Zulassung einer Jacht zur Seeschifffahrt - Seebrief - Antrag

Allgemeine Informationen

Die Zulassung von Jachten zur Seeschifffahrt (behördlicher Bescheid) ist an die Person der Eigentümerin bzw. des Eigentümers und die Jacht gebunden. Die Zulassung berechtigt und verpflichtet zur Führung der österreichischen Seeflagge. Über die Zulassung selbst wird eine Urkunde, der Seebrief, ausgestellt, der stets im Original an Bord mitgeführt werden muss.

Datenschutz

Informationen zum Datenschutz und zu Ihren Rechten als betroffene Person finden Sie unter: Datenschutzrechtliche Information

Voraussetzungen

Eine natürliche Person muss zur Zulassung einer Jacht von weniger als 24 Meter Länge zur Seeschifffahrt folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Österreichische Staatsbürgerschaft oder
  • Staatsangehörigkeit eines EWR-Staates mit ordentlichem Wohnsitz in Österreich
  • Mehr als 50 Prozent Jachteigentum

Personengesellschaften des Handelsrechtes und juristische Personen unterliegen gesonderten Bestimmungen. Auskünfte erteilt die zuständige Stelle.

Jeder Jacht wird, wenn nicht im Rahmen einer Zulassung für Binnengewässer bereits vorhanden, ein amtliches Kennzeichen zugewiesen. Diesem kann ein frei wählbarer Name angeschlossen werden.

Für Schlauchboote ohne festen Boden, Ruder- oder Paddelboote kann kein Seebrief ausgestellt werden.

Fristen und Termine

Die Gültigkeit der Zulassung ist in der Regel auf zehn Jahre befristet. Vor Fristablauf kann eine neue Zulassung beantragt werden. Der Seebrief und eine Erklärung, dass sich an den Vermessungsgrößen der Jacht keine Änderungen ergeben haben, sind erforderlich. Ansonsten erlischt die Zulassung oder sie wird widerrufen.

Zuständige Stelle

Die Zulassung für Jachten mit weniger als 24 Meter Länge erteilt der Landeshauptmann des ordentlichen Wohnsitzes der Eigentümerinnen und Eigentümer.

In Wien

Abteilung für Wasserrecht (MA 58)
20., Dresdner Straße 73-75, (1. Stock)
Telefon: +43 1 4000-96815
Fax: + 43 1 4000-99-96810
E-Mail: post@ma58.wien.gv.at

Parteienverkehr: Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr
Amtsstunden: Montag bis Freitag von 7.30 bis 15.30 Uhr
Am Karfreitag, am 24.12. und am 31.12. von 7.30 bis 12 Uhr; an gesetzlichen Feiertagen geschlossen.

Hinweise zu den Öffnungszeiten von Ämtern und Behörden

Die Zulassung für Jachten ab 24 Meter Länge erteilt das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie als Oberste Schifffahrtsbehörde.

Optional kann eine Registrierung der Jacht vorgenommen werden:
Seeschiffsregister in Wien
Bezirksgericht Innere Stadt Wien (Abteilung 51)
3., Marxergasse 1a
Telefon: + 43 1 515 28-471 oder -481

Erforderliche Unterlagen

Der unterschriebene Antrag muss folgende Angaben enthalten:

  • Name der Jacht
  • Erklärung, dass die Jacht in keinem ausländischen Schiffsregister eingetragen ist
  • Verwendungszweck der Jacht (wie Sport- und Vergnügungszweck, Charter)
  • Fahrtbereich

Folgende Dokumente können im Original oder in beglaubigter Kopie beigelegt werden. Fremdsprachige Urkunden erfordern eine beglaubigte deutsche Übersetzung (gerichtlich beeidete Dolmetscherin oder Dolmetscher):

  • Staatsbürgerschaftsnachweis (gegebenenfalls auch der Miteigentümerin oder des Miteigentümers)
  • Nachweise in Zusammenhang mit der CE-Kennzeichnung
  • Meldenachweis (gegebenenfalls auch der Miteigentümerin oder des Miteigentümers)
  • Messbrief (Zeugnis über die Hauptabmessungen des Fahrzeuges - einfach) oder österreichische Zulassungsurkunde:
    • Jacht bis zehn Meter Länge, die nur in der Watt- oder Tagesfahrt eingesetzt wird: Der Messbrief kann durch eine österreichische Zulassungsurkunde für Binnengewässer ersetzt werden. Die Berechnung der Brutto- und Nettoraumzahl (ausgestellt von ermächtigten Ziviltechnikerinnen oder Ziviltechniker der Schiffstechnik und Klassifikationsgesellschaften) ist notwendig. Als Jachtname kann die Zulassungsnummer (Kennzeichen) beibehalten werden.
    • Jachten unter 24 Meter Länge: Messbrief (ausgestellt von ermächtigten Ziviltechnikerinnen oder Ziviltechniker für Schiffstechnik und Klassifikationsgesellschaften)
    • Jachten ab 24 Meter Länge: Internationaler Messbrief gemäß Schiffsvermessungsübereinkommen sowie Ausrüstungs-Sicherheitszeugnis (ausgestellt von ermächtigten Ziviltechnikerinnen oder Ziviltechniker für Schiffstechnik und Klassifikationsgesellschaften)
  • Eigentumsnachweis (Rechnung, Kaufvertrag und Zahlungsbestätigung)
  • Nachweis von Standesbezeichnungen und akademischen Graden, soweit deren Eintragung gewünscht wird
  • Gegebenenfalls eine von allen Eigentümerinnen oder Eigentümern (Name und Adresse) unterfertigte Aufschlüsselung der Eigentumsanteile
  • Jacht war bereits in einem ausländischen Schiffsregister eingetragen: Entregistrierungsbescheinigung
  • Gegebenenfalls Vollmacht

Liste der ermächtigten Ziviltechnikerinnen oder Ziviltechniker und Klassifikationsgesellschaften

Kosten und Zahlung

Die Gebühr pro Antrag beträgt 14,30 Euro. Die weiteren Gebühren und Abgaben müssen für jedes Verfahren individuell berechnet werden. Rechtsgrundlagen für die Kosten sind das Gebührengesetz, die Bundesverwaltungsabgabenverordnung sowie die Verordnung der Wiener Landesregierung über Verwaltungsabgaben und Kommissionsgebühren.

Rechnungen und Zahlungen
Ansprechpartnerin in Zahlungsfragen ist die MA 6 - Buchhaltungsabteilung 40.

Formular

Zusätzliche Informationen

  • Die Zulassung erfolgt durch Bescheid der zuständigen Behörde und wird mittels Seebrief beurkundet. Seebrief, Bescheid und Messbrief sind im Original (oder in beglaubigter Kopie) immer an Bord mitzuführen.
  • Die Zulassung ist an die Person der Jachteigentümerin bzw. des Jachteigentümers gebunden. Der Zulassungsbescheid beinhaltet die erforderliche Mindestausrüstung.
  • Mit der Zulassung ist das Recht und die Pflicht verbunden, die österreichische Seeflagge zu führen. Für dieses Recht wird der Seebrief ausgestellt.
  • Unter bestimmten Umständen kann es zu einem Erlöschen oder Widerruf der Zulassung kommen.
  • Die Eigentümerin oder der Eigentümer einer zugelassenen Jacht ist verpflichtet, Änderungen in den Zulassungsvoraussetzungen (wie Wohnsitzänderung, Motorenänderung) zu melden. Die Anzeige hat innerhalb von vier Wochen zu erfolgen. Entsprechende Nachweise und der Seebrief müssen dabei vorgelegt werden.
  • Bei Änderung der Vermessungsgrößen oder anderer im Messbrief enthaltener Angaben ist ein neuer Messbrief erforderlich.

Eine Übertragung oder Weitergabe des Seebriefes ist unzulässig.

Bei allen nachfolgenden Anträgen muss eine Vollmacht der Vertretungsbefugnis vorgelegt werden:

  • Fahrtbereichsänderung: Der Seebrief muss der MA 58 im Original zwecks Eintragung des neuen Fahrtbereiches vorgelegt werden.
  • Miteigentümerwechsel: Der Seebrief und der Messbrief müssen der MA 58 im Original vorgelegt werden.
  • Motorwechsel: Der Seebrief muss der MA 58 im Original zwecks Eintragung des neuen Motors vorgelegt werden.
  • Neuzulassung: Der Messbrief muss der MA 58 im Original vorgelegt werden.
  • Verlängerung: Der Seebrief und eventuell der Messbrief (nur vorzulegen, wenn kein amtliches Kennzeichen im Messbrief eingetragen ist) muss der MA 58 im Original vorgelegt werden.
  • Sonstiges (Adressänderung nur wenn Hauptwohnsitz weiter in Wien, Namensänderung usw.): Der Seebrief muss der MA 58 im Originalvorgelegt werden.

Die Angabe des Fahrtbereiches erfolgt nach folgender Einteilung:

  • Fahrtbereich 1 - Watt- oder Tagesfahrt: Fahrt in Küstennähe und auf geschützten Gewässern, wie Golfen, Buchten, Lagunen, Flussmündungen oder Watten. Die Watt- oder Tagesfahrt erstreckt sich auf einen Bereich von drei Seemeilen, gemessen von der Küste (vom Festland oder von den Inseln).
  • Fahrtbereich 2 - Küstenfahrt: Fahrt zwischen nahe gelegenen Häfen entlang der Küste. Die Küstenfahrt erstreckt sich auf einen Bereich von 20 Seemeilen, gemessen von der Küste.
  • Fahrtbereich 3 - Küstennahe Fahrt: Fahrt in küstennahen Gewässern. Die küstennahe Fahrt erstreckt sich auf einen Bereich von 200 Seemeilen, gemessen von der Küste.
  • Fahrtbereich 4 - Weltweite Fahrt: Fahrt, die über den Bereiche der küstennahen Fahrt hinausgeht.

Seeschifffahrt (BM)

Rechtliche Grundlagen:

Homepage: Wasserrecht

Verantwortlich für diese Seite:
Wasserrecht (Magistratsabteilung 58)
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