Leitbild - Zielgebiet Donaufeld

Mit dem Leitbild wurden für die circa 60 Hektar große Entwicklungsfläche in Floridsdorf Qualitätsstandards und ein Grundraster für die städtebauliche Entwicklung definiert. Das Leitbild wurde im Jahr 2010 fertiggestellt und von magistratsinternen Expertinnen und Experten sowie externen Planungsbüros erarbeitet.

Mit dem Leitbild sollen die Voraussetzungen für ein Klima des Wohlbefindens in einem Stadtteil der Zukunft geschaffen werden. Ökologische Faktoren, wie Durchlüftung, Kühlung, Biodiversität und ein nachhaltiger Wasserhaushalt, sind dabei genauso zu beachten wie ein funktionierender Sozialraum und eine ökonomische, zukunftsfähige Mobilität.

Ein zentraler Gedanke des Leitbildentwurfes ist es, "Möglichkeits-Räume" aufzutun und Gestaltungsspielräume zuzulassen. Raum für innovative Ideen und für die persönliche und gemeinschaftliche Entfaltung der künftigen Bewohnerinnen und Bewohner soll möglich sein und gefördert werden.

Bebauung: Dichte erzeugen - Weite belassen

Das Leitbild sieht vor, zwischen den Bezirkszentren Floridsdorf und Kagran ein "Ereignisband" zu knüpfen. In diesem Ereignisband sollen wichtige Einrichtungen der Versorgung sowie Freizeit- und Bildungsangebote wie etwa ein Schulcampus angesiedelt werden. Neben den Umsteigeknoten in Kagran und Floridsdorf sollen die stadträumlich wichtige Obere Alte Donau und die letzte unbebaute Schneise ins Marchfeld sinnvoll in das alltägliche Leben der Bewohnerinnen und Bewohner des Donaufeldes integriert werden.

Im Donaufeld sind etwa 6.000 Wohnungen geplant, sowie Flächen für Büros, Dienstleistungen und soziale Infrastruktureinrichtungen (zum Beispiel Schulen). Die höchsten Dichten und Gebäude sind im zentralen Bereich vorgesehen. Zur Alten Donau hin sollen Dichte und Gebäudehöhen abnehmen. Durch höhere Erdgeschoßzonen (4,5 Meter), Gebäude mit höheren Geschoßhöhen und unterschiedliche Gebäudetypologien sollen Nutzungsmischung und Vielfalt im neuen Stadtteil ermöglicht werden.

Nachhaltige Mobilität

Das Donaufeld wurde bewusst als autoreduzierter Stadtteil mit einer Bevorrangung des Umweltverbundes konzipiert. Dadurch und durch die Erschließung des Gebietes über Stichstraßen und Schleifen soll möglichst wenig Autoverkehr innerhalb und außerhalb des Gebietes erzeugt werden. Diese Maßnahmen ermöglichen es, weite Teile des Straßenraums niveaugleich und somit als multifunktionalen öffentlichen Raum auszugestalten. Im Donaufeld sollen sich die Menschen ihren unmittelbaren Stadtraum aneignen können, dazu gehören auch die Straßenräume.

Ein sehr gutes Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln sowie ein auf Sammelgaragen gebündeltes Stellplatzangebot und moderne Mobilitätskonzepte sollen das Verkehrsaufkommen auch außerhalb des neuen Stadtteils möglichst gering halten. Zusätzlich sollen optimale Bedingungen für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrerinnen und Radfahrer den Anreiz für künftige Bewohnerinnen und Bewohner bieten, auf das (eigene) Auto zu verzichten.

Geplante Maßnahmen

Öffentlicher Verkehr

Die Erschließung durch die "Donaufeld Tangente" (geplante Straßenbahnlinie), die das Gebiet quert, erfolgt im Gleichschritt mit der Bebauung. Zusätzlich soll eine Buslinie durch das Gebiet geführt werden. Dadurch sind die Haltestellen in maximal fünf Minuten Gehdistanz zu erreichen.


Radfahren

Als Verbindung zwischen den beiden Bezirkszentren und in Nord-Süd-Richtung im Grünzug soll es direkte Rad-Hauptwege geben. Nach Maßgabe der Finanzierbarkeit soll eine Brücke über die Alte Donau eine Verbindung zur Innenstadt ermöglichen. Das Segelrevier darf aber dadurch nicht beeinträchtigt werden.

Zu Fuß gehen

Ein engmaschiges, barrierefreies Fußwegenetz mit einer durchschnittlichen Maschenweite von 60 bis 80 Metern soll den neuen Stadtteil durchziehen. Das Wegenetz lädt mit seiner hohen Aufenthaltsqualität zum Gehen und Verweilen ein.


Mobilitypoints

Sammelgaragen in der Nähe der Haltestellen des öffentlichen Verkehrs sollen als Drehscheiben für Service und neue Mobilitätsangebote dienen. Die genaue Anzahl und die Weglängen zu den Wohnungen werden im Zuge der weiteren Planungsschritte plausibilisiert und festgelegt.

Großzügige, öffentliche Räume

Ein Viertel der Gesamtfläche - rund 14 Hektar - steht als öffentlicher Grün- und Freiraum zur Verfügung. Das zentrale grüne Rückgrat im Donaufeld ist Teil des übergeordneten Grünzuges Rendezvousberg/Alte Donau. Es bietet Platz für die Trasse des geplanten Verbindungsbaches Marchfeldkanal - Alte Donau. Durch eine stellenweise Breite bis zu 300 Metern soll die Weite des Donaufelds auch künftig erlebbar sein. Die genaue Abgrenzung des Grünzuges steht noch nicht fest und ist in den weiteren Bearbeitungsschritten zu konkretisieren.

Stadtökologische Aspekte sind integraler Bestandteil des Leitbildes. Lebensräume wie Gehölze und Gewässer dienen der ökologischen Stabilisierung im neuen Stadtteil. Ein reichhaltig strukturiertes Grünverbundsystem im großen Grünzug, der Uferpromenade und im Straßennetz fördert die Artenvielfalt, vernetzt Biotope untereinander, nimmt Oberflächenwasser auf und kann auch zu Erholungszwecken genutzt werden, zum Beispiel als naturnah gestalteter Spiel- und Erholungsraum im zukünftigen Stadtteil. Auch Selbsternteflächen und Gemeinschaftsgärten sind vorgesehen.

Umwelt- und klimaverträglicher Stadtteil

Smart City: So bezeichnet man eine Stadt, die den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts mit einer übergreifenden Strategie und intelligenten Technologien begegnet. Smart City Wien ist eine klima-ressourcenschonende und energieeffiziente Stadt. Unter dieser Prämisse soll auch das Donaufeld als zukunftsweisender Stadtteil entwickelt werden.

Durch einen urbanen, vielfältigen Stadtteil mit hoher städtebaulicher Qualität, großzügigen Freiräumen, einem nachhaltigen Mobilitätsangebot und energieeffizienten Gebäuden sollen der Energieverbrauch und die CO2-Emission im Donaufeld reduziert werden.


Stadt gemeinsam entwickeln

Das Donaufeld gemeinsam mit der Bevölkerung zu entwickeln, stärkt nicht nur die Identifikation der künftigen Bewohnerinnen und Bewohner mit ihrem Grätzel, es hebt generell die Qualität des Planungs- und Umsetzungsprozesses.

Von 2014 bis Ende 2017 wurden die Planungen von einem Beteiligungsprozess begleitet. In der Infobox sowie bei Ausstellungen konnten sich Interessierte über das Projekt informieren, zudem gab es "Runde Tische" und einen Blog als Diskussionsplattform.

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