

Ein zentrales Projekt im 8. Bezirk ist die geplante Neugestaltung des Josef-Matthias-Hauer-Platzes. Dieser soll zu einem Ort werden, der Begegnung, Erholung und Gemeinschaft fördert - und das unter aktiver Einbindung der Bürger*innen, deren Wünsche und Visionen in die Planungen einfließen.
Die Bauarbeiten starten im September 2026 und sollen ein Jahr dauern.
Vom Verkehrsknotenpunkt zum Ort der Begegnung
Der Josef-Matthias-Hauer-Platz, bisher vor allem als Nadelöhr an der Josefstädter Straße bekannt, soll zu einem lebendigen Zentrum in der Josefstadt werden. Ab 2026 soll hier ein moderner Hauptplatz entstehen, der das "Dorf in der Stadt" lebendig macht. In Zukunft soll der Ort etwa als Marktplatz genutzt werden oder für Freiluftveranstaltungen wie Straßenkonzerte oder ein Open-Air-Kino. Kurz: Ein Platz, der für alle da ist.
Der Platz soll verkehrsberuhigt und begrünt werden: Künftig sorgen 22 neue Bäume und Hochsträucher für angenehmen Schatten an heißen Tagen. Für eine höhere Aufenthaltsqualität sorgen 560 Quadratmeter Grünflächen, 14 neue Fahrradbügel, Blumenbeete mit integrierten Sitzen sowie ein zentral gelegenes Wasserspiel.
Der Boden wird auf einer Fläche von 2.640 Quadratmeter durch helle, versickerungsfähige Pflastersteine entsiegelt: So wird Regenwasser im Boden gespeichert und kann an heißen Tagen wieder verdunsten.
Die Abbiegespuren in die Josefstädter Straße fallen weg, wodurch der Durchzugsverkehr vom 9. in den 7. Bezirk reduziert wird - dieser wird künftig über den Gürtel ausweichen. Ein neu errichteter Zweirichtungsradweg neben den Straßenbahnschienen ermöglicht das sichere Queren mit dem Fahrrad.
Die Straßenbahnlinien 5 und 12 bleiben unverändert, lediglich die Haltestelle beim Café Hummel wird leicht nach hinten verlegt, um ein barrierefreies Ein- und Aussteigen zu ermöglichen.
Auch Albertgasse und Skodagasse werden aufgewertet
Neben dem Josef-Matthias-Hauer-Platz werden auch die 2 angrenzenden Straßenzüge, die Albertgasse und die Skodagasse (bis zur Florianigasse), in die Aufwertung miteinbezogen.
Die Albertgasse wird künftig bis zur Florianigasse als Einbahn geführt, in der Skodagasse wird außerdem das Radfahren gegen die Einbahn ermöglicht. Die Zufahrt zur Parkgarage beim Hamerlingpark bleibt gleich.
Ein Platz für alle: Nachhaltig und inklusiv
Die Vision für den neuen Josef-Matthias-Hauer-Platz und seiner angrenzenden Straßen umfasst nicht nur eine optische Aufwertung, sondern auch einen nachhaltigen und inklusiven Ansatz. Grüninseln sollen das Mikroklima verbessern, während barrierefreie Zugänge die Nutzbarkeit für alle sicherstellen. Die Linienführung der Straßenbahnen 5 und 12 bleibt unverändert. Dadurch ist auch die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln weiterhin gewährleistet.





Planansicht des neu gestalteten Josef-Matthias-Hauer-Platzes





Bezirksweite Befragung Anfang 2025
Damit die Umgestaltung den vielfältigen Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht wird, wurde ein umfangreicher Prozess zur Information und Bürger*innen-Beteiligung gestartet. Im Jänner und Februar 2025 wurde eine bezirksweite Befragung durchgeführt. Dazu wurden die Teilnahmebögen an alle wahlberechtigten Bewohner*innen der Josefstadt verschickt. Alle Josefstädter*innen hatten die Möglichkeit, ihre Wünsche und Ideen bei einer bezirksweiten Befragung einzubringen. Die gesammelten Rückmeldungen wurden ausgewertet und im März 2025 veröffentlicht.
Ergebnis: 75 Prozent wollen mehr Begrünung
Bei der bezirksweiten Befragung zur Neugestaltung des Josef-Matthias-Hauer Platzes waren alle 21.221 Bewohner*innen ab 16 Jahren teilnahmeberechtigt. 5.942 Personen nahmen an der Befragung teil, das entspricht einem Rücklauf von 28 Prozent - ein starkes Zeichen für Demokratie und Mitbestimmung in der Josefstadt.
Wünsche im Detail:
- 75 Prozent der teilnehmenden Bewohner*innen sind der Ansicht, dass die Straßenabschnitte beim Josef-Matthias-Hauer-Platz mehr Bäume und Begrünung vertragen.
- Mehr als 2 Drittel sprechen sich für mehr Wasserspender aus: 68 Prozent wünschen sich zusätzliche Trinkbrunnen für Mensch und Tier.
- 64 Prozent der Befragten finden, dass die Straßenabschnitte zusätzliche Sitzgelegenheiten benötigen.
- 59 Prozent der Teilnehmenden wünschen sich zusätzliche Fahrradabstellplätze,
- 61 Prozent sind zudem bereit, auf Parkplätze zu verzichten, wenn diese für mehr Grünraum genutzt werden.
- Nur 27 Prozent der Befragten wünschen keine Veränderung der Oberflächengestaltung.
Machbarkeitsstudie 2017
Bereits 2017 wurde auf Anregung der Bezirksvorstehung Josefstadt von der Abteilung Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten (MA 46) eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.

