Stadt Wien stärkt Medienstandort



Die Stadt Wien setzt einen weiteren strategischen Schritt zur Sicherung des Medienstandorts: Mit sofortiger Wirkung wird ein "Bevollmächtigter der Stadt Wien für den Medienstandort Wien im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz" bestellt. Ziel ist es, die heimische Medienbranche im digitalen Transformationsprozess zu stärken, Medienvielfalt zu sichern und neue Wertschöpfungspotenziale im Bereich KI zu erschließen.
Wien schützt Medienvielfalt als demokratische Infrastruktur. Künstliche Intelligenz verändert Produktion, Verbreitung und Finanzierung von Medien grundlegend. Deshalb braucht es klare Strategien, starke Partnerschaften und eine koordinierende Stelle, die Innovation und Schutz gleichermaßen im Blick hat.
Wien handelt: Medieninitiative und AIMK
Bereits seit 2019 stärkt die Stadt Wien mit der Wiener Medieninitiative qualitative Medienprojekte und digitale Innovation. 318 Projekte wurden bislang mit rund 11 Millionen Euro gefördert. Im Rahmen der jüngsten Regierungsklausur wurde die Initiative mit 6 Millionen Euro für die kommenden Jahre abgesichert.
Mit März 2026 gibt es eine weitere Förderrunde in Höhe von 600.000 Euro. Ein Schwerpunkt liegt auf Projekten, die Arbeitsplätze sichern oder neu schaffen. Der Frauenbonus zur Stärkung von Frauen in leitenden Medienfunktionen wird fortgeführt.
Zusätzlich wurde bei der Wien Holding das Artificial Intelligence-Medienkompetenzzentrum (AIMK) gegründet. Es bündelt Kompetenzen aus Medienhäusern, Digitalwirtschaft, Start-ups, Wissenschaft und öffentlicher Hand. Die Leitung des Zentrums ist als Stelle "Bevollmächtigter der Stadt Wien für den Medienstandort Wien im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz" eingerichtet.
Kompetenzen des Bevollmächtigten
Der Bevollmächtigte wird als operative Schaltstelle fungieren. Zu seinen Aufgaben zählen insbesondere:
- Weiterentwicklung des Rahmens für den Einsatz von KI in Medien auf Basis des Digitalen Humanismus
- Sicherung und Durchsetzung von Urheberrechten im KI-Kontext
- Entwicklung von Instrumenten zur Identifikation und Abwehr von Deepfakes
- Förderung KI-basierter Innovationen und neuer Wertschöpfungsketten
- Mobilisierung nationaler und internationaler Fördermittel
- Aufbau gezielter Ausbildungs- und Qualifizierungsprogramme
Zum Bevollmächtigten wird Alexander Wrabetz bestellt. Der Jurist war von 2007 bis 2021 Generaldirektor des ORF und verfügt über langjährige Expertise im Medienmanagement sowie in Digitalisierungs- und Transformationsprozessen.
Mit dieser Bestellung unterstreicht die Stadt Wien ihren Anspruch, den Medienstandort nachhaltig zu stärken, Innovation zu fördern und demokratische Resilienz im digitalen Zeitalter abzusichern.
Medien unter Transformationsdruck
Internationale Plattformkonzerne verschieben seit Jahren erhebliche Werbevolumina aus nationalen Märkten. Gleichzeitig verändern KI-gestützte Systeme zunehmend die Nutzung von Informationen. Neue digitale "Gatekeeper"-Strukturen beeinflussen Reichweiten, Geschäftsmodelle und Sichtbarkeit klassischer Medienangebote.
Neben wirtschaftlichen Herausforderungen entstehen auch demokratiepolitische Risiken: Deepfakes, synthetische Inhalte und automatisierte Desinformation gefährden Glaubwürdigkeit, Vertrauen und öffentliche Debatte. "KI ist eine enorme Chance für Innovation, darf aber nicht zu einem Ausverkauf geistigen Eigentums oder zu einer Schwächung demokratischer Öffentlichkeit führen. Wien setzt hier bewusst auf einen wertebasierten Ansatz", so Ludwig.
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- Letzte Aktualisierung: 04.03.2026, 10.39 Uhr
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