Der Ottakringer Kunstpreis wurde 2026 bereits zum 4. Mal vergeben. Ganz im Sinne der vielfältigen Ottakringer Kunst- und Kulturszene wurde wieder ein großzügig dotiertes Preisgeld für Arbeiten aus dem Bereich der Bildenden Kunst vergeben.
Verleihung













Am 21. Mai 2026 fand die feierliche Verleihung in der Kunsttankstelle Ottakring statt. Dabei wurde im Beisein der 8 Preisträger*innen die Ausstellung der prämierten Werke eröffnet. Diese waren im Anschluss bis 24. Mai 2026 für die Öffentlichkeit zugänglich.
Preisträger*innen
- Elena Kristofor
- Catherine Ludwig
- Rupert Wimmer
- Kerstin Bennier
- Jana Lina Eberle und Antonia de la Luz Kasik
- Martina Gasser
- Mariela Schöffmann
- Anastasiya Yarovenko
Themenstellung 2026
Unter dem Motto "Die Paranoia ist, im buchstäblichsten Sinne des Wortes, eine Krankheit der Macht." konnten Ottakringer Künstler*innen bis 7. Jänner 2026 ihre Kunstwerke einreichen.
"Die Paranoia ist, im buchstäblichsten Sinne des Wortes, eine Krankheit der Macht.", lautet ein Zitat von Elias Canetti. In seinem Buch "Masse und Macht" aus dem Jahr 1960 untersucht Elias Canetti, die Veränderung von Menschen, wenn sie Teil einer großen Menge werden. Sein Fazit: Erst in der Masse verlieren Menschen ihre Angst vor Nähe und ihre Hemmungen gegenüber anderen. Dadurch können wiederum neue Kräfte freigesetzt werden - auch solche, die von machthungrigen oder rücksichtslosen Anführenden ausgehen.
Wenn man Canettis Erkenntnisse heute betrachtet, stellt sich die Frage: Wie hängen Macht und Kontrolle in unserer Zeit zusammen? Nutzen heutige Machthaber bestimmte Gruppen gezielt aus - zum Beispiel, indem sie soziale Netzwerke und Künstliche Intelligenz (KI) einsetzen, um Menschen nachhaltig zu beeinflussen? Oder sind es die sozialen Netzwerke selbst, die - mit Hilfe immer klügerer Algorithmen - bestimmen, was wir sehen, denken und diskutieren sollen, ganz nach den Vorstellungen ihrer Konzernchefs? Oder sind es die großen Tech-Konzerne, die den technischen Fortschritt und die Entwicklung von KI immer weiter vorantreiben, ohne Rücksicht auf die dadurch resultierenden Folgen für die Gesellschaft?
Kommt unsere Gesellschaft unter anderem dadurch an die Grenzen ihrer demokratischen Belastbarkeit? Die Welt verändert sich jedenfalls immer schneller, und die Machtverhältnisse werden im Verhältnis dazu jedoch immer unklarer und unsicherer.
Jury
Die Jury setzte sich wie in den vergangenen Jahren aus 5 namhaften Vertreter*innen der Wiener beziehungsweise Ottakringer Kunst- und Kulturszene zusammen, um eine fachlich versierte und unabhängige Auswahl treffen zu können:
- Berthold Ecker, Wien Museum & MUSA
- Elsy Lahner, Albertina Wien
- Delphine Léger, Preisträgerin Ottakringer Kunstpreis 2025
- Günther Oberhollenzer, Künstlerhaus Wien
- Roland Schütz, Kunsttankstelle Ottakring


