Fake News: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Was sind Fake News?

Unter Fake News hat man ursprünglich nur falsche Informationen verstanden, die mit der Absicht, andere zu beeinflussen, verbreitet wurden und wie "echte" Nachrichten ausgesehen haben. Meistens waren das Informationen, die dazu dienten, eine bestimmte politische Richtung zu unterstützen. Um eine möglichst große Masse von Menschen zu erreichen, setzen die Verfasser*innen solcher Meldungen auf sehr reißerische und schockierende Formulierungen, die zum Teilen und Liken verleiten sollen.

Mittlerweile bezeichnet der Begriff Fake News jedoch auch alle möglichen Lügen und Falschmeldungen im Internet. In öffentlichen Diskussionen werden Medien-Meldungen von Kritiker*innen oft als Fake News bezeichnet. Dadurch sollen Journalist*innen und Medien in ihrem Ruf geschädigt werden.

Welche Arten von Falschmeldungen gibt es?

Man kann grob folgende Arten von Falschmeldungen unterscheiden:

Scherz- oder Satiremeldungen
Darunter fallen sowohl satirische "Scherznachrichten" (wie die der "Tagespresse") oder aber auch bloße Gerüchte (etwa über prominente Personen). Diese Meldungen können für Betroffene sehr unangenehm sein, haben jedoch nicht den Zweck, andere Menschen zu beeinflussen.
Phishing- und Betrugsmeldungen
Nutzer*innen sollen verleitet werden, auf einen Link zu klicken und eventuell persönliche Daten anzugeben. Sogenanntes Phishing kann erheblichen (finanziellen) Schaden verursachen. Es ist deshalb sehr wichtig zu prüfen, ob eine Nachricht mit Link vertrauenswürdig ist.
Gezielt manipulative Falschmeldungen
Solche Nachrichten sollen die Meinung der Leser*innen gezielt beeinflussen und sie beispielsweise von bestimmten politischen Zielen überzeugen. Verfasser*innen solcher Nachrichten bedienen sich oft echter Nachrichten und stellen diese verkürzt oder unrichtig dar. Es werden zum Beispiel wichtige Informationen bewusst weggelassen.
Hass, Hetze oder Mobbing und andere bösartige Meldungen
In den letzten Jahren ist es in Sozialen Medien verstärkt zu Hass und Hetze gegen einzelne Personen oder ganze Gruppen gekommen. Zu solchen Zwecken werden oft falsche Informationen gestreut, also Fake News verwendet. Solche Meldungen sind oft sogar strafrechtlich relevant, auch Mobbing kann in Österreich strafbar sein.

Stimmt es, dass auch in bekannten Medien und Zeitungen Fake News verbreitet werden?

Zeitungen und andere große Medien erfüllen eine wichtige Aufgabe in der Gesellschaft. Sie recherchieren und überprüfen Informationen und veröffentlichen die Ergebnisse dieser Arbeit. Grundsätzlich halten sie sich dabei an klare Regeln, die sicherstellen, dass keine Fake News in ihren Berichten auftauchen. Aber auch dort können Fehler passieren, weshalb es vorkommen kann, dass Fake News in der Zeitung zu lesen sind. Seriöse Medien stehen normalerweise auch zu diesen Fehlern und stellen sie so schnell wie möglich richtig.

Bekannte Medien arbeiten mit vielen Mitarbeiter*innen in großen Redaktionen. Dort werden Artikel vor Veröffentlichung von mehreren Personen gelesen und überprüft, was dazu führt, dass Fehler in der Regel noch vor Veröffentlichung bemerkt werden. Seriöse Medien halten sich an die Grundsätze des Medienrechts und holen auch Stellungnahmen der von ihren Berichten betroffenen Personen ein. Solche Prozesse sind aufwändig und kosten viel Geld, weshalb seriöse, bekannte Medien oft nur gegen Bezahlung zu lesen sind. Im Internet spricht man von einer Paywall, hinter der die Artikel stehen. Berichte einer Einzelperson (die vielleicht sogar anonym postet), sind daher wesentlich kritischer zu betrachten, weil diese Prüfung durch andere Personen fehlt.

Außerdem gibt es Einrichtungen wie den österreichischen Presserat, der Medien für falsche Berichterstattung öffentlich kritisiert und ihre Fehler aufzeigt. Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Verbreiten von falschen Informationen für Medien wie auch für Privatpersonen sogar rechtliche Konsequenzen haben.

Sind Fake News gefährlich?

Ja! Fake News können für jeden Einzelnen gefährlich sein, sie können aber auch für die gesamte Gesellschaft eine Gefahr darstellen.

Leider kommt es immer wieder vor, dass Menschen auf Fake News hereinfallen und so zu ernstem Schaden kommen. In der Corona-Pandemie beispielsweise haben Fake News dazu beigetragen, dass Menschen sich nicht ausreichend schützen und deshalb schwer krank werden.

Aber auch für eine Gesellschaft können Fake News gefährlich werden, weil sie durch ihre weite Verbreitung zu einer Polarisierung und Spaltung in der Bevölkerung führen können. Dadurch können ernsthafte Probleme im Zusammenleben entstehen und sogar Freundeskreise oder Familien zerbrechen.

Warum ist es wichtig, Fake News zu erkennen?

Fake News können ihre negative Wirkung besonders dann entfalten, wenn sie sich weit verbreiten. Die Sozialen Medien sind so aufgebaut, dass Beiträge, die häufig kommentiert, geliked oder geteilt werden, bei immer mehr Menschen auftauchen. Dadurch können sich Fake News rasend schnell, also "viral", unter vielen Menschen verbreiten. Um das zu verhindern ist es wichtig, dass man Fake News erkennt und sich nicht an deren Verbreitung beteiligt.

Was kann ich gegen Fake News tun? An wen kann ich mich wenden?

Am wichtigsten ist, dass du nicht zur Verbreitung von Fake News beiträgst. Das bedeutet, Fake News nicht zu kommentieren, zu liken oder zu teilen. Zusätzlich kannst du Fake News bei den jeweiligen Sozialen Medien melden oder dich an Faktencheck-Plattformen wie Mimikama wenden.

Im Einzelfall kann es auch sinnvoll sein, Fake News zu kommentieren und andere darauf aufmerksam zu machen, dass es sich um falsche Informationen handelt. Besser ist es, man kontaktiert Freunde und Bekannte, die solche Beiträge teilen, direkt. Dann verschafft man den Fake News auch keine weitere Aufmerksamkeit.

Personen in meinem Umfeld (Freund*innen, Familie oder Kolleg*innen) glauben und teilen Fake News. Was soll ich tun?

Wenn du feststellst, dass jemand in deinem Umfeld problematische Inhalte wie Fake News verbreitet, dann kann es sinnvoll sein, diese Menschen darauf hinzuweisen. Besonders innerhalb der Familie kann so etwas sehr belastend sein. Für Betroffene ist es häufig schwer, das Gespräch zu suchen.

Es gibt leider keine Garantie dafür, dass ein Gespräch zu einem Erfolg führt, aber folgende Tipps können zu einem guten Verlauf beitragen:

  • Bleibe sachlich
  • Verzichte auf persönliche Angriffe
  • Pflege respektvollen Umgang
  • Versuche dich in die andere Person hineinzuversetzen

Bei einer Diskussion kann es außerdem helfen, den anderen nicht um jeden Preis mit Argumenten zu überwältigen. Oft bringt es viel mehr, ein gewisses Interesse für die Standpunkte einer Person zu zeigen und diese dann zu hinterfragen - etwa nach Quellen oder Belegen für gewisse Behauptungen.

Weitere Informationen und Tipps: Beratungsstelle Extremismus

Was sind Deepfakes?

Bei Deepfakes handelt es sich um gefälschte Bilder oder Videos, die täuschend echt aussehen. Sie werden mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und sind kaum von tatsächlichen Aufnahmen zu unterscheiden. Deepfakes können beispielsweise dazu genutzt werden, Politiker*innen falsche Aussagen in den Mund zu legen. Um etwa Aussagen einer prominenten Person in einem Video zu überprüfen, sollte man nach weiteren Quellen und Belegen dazu suchen.

Beispiel: Du hast ein Video einer Politikerin gesehen, in dem diese schockierende Aussagen tätigt, die dir merkwürdig oder unglaubwürdig erscheinen? Dann solltest du nachsehen, ob diese Aussagen von einer offiziellen Stelle, wie der Pressestelle der Politikerin bestätigt wurden.

Gab es Fake News schon vor dem Internet?

Absichtlich gestreute Falschinformationen, um politischen Gegner*innen oder Minderheiten zu schaden, existieren schon sehr lange. Neu sind jedoch die Methoden, mit denen Fake News verbreitet werden. Erst seit es das Internet und insbesondere die Sozialen Medien gibt, können sich Fake News in großer Zahl und in rasender Geschwindigkeit verbreiten. Dadurch haben sie sich zu einem ernsthaften Problem entwickelt.

Weiterführende Informationen und Quellen

Verantwortlich für diese Seite:
Stadt Wien | Presse- und Informationsdienst
Kontaktformular