Fotovoltaik- und Solaranlagen - Begutachtung

Allgemeine Informationen

Alle Änderungen des äußeren Erscheinungsbildes werden von der Abteilung für Architektur und Stadtgestaltung (MA 19) hinsichtlich der gestalterischen Einfügung in das örtliche Stadtbild überprüft. Für die Erteilung einer Bewilligung wird diese architektonische Begutachtung in Form einer Stellungnahme oder eines Gutachtens an die zuständige Behörde - Baupolizei (MA 37) oder Rechtliche Bau-, Energie-, Eisenbahn- und Luftfahrtangelegenheiten (MA 64) weitergeleitet.

Voraussetzungen

Bei einer sichtbaren Montage oder wesentliche Änderung von Fotovoltaik- und Solaranlagen ändert sich der ästhetische Gesamtcharakter des Gebäudes. Die gestalterische Einheitlichkeit soll bei Fassaden und Dachlandschaften dennoch erhalten bleiben.

Ziele aus stadtgestalterischer Sicht

  • Die Montage von Fotovoltaik- und Solaranlagen auf zum Hofbereich oder eigenen Garten gerichteten Fassaden und Dachflächen muss bevorzugt werden.
  • Fotovoltaik- und Solaranlagen sollen am Dach möglichst dachparallel eingebaut werden.
  • Sichtbare Kabel- oder Schlauchführungen müssen vermieden werden.
  • Es müssen ein oder mehrere rechteckige Felder (d.h. möglichst keine L-, T-, U- oder C-Formen) angestrebt werden.
  • Es soll entweder mindestens 50 Zentimeter Randabstand bzw. 50 Zentimeter Abstand zu Dacheinbauten eingehalten werden oder ganze Dachflächen lückenlos rechteckig ohne Randabstand (mit Ausnahme von Regenrinne und Saumblech) belegt werden.
  • Eine Überragung der Dachkanten muss vermieden werden.
  • Bei Flachdächern mit geneigten Modulen ist ein Randabstand der doppelten (senkrecht gemessenen) Modulhöhe vorteilhaft.
  • Die Angleichung der Fotovoltaik- und Solaranlagen in Proportion und Maßstab an die vorhandenen architektonischen Gegebenheiten des Gebäudes ist jedenfalls grundlegend, bei Fassadenmontagen in der Regel sogar unumgänglich.

Fristen und Termine

Projekte können laufend eingebracht werden.

Zuständige Stelle

Architektur und Stadtgestaltung (MA 19)
12., Niederhofstraße 21-23
Telefon: +43 1 81114-88915, -88916, -88917
Fax: +43 1 81114-99-88910
E-Mail: post@ma19.wien.gv.at

Kontakt: Dezernat Begutachtung

Parteienverkehr: Dienstag und Donnerstag von 8 bis 12.30 Uhr
Am Karfreitag, am 24.12. und am 31.12. von 8 bis 11.30 Uhr; an gesetzlichen Feiertagen geschlossen
Amtsstunden: Montag bis Freitag von 7.30 bis 15.30 Uhr
Am Karfreitag, am 24.12. und am 31.12. von 8 bis 12 Uhr; an gesetzlichen Feiertagen geschlossen

Erteilung der Bewilligungen bei Fotovoltaikanlagen (erzeugen Strom):

  • Bewilligung von Anlagen (welche nicht dem Betrieb von Eisenbahnen sowie dem Betrieb des Bergbaues, der Luftfahrt, der Schifffahrt, der Landesverteidigung oder Fernmeldezwecken dienen oder nach gewerberechtlichen oder abfallrechtlichen Bestimmungen zu bewilligen sind) nach dem Wiener Elektrizitätswirtschaftsgesetz 2005 (WelWG) durch die Abteilung für Rechtliche Bau-, Energie-, Eisenbahn- und Luftfahrtangelegenheiten - Energie und Berufung (MA 64)
  • Zusätzliche Bewilligung im Grünland-Schutzgebiet, Schutzzonen und Gebieten mit Bausperre nach der Wiener Bauordnung (BO) durch die Baupolizei (MA 37)

Erteilung der Bewilligung bei (thermischen) Solaranlagen (erzeugen Warmwasser):
Im Grünland-Schutzgebiet, Schutzzonen und Gebieten mit Bausperre nach der Wiener Bauordnung (BO) durch die Baupolizei (MA 37); thermische Solaranlagen unterliegen nicht dem WelWG

Denkmalgeschützte Objekte:
Bundesdenkmalamt (BDA) - Landeskonservatorat für Wien (Hierfür muss gesondert ein Bescheid vom Bundesdenkmalamt erwirkt werden.)

Verfahrensablauf

Die Abteilung für Architektur und Stadtgestaltung (MA 19) übermittelt ihre Stellungnahme oder ihr Gutachten im Bewilligungsverfahren an die für die Bewilligung zuständige Behörde.

Der Bescheid wird von der Baupolizei (MA 37) oder von der Abteilung für Rechtliche Bau-, Energie-, Eisenbahn- und Luftfahrtangelegenheiten - Energie und Berufung (MA 64) erstellt.

Erforderliche Unterlagen

Fotovoltaikanlagen und thermische Solaranlagen im Grünland-Schutzgebiet, in Schutzzonen und Gebieten mit Bausperre gemäß der Bauordnung für Wien:

  • Darstellung in einem Einreichplan (d.h. Lageplan, Ansicht, Schnitt, Dachdraufsicht - M1:100) und Fotos des betreffenden Gebäudes - möglichst aus dem öffentlichen Raum aufgenommen - mit eingetragenen Sonnenkollektoren bzw. PV-Modulen

Fotovoltaikanlagen außerhalb vom Grünland-Schutzgebiet, Schutzzonen und Gebieten mit Bausperre gemäß der Bauordnung für Wien, falls keine Darstellung in einem Einreichplan vorliegt:

  • Luftaufnahme in der Schrägansicht (z. B. aus dem Internet) mit Darstellung der PV-Module samt Bemaßung aller Randabstände
  • Fotos des betreffenden Gebäudes - möglichst aus dem öffentlichen Raum aufgenommen - mit eingetragenen PV-Modulen (Es ist jedenfalls auch jener Blickpunkt zu wählen von dem aus die Module am meisten sichtbar sind)
  • Schematischer Gebäudeschnitt mit Darstellung der PV-Module samt Bemaßung aller Randabstände und Modulhöhen über der Attika bzw. Dachfläche
  • Lageplan (z. B. aus Flächenwidmungs- und Bebauungsplan) mit markiertem Objekt
  • Angabe von Adresse, BauwerberIn, PlanerIn und Datum sowie Beschreibung der Modulanzahl, Quadratmeter und Eckdaten

Kosten und Zahlung

Die architektonische Begutachtung ist gebührenfrei.

Im Zuge des Bewilligungsverfahrens werden anfallende Gebührenkosten durch die dafür zuständige Behörde eingehoben.

Erledigungsdauer

Die Dauer der Erledigung richtet sich danach, ob alle Unterlagen vollständig und fristgerecht eingereicht wurden.

Zusätzliche Informationen

Eine freiwillige Vorlage von Anlagen, welche nach beiden Gesetzen bewilligungsfrei sind, ist im Zweifelsfall bei der Abteilung für Architektur und Stadtgestaltung (MA 19) (speziell falls die vorher genannten Ziele aus stadtgestalterischer Sicht nicht eingehalten werden) zur Absicherung des Bauherren möglich.

Rechtliche Grundlagen:

Homepage: Architektur und Stadtgestaltung

Verantwortlich für diese Seite:
Architektur und Stadtgestaltung (Magistratsabteilung 19)
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