Durchführung von notwendigen Erhaltungs- oder Verbesserungsarbeiten - Antrag

Allgemeine Informationen

Das Verfahren auf Durchführung von notwendigen Erhaltungs- oder Verbesserungsarbeiten kann auf Antrag bei der Schlichtungsstelle eingeleitet werden.

Datenschutz

Informationen zum Datenschutz und zu Ihren Rechten als betroffene Person finden Sie unter: Datenschutzrechtliche Information

Voraussetzungen

  • VermieterInnen können die Durchführung von Erhaltungs- oder Verbesserungsarbeiten aufgetragen werden, wenn sie die Vornahme dieser Arbeiten unterlassen haben. Das Gericht (die Gemeinde) hat den VermieterInnen dann die Durchführung der Arbeiten innerhalb angemessener, ein Jahr nicht übersteigender Frist aufzutragen.
  • Erhaltungsarbeiten zur Beseitigung einer erheblichen Gesundheitsgefährdung können den VermieterInnen nur dann aufgetragen werden, wenn sich die Gesundheitsgefährdung nicht durch andere, den BewohnerInnen des Hauses zumutbare Maßnahmen abwenden lässt.
  • Bei vorweg durchzuführenden Arbeiten muss dem Antrag unabhängig von finanziellen Auswirkungen stattgeben werden.
  • Der rechtskräftige Auftrag zur Durchführung von Erhaltungs- oder Verbesserungsarbeiten ist ein Exekutionstitel. Kommen die VermieterInnen dem rechtskräftigen Auftrag der Entscheidung gemäß § 6 Abs. 1 MRG nicht fristgerecht nach, so haben alle MieterInnen des Hauses das Recht, für die Durchführung der Arbeiten die Bestellung von ZwangsverwalterInnen gemäß § 6 Abs. 2 MRG zu begehren.
  • Zur Sicherung von Ansprüchen gemäß §§ 3,6 MRG, die im Außerstreitverfahren zu verhandeln sind, kann das Gericht einstweilige Verfügungen nach der Exekutionsordnung erlassen. Soll die einstweilige Verfügung der Sicherung eines Anspruchs auf Durchführung von Erhaltungsarbeiten nach § 3 Abs. 3 Z 2 MRG dienen, so kann ihre Bewilligung nicht von einer Sicherheitsleistung nach § 390 Abs. 2 der Exekutionsordnung (EO) abhängig gemacht werden. Wird ein Antrag auf Erlassung einer einstweiligen Verfügung bei Gericht gestellt, so kann ab diesem Zeitpunkt ein Verfahren vor der Gemeinde gemäß § 39 MRG nicht mehr anhängig gemacht werden; für ein bereits vor der Gemeinde anhängiges Verfahren gilt § 40 Abs. 2 zweiter Satz MRG sinngemäß (Einstellung des Verfahrens bei der Schlichtungsstelle). Der Antrag in der Hauptsache ist in diesen Fällen bei Gericht einzubringen.

Fristen und Termine

Das Gericht (die Gemeinde) muss den VermieterInnen die Durchführung der Arbeiten innerhalb angemessener, ein Jahr nicht übersteigender Frist auftragen.

Zuständige Stelle

Schlichtungsstelle (MA 50)
19., Muthgasse 62
Telefon: +43 1 4000-74498

Dezernat II - Sanierung, WEG, WGG, Mietzinsüberprüfung im Förderungsrecht, HeizKG
E-Mail: ks@ma50.wien.gv.at

Amtsstunden: Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 7.30 bis 15.30 Uhr und Donnerstag von 7.30 bis 18 Uhr
Kundenverkehr: Montag und Mittwoch von 8 bis 13 Uhr und Donnerstag von 15.30 bis 17.30 Uhr

Erforderliche Unterlagen

Der formlose Antrag muss eigenhändig unterschrieben werden und sollte enthalten:

  • Name und Anschrift der AntragstellerInnen bzw. deren bevollmächtigte VertreterInnen: Antragsberechtigt ist
    • die Gemeinde, in der das Haus gelegen ist, im eigenen Wirkungsbereich und alle HauptmieterInnen des Hauses bei Erhaltungsarbeiten
      • an allgemeinen Teilen des Hauses
      • in einzelnen Mietgegenständen, sofern es sich um die Behebung von ernsten Schäden des Hauses oder um die Beseitigung einer vom Mietgegenstand ausgehenden erheblichen Gesundheitsgefährdung handelt oder wenn diese zur Herstellung der Brauchbarkeit des Mietgegenstandes erforderlich sind
      • zur Aufrechterhaltung des Betriebes von Gemeinschaftsanlagen
      • zur Neueinführung oder Umgestaltung, die kraft öffentlich-rechtlicher Verpflichtung vorzunehmen sind (z. B. Anschluss an eine Wasserleitung oder an einen Kanal)
      • zur Installation/Miete von Messeinrichtungen zur Verbrauchsermittlung
    • die Mehrheit der MieterInnen des Hauses (berechnet nach der Anzahl der Mietgegenstände) bei
  • Name und Anschrift der AntragsgegnerInnen: Das sind grundsätzlich alle EigentümerInnen (des Hauses) laut Auszug aus dem Grundbuch und deren VertreterInnen (Hausverwaltung) bzw. die Eigentümergemeinschaft für AltmieterInnen im Wohnungseigentumshaus. Nähere Auskünfte dazu erteilen die zuständigen ReferentInnen der Schlichtungsstelle.

Inhalt des Antrages

Es muss erkennbar sein, welche Arbeiten notwendig sind, um Mängel/Schäden zu beseitigen. Liegt eine Gesundheitsgefährdung vor, so muss diese glaubhaft dargelegt werden. Adresse des Objektes (Haus, Top-Nummer)

Beilagen zum Antrag

  • Falls sich eine der Parteien vertreten lässt, müssen die VertreterInnen auch eine Vollmacht beilegen (ausgenommen RechtanwältInnen, NotarInnen, ImmobilienmaklerInnen, ImmobilienverwalterInnen oder WirtschaftstreuhänderInnen, wenn sie sich auf eine erteilte Vollmacht berufen)
  • Mietvertrag

Fehlen in dem Antrag Angaben und Dokumente erfolgt eine Aufforderung der Behörde, diese nachzureichen. Sollten die fehlenden entsprechenden Dokumente binnen der gesetzten Frist von 14 Tagen nicht nachgereicht werden, wird der gegenständliche Antrag zurückgewiesen.

Kosten und Zahlung

Die Antragstellung sowie das weitere Verfahren ist kostenlos.

Zusätzliche Informationen

Diese Informationen können nur eine Hilfe bei der Antragseinbringung sein, eine juristische Beratung jedoch nicht ersetzen.

Rechtliche Grundlage: Mietrechtsgesetz - MRG: § 3, § 4, § 6

Homepage: Schlichtungsstelle für wohnrechtliche Angelegenheiten

Verantwortlich für diese Seite:
Wohnbauförderung und Schlichtungsstelle für wohnrechtliche Angelegenheiten (Magistratsabteilung 50)
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