Saubere Grüße nach Nordmazedonien
Die Stadt Wien setzt ein weiteres Zeichen für internationale Solidarität und gelebte Nachbarschaftshilfe auf dem Balkan. Im Rahmen der Humanitären Hilfe wurde ein außer Dienst gestelltes, technisch jedoch voll einsatzfähiges Müllsammelfahrzeug an Vertreter*innen der nordmazedonischen Gemeinde Debrca übergeben. Das Fahrzeug war bis vor Kurzem im intensiven Wiener Stadtbetrieb im Einsatz und wurde nun ersetzt.
Um eine effiziente und schadstoffarme Entsorgung in Wien zu gewährleisten, tauscht die Abteilung Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark (MA 48) ihre Fahrzeuge regelmäßig aus. Fahrzeuge, die nach Wiener Maßstäben nicht mehr geeignet sind, können in vielen anderen Gemeinden im Ausland noch jahrelang eingesetzt werden. Diese Form der technischen Hilfe leistet einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und schont Ressourcen.
Für die Gemeinde Debrca stellt dieses Fahrzeug einen wesentlichen technologischen Entwicklungsschub dar. Das Müllauto wird dort künftig die professionelle Abfallsammlung sicherstellen und somit direkt zum lokalen Umweltschutz und zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen.
Investition in Infrastruktur
Debrca liegt im Westen von Nordmazedonien nördlich des Ohridsees. Die Gemeinde umfasst 30 Dörfer und hat laut dem Zensus von 2021 etwa 3.700 Einwohner*innen. Da den Gemeinden in Nordmazedonien ausreichende Budgetmittel für Investitionen im Kommunalbereich fehlen, stellt das übergebene Fahrzeug eine nachhaltige Verbesserung der Infrastruktur dar.
Nordmazedonien ist ein Schwellenland, das vor Herausforderungen wie hoher Arbeitslosigkeit, einer teils schwachen Infrastruktur, hoher Auslandsverschuldung und Abwanderung von Fachkräften steht. Der Staat befindet sich in einem tiefgreifenden wirtschaftlichen und politischen Transformationsprozess und ist seit 2005 Beitrittskandidat der Europäischen Union. Ziel solcher Kooperationen ist es unter anderem, den europäischen Integrationsprozess im Land zu unterstützen.
Hilfe für ukrainische Spitäler
In der 1. Jahreshälfte 2025 setzte die Stadt Wien die zielgerichtete Unterstützung von Spitälern in der Ukraine konsequent fort. 6 LKWs brachten 30 Tonnen Hilfsgüter, darunter Spitalsbetten, Untersuchungsliegen und medizintechnische Geräte, in das Krisengebiet. Aufgrund der Sicherheitslage konnten nur Zielorte in der Westhälfte der Ukraine angefahren werden. Dementsprechend wurden Spitäler in den Städten Irpin, Kiew, Rivne und Podilsk/Odessa beliefert.
Die ärztliche Versorgung der Bevölkerung ist aufgrund der Kriegshandlungen und Zerstörungen sehr schwierig. Vor Ort mangelt es vor allem an Krankenbetten und jeglicher Art von Ausstattung. Die Kapazität vieler Spitäler und Lazarette wurde bereits mit Gütern, die in den vergangenen Jahren geliefert wurden, erweitert.
"Als Stadt Wien stehen wir der ukrainischen Bevölkerung seit Beginn des Krieges solidarisch zur Seite und unterstützen sie seit dem ersten Tag mit Hilfsgütern. Es ist mir besonders wichtig, dass die langjährigen Hilfslieferungen in die Ukraine konstant und fortwährend durchgeführt werden", betonte Bürgermeister Michael Ludwig anlässlich des Treffens mit Olena Selenska, der Ehefrau des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, in Wien.
Kein Mist!
Ein in Wien ausgemustertes Müllsammelfahrzeug leistet künftig einen Beitrag für bessere Versorgungssicherheit in der Republik Nordmazedonien. Im Rahmen der Humanitären Hilfe der Stadt Wien wurde im April 2025 ein Spezial-Lastkraftwagen aus den Beständen der Stadt Wien an die Gemeinde Berovo übergeben. Die Gemeinde liegt im Osten der Republik Nordmazedonien, nur 15 Kilometer von der Grenze zu Bulgarien entfernt. Der auf rund 900 Metern Seehöhe gelegene Ort ist bekannt für seine traditionelle Holzverarbeitung.
Nordmazedonien hat rund 2 Millionen Einwohner*innen und ist ein europäisches Entwicklungsland. Vor allem im ländlichen Raum ist es stark von Armut, Abwanderung und chronischer Unterfinanzierung der öffentlichen Einrichtungen gekennzeichnet. Dementsprechend gibt es auch in der Gemeinde Berovo kein Budget zum Ankauf neuer Müllsammelfahrzeuge. Dies wirkt sich negativ auf die Lebensqualität der Bevölkerung aus.
Das nun zur Verfügung gestellte Fahrzeug kann rund 12 Tonnen Müll aufnehmen und einer geordneten Entsorgung zuführen. Es wird damit noch viele Jahre einen wichtigen Beitrag zur kommunalen Abfallbeseitigung für die 7.000 Einwohner*innen in Berovo leisten.
70. Lkw mit Hilfsgütern für die Ukraine

Vasyl Khymynets (ukrainischer Botschafter), Evelyn Kölldorfer-Leitgeb (WIGEV), Bürgermeister Michael Ludwig und Bernhard Bouzek (MA 27)
Am 24. Oktober 2024 wurde in der Klinik Favoriten der 70. Lkw mit Hilfsgütern der Stadt Wien für die Ukraine beladen. Bürgermeister Michael Ludwig verabschiedete die Hilfslieferung gemeinsam mit dem ukrainischen Botschafter Vasyl Khymynets und der Generaldirektorin des Wiener Gesundheitsverbundes, Evelyn Kölldorfer-Leitgeb. Der Lkw brachte 40 Spitalsbetten und 71 Matratzen in das Krankenhaus in Podilsk im Gebiet Odessa. Zuletzt erhielt das Krankenhaus Ende Juni 2024 medizintechnische Geräte, OP-Besteck und Wäsche mit einem Gesamtgewicht von 5,2 Tonnen aus Wien.
Im Rahmen eines Mediengesprächs konnte Bürgermeister Ludwig eine erfolgreiche Bilanz präsentieren: Seit Kriegsausbruch am 24. Februar 2022 konnten mit 70 Sattelschleppern insgesamt 425 Tonnen Hilfsgüter in die Ukraine gebracht werden. Humanitäre Hilfslieferungen werden mit skartierten Gütern des Wiener Gesundheitsverbunds von der MA 27 selbst organisiert und per Sattelschlepper in die Zielorte gebracht. Schwerpunktmäßig werden derzeit in enger Kooperation mit der Österreichischen Botschaft in Kiew skartierte Spitalsbetten und medizintechnische Geräte zur Ausstattung von Kliniken in die Ukraine gebracht.
Aufgrund der Kriegshandlungen ist die ärztliche Versorgung der Bevölkerung äußerst prekär. Mit den in den vergangenen Jahren gelieferten Gütern konnten bereits viele Krankenhäuser und Not-Lazarette ausgestattet werden. Allein im Jahr 2024 konnten 780 Spitalsbetten zur Erweiterung der Behandlungskapazitäten in die Ukraine gebracht werden. Im laufenden Jahr wurden vor allem Krankenhäuser im Raum Kiew, Odessa und Lemberg beliefert.








