der Wirtschaftstätigkeiten ÖNACE beitragen. Betriebe können mehrere Arbeitsstätten haben.
Bruttoinvestitionen
Bruttoinvestitionen umfassen auf Unternehmensebene alle steuerlich aktivierbaren Anschaffungen (einschließlich Anzahlungen, Mietkauf) zum Sachanlagevermögen, Investitionen in die Software, Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte (und Ähnliches). Auf Betriebs- und Arbeitsstättenebene werden nur die Investitionen in Sachanlagen erfasst, wobei auf Arbeitsstättenebene die geringwertigen Wirtschaftsgüter nicht inkludiert sind.
Bruttolohn- und -gehaltssumme
Einschließlich aller von der Arbeitnehmerin beziehungsweise vom Arbeitnehmer zu entrichtender und von der Arbeitgeberin beziehungsweise vom Arbeitgeber einbehaltener Steuern, Sozialbeiträge und sonstiger Abzüge (DienstnehmerInnenanteil), zuzüglich aller vertraglich vereinbarter Zuschläge und Zuwendungen.
Bruttoregionalprodukt
Das Bruttoregionalprodukt (BRP = regionales BIP) zu Marktpreisen errechnet sich aus den regionalen Bruttowertschöpfungen zu Herstellungspreisen von den in einer Region ansässigen produzierenden bzw. Dienstleistungen erbringenden Einheiten, umgerechnet zu Marktpreisen. Zur Berechnung wird die Österreichsumme der Differenzpositionen (Gütersteuern abzüglich Gütersubventionen) anhand der regionalen Wertschöpfungssummen auf die Regionen aufgeteilt. Das BRP ist die regionale Entsprechung des Bruttoinlandsproduktes, also einschließlich der Arbeitsleistungen von Einpendlerinnen und Einpendlern, ausschließlich der Leistungen der Auspendlerinnen und Auspendler (siehe auch ESVG).
Bruttowertschöpfung
Die regionale Bruttowertschöpfung entspricht dem Gesamtwert der von gebietsansässigen Einheiten (Residenzprinzip) erzeugten Waren und Dienstleistungen, vermindert um die im Produktionsprozess verbrauchten, verarbeiteten oder umgewandelten Waren und Dienstleistungen (Vorleistungen). Sie wird zu Herstellungspreisen - Abgabepreis abzüglich Gütersteuern (Mehrwertsteuer, Importabgaben, Mineralölsteuer, Tabaksteuer, Normverbrauchsabgabe etc.), zuzüglich Gütersubventionen - berechnet. Laut ESVG ist die regionale Wertschöpfung brutto, also ohne Berücksichtigung von Abschreibungen, zu bewerten und nach der Systematik ÖNACE 2008 gegliedert.
Buchwert
Der Buchwert einer Gesellschaft setzt sich aus dem Nominalkapital, den Rücklagen, dem Saldo aus Gewinn- und Verlustvortrag und dem Ertrag des laufenden Jahres zusammen.
Direktinvestitionen
Als Direktinvestition definiert der IWF eine grenzüberschreitende Investition, mit dem Ziel, Einfluss auf die Unternehmensführung des Direktinvestitionsunternehmens auszuüben. Internationale Konventionen gehen davon aus, dass dies ab einer Beteiligung von zehn Prozent des stimmberechtigten Kapitals der Fall ist.
ESVG
Das ESVG (Europäisches System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung) ist ein auf EU-Ebene harmonisiertes Regelwerk, das den statistischen Rahmen für die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen bildet. Derzeit gilt ESVG 2010. Das revidierte ESVG 2010, das das bisherige ESVG 1995 ablöst, ist europaweit ab 1. September 2014 anzuwenden. Gegenüber dem ESVG 1995 wurde das RGR-Berichtsspektrum sowohl inhaltlich erweitert, als auch die Lieferfristen auf der Bundesländerebene NUTS 2). für die Aggregate Bruttowertschöpfung und Erwerbstätige um ein Jahr verkürzt. Mit der Einführung des ESVG 2010 wurden die VGR-Jahresdaten bis 1995 und die RGR-Jahresdaten bis 2000 zurückrevidiert. Die Neuberechnung nach dem ESVG 2010 brachte eine Vielzahl von methodischen Änderungen mit sich. Die quantitativ wichtigsten Änderungen sind die Behandlung von Forschungs- und Entwicklungsausgaben als Investition, sowie die inhaltliche Erweiterung zur Abgrenzung von Einheiten des Sektors Staat und der Definition von Nichtmarktproduzenten.
Lagerbestand
Sämtliche dem Unternehmen bzw. Betrieb zugehörigen Güter, auch wenn sie außerhalb des Unternehmens bzw. des Betriebes lagern.
Nominelle Bruttowertschöpfung
Bruttowertschöpfung zu laufenden Preisen, das heißt nicht inflationsbereinigt.
ÖNACE
ÖNACE bezeichnet die österreichische Version der europäischen Systematik der Wirtschaftstätigkeiten NACE. Sie ist hierarchisch gegliedert in Abschnitte, Unterabschnitte, Abteilungen, Gruppen, Klassen und Unterklassen.
Personalaufwand
Bruttogehälter, -löhne, Lehrlingsentschädigungen und HeimarbeiterInnenentgelte zuzüglich aller vertraglich vereinbarten Zulagen, Zuschläge und Zuwendungen (einschließlich Sonderzahlungen, Feiertags- und Urlaubsvergütungen, Lohn- und Gehaltsfortzahlungen im Krankheitsfall, Trinkgelder, Gewinnbeteiligungen, Provisionen und Ähnlichem mehr) und Sachbezüge (bewertet laut Richtsätzen). Zusätzlich sind hier auch die gesetzlichen Pflichtbeiträge der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zu berücksichtigen.
Primärer Sektor
Der primäre Sektor (auch Urproduktion) liefert die Rohstoffe für die Produktion und umfasst den ÖNACE-Abschnitt A (ÖNACE 2008).
Sekundärer Sektor
Im sekundären Sektor (Produktion) werden die im primären Sektor gewonnenen Rohstoffe verarbeitet. Er umfasst die ÖNACE-Abschnitte B bis F (ÖNACE 2008).
Sonstiges Kapital
Darunter werden in der Direktinvestitionsstatistik alle Formen konzerninterner Finanzierung mit Ausnahme von Eigenkapital verstanden. Ursprünglich waren diese auf konzerninterne Kredite beschränkt.
Tertiärer Sektor
Als tertiärer Sektor wird der Dienstleistungssektor bezeichnet. Er umfasst die ÖNACE-Abschnitte G bis T (ÖNACE 2008).
Unternehmen
Rechtliche Einheit aus dem erwerbsorientierten Wirtschaftsbereich, die aus einem oder mehreren Betrieben bzw. einer oder mehreren Arbeitsstätten besteht.
Umsatzerlöse
Summe der im Unternehmen während des Berichtszeitraumes für die gewöhnliche Geschäftstätigkeit in Rechnung gestellten Beträge (ohne Umsatzsteuer), die dem Verkauf und/oder der Nutzungsüberlassung von Erzeugnissen und Waren beziehungsweise gegenüber Dritten erbrachten Dienstleistungen nach Abzug der Erlösschmälerungen (Skonti, Kundenrabatte etc.) entsprechen.
Waren- und Dienstleistungskäufe
Waren und Dienstleistungen, die für den Wiederverkauf oder für die Verwendung im Produktions- und Dienstleistungsprozess gekauft bzw. eingesetzt wurden (Vorleistungen).

Abbildungen

Ringdiagramm über die Anteile der Wirtschaftssektoren an der Bruttowertschöpfung

Anteile der Wirtschaftssektoren (in Prozent) an der Bruttowertschöpfung 2013 (Textversion der Grafik: 42 KB RTF)

Balkendiagramm über die Wachstumsraten des nominellen Bruttoregionalprodukts

Wachstumsraten (in Prozent) nominelles Bruttoregionalprodukt ab 2001 (Textversion der Grafik: 53 KB RTF)


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Wirtschaft, Arbeit und Statistik (Magistratsabteilung 23)
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