Informationen über das Einkommen Ihres Haushalts

Die Wohnbeihilfe ist für Personen gedacht, die sich ihren Haushalt selbst finanzieren können und wollen. Deshalb ist für die Wohnbeihilfe ein Mindesteinkommen notwendig.

Das Mindesteinkommen beträgt in diesem Jahr

  • Für eine Person 885,47 Euro im Monat.
  • Für zwei Personen 1.327,62 Euro.
  • Für jede weitere erwachsene Person muss das Mindesteinkommen um 442,15 Euro höher sein.
  • Für jedes Kind muss das Mindesteinkommen um 136,63 Euro höher sein.

Sie können aber auch um Wohnbeihilfe ansuchen, wenn Sie dieses Mindesteinkommen im Moment nicht erreichen: Nämlich, wenn Sie das damals geltende Mindesteinkommen innerhalb der letzten 10 Jahre irgendwann 12 Monate durchgehend erreicht haben. Das ist zum Beispiel für Studierende wichtig, die früher berufstätig waren und jetzt den Großteil ihrer Zeit dem Studium widmen wollen.

Das Mindesteinkommen war in den letzten Jahren:

Jahr

Eine
erwachsene
Person
(in Euro)

Zwei
erwachsene
Personen
(in Euro)

je Kind
(in Euro)

2018

863,04

1.293,98

133,16

2017

844,46

1.266,13

130,30

2016

837,76

1.256,08

129,26

2015

827,82

1.241,19

127,73

2014

813,99

1.220,44

125,59

2013

794,91

1.191,84

122,65

2012

773,26

1,159,37

119,31

2011

752,94

1.128,89

78,91

2010

744,01

1.115,50

77,97

2009

733,01

1.099,02

76,82

2008

708,90

1.062,88

74,30

Wichtig: Sie müssen das notwendige Mindesteinkommen (aktuell oder über einen ununterbrochenen Zeitraum von 12 Monaten in den letzten 10 Jahren vor der aktuellen Antragstellung) auch in folgenden Fällen nachweisen:

  • Bei Änderung der Haushaltsgröße (Zuzug beziehungsweise Wegzug von Haushaltsangehörigen)
  • Bei Wohnungswechsel (Umzug in eine andere Wohnung)
  • Bei Unterbrechung der Wohnbeihilfe (kein fortlaufender Bezug)

Wenn Sie den Nachweis nicht erbringen können, wird der Antrag abgewiesen oder eingestellt. Ob Sie dann eine höhere Mietbeihilfe bekommen oder einen Anspruch auf Mietbeihilfe haben, können Sie bei der zuständigen Abteilung Soziales, Sozial- und Gesundheitsrecht (MA 40) erfahren.

Für die Berechnung, ob und wieviel Wohnbeihilfe Sie bekommen können, ist es wichtig, wie hoch Ihr Haushaltseinkommen ist.
Das Haushaltseinkommen ist das Geld, das Sie und alle Personen in Ihrem Haushalt netto zur Verfügung haben. Zum Haushaltseinkommen zählen auch das Weihnachtsgeld und das Urlaubsgeld. Das Weihnachtsgeld und das Urlaubsgeld werden durch 12 geteilt und zum Einkommen pro Monat dazu gerechnet.

Diese Beträge werden für die Wohnbeihilfe zum Haushaltseinkommen gezählt:

  • Erwerbseinkommen
  • Pension oder Rente
  • Alimente
  • Kinderbetreuungsgeld und Wochengeld
  • Arbeitslosengeld
  • Notstandshilfe
  • Sondernotstandshilfe
  • AMFG-Beihilfe
  • Krankengeld
  • Studienbeihilfe
  • Ein Stipendium von einer österreichischen Universität
  • Lehrlingsentschädigung
  • Geld für den Präsenzdienst oder den Zivildienst
  • Unterstützung von den Eltern während der Ausbildung
  • Familienbeihilfe für erwachsene Kinder in Ausbildung, die nicht im gemeinsamen Haushalt mit ihren Eltern leben
    • Achtung: Wenn Sie in Ausbildung sind und der Bescheid für die Familienbeihilfe auf Ihren Namen ausgestellt ist, dann zählt die Familienbeihilfe nicht zu Ihrem Einkommen.
    • Wenn Sie in Ausbildung sind und der Bescheid für die Familienbeihilfe auf Mutter oder Vater lautet, dann zählt die Familienbeihilfe zu Ihrem Einkommen.

Diese Beträge werden für die Wohnbeihilfe nicht zum Haushaltseinkommen gezählt:

  • Familienbeihilfen für Kinder, die im gemeinsamen Haushalt leben
  • Zusatzrenten für Schwerversehrte zu einer gesetzlichen Unfallversorgung
  • Außergewöhnliche Belastungen für Behinderte. Hier gelten die Paragrafen 34 und 35 des Einkommensteuer-Gesetzes von 1988
  • Pflegegeld
  • Blindenbeihilfen
  • Behindertenbeihilfen

Wenn Sie andere Zuschüsse für das Wohnen bekommen, werden diese Zuschüsse von der Wohnbeihilfe abgezogen. Wenn ein Zuschuss zu hoch ist, bekommen Sie keine Wohnbeihilfe. So ein Zuschuss ist zum Beispiel die Wohnkostenbeihilfe nach dem Heeresgebührengesetz. Sie müssen alle Zuschüsse melden.

Wie wird das Haushaltseinkommen berechnet?

  • Für das Haushaltseinkommen werden alle Einkommen aller Personen im Haushalt zusammengerechnet.
  • Wenn bei einer gültigen Ehe oder Partnerschaft eine Partnerin oder ein Partner aus der Wohnung auszieht, zählt das Einkommen dieser Person weiter zum Haushaltseinkommen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:
    • Wenn keine Unterhaltszahlung bei Gericht vereinbart wurde, wird das Einkommen der ausgezogenen Partnerin beziehungsweise des ausgezogenen Partners abzüglich des Richtsatzes für Ausgleichszulagen für die Person angerechnet, die in der Wohnung bleibt. Der Richtsatz für Ausgleichszulagen ist gleich hoch wie der Betrag für das Mindesteinkommen. Sie finden den aktuellen Betrag unter der Überschrift "Das Mindesteinkommen beträgt in diesem Jahr".
    • Wenn bei Gericht eine Unterhaltszahlung vereinbart wurde, wird diese Unterhaltszahlung an die Person angerechnet, die in der Wohnung bleibt.
    • In jedem Fall muss ein Notar die Trennung der Partnerinnen und Partner beglaubigen.
  • Wenn begünstigte Personen im Haushalt leben, werden 20 Prozent vom errechneten Haushaltseinkommen abgezogen. Diese 20 Prozent werden nur einmal abgezogen, auch wenn im Haushalt mehrere begünstigte Personen leben. Begünstigte Personen sind
    • Ehepaare, eingetragene Partnerschaften oder Lebensgefährtinnen und Lebensgefährten, wenn diese Personen ihren 40. Geburtstag noch nicht hatten.
    • Haushaltsgemeinschaften mit einem Kind, das noch nicht in die Schule geht.
    • Haushaltsgemeinschaften, bei denen ein Familienmitglied eine Behinderung von mindestens 45% hat. Diese Person muss die Behinderung nachweisen können.
    • Haushaltsgemeinschaften mit einem behinderten Kind.
    • Haushaltsgemeinschaften mit mindestens 3 Kindern, für die der Haushalt Familienbeihilfe bekommt.
    • Alleinerziehende Elternteile, die Anspruch auf gesetzlichen Unterhalt vom anderen Elternteil oder auf Unterhaltsvorschüsse vom Staat haben. Die Kinder müssen im gemeinsamen Haushalt leben. Der Elternteil darf nicht wieder verheiratet sein und auch in keiner Haushaltsgemeinschaft leben, die wirtschaftlich einer Ehe ähnlich ist.

Wie weisen Sie Ihr Einkommen nach?

Wenn Sie einen Antrag auf Wohnbeihilfe stellen, müssen Sie jedes Einkommen mit einem Einkommensnachweis nachweisen. Auch wenn sich in Ihrem Haushalt etwas ändert, muss das Einkommen neu überprüft werden. Zum Beispiel, wenn ein Kind Lehrling wird und eine Lehrlingsentschädigung bekommt oder ein geringfügiges Einkommen dazukommt oder wegfällt. Solche Änderungen müssen Sie melden.

  • Wenn Sie für Ihr Einkommen einen Einkommensteuerbescheid bekommen, müssen Sie diesen vom letzten Kalenderjahr vorlegen. Wenn Sie noch keinen Einkommenssteuerbescheid haben, müssen Sie eine eidesstattliche Erklärung abgeben, wie viel Sie verdienen. Sobald Sie den Einkommensteuerbescheid bekommen, müssen Sie ihn sofort vorlegen. Die Steuererklärung für die Einkommensteuer alleine wird nicht anerkannt.
  • Wenn Ihr Einkommen lohnsteuerpflichtig ist, müssen Sie die Einkommens- und Arbeitsbescheinigung der letzten 3 Monate vorlegen. Diese Bescheinigung füllt Ihre Arbeitgeberin oder Ihr Arbeitgeber für Sie aus.
    Wir erkennen in bestimmten Fällen auch eine andere Bestätigung über Ihr Einkommen von Ihrer Arbeitgeberin oder Ihrem Arbeitgeber an. Auf dieser Bestätigung müssen aber alle Angaben stehen, die Sie auf dem Formular für die Einkommens- und Arbeitsbescheinigung finden.
    Wenn Sie nicht in jedem Monat ungefähr gleich viel verdienen, können Sie auch das Formular L16 bringen. Dieses Formular bekommen Sie von Ihrer Arbeitgeberin oder Ihrem Arbeitgeber.
  • Wenn Sie andere Einkünfte haben, müssen Sie uns darüber Nachweise bringen. Aus diesen Nachweisen müssen wir klar erkennen können, welche Einkommen Sie haben und wie hoch diese Einkommen sind.
  • Wenn Sie Pensionistin oder Pensionist sind, brauchen Sie nur den letzten gültigen Pensionsbescheid oder Ihre Kontoauszüge von der Bank bringen.
  • Achtung! Sie müssen auch alle Gelder nachweisen, die nicht zum Haushaltseinkommen dazu gezählt werden. Weisen Sie diese mit den Bescheiden oder anderen Genehmigungen oder Kontoauszügen nach, die Sie zu diesen Geldern haben.
    Das ist wichtig, weil zum Beispiel Kinder oder Menschen mit einer nachgewiesenen Behinderung das Haushaltseinkommen um 20 Prozent vermindern können. In diesem Fall bekommen Sie vielleicht mehr Wohnbeihilfe.
  • Auch wenn Sie eine Mindestsicherung oder Ergänzungsbeihilfen bekommen, müssen Sie diese mit Ihrem Bescheid nachweisen.
  • Wenn Sie Alimente bezahlen müssen, die von der Pflegschaftsbehörde oder in einem Scheidungsurteil vorgeschrieben sind, kann das als Belastung anerkannt werden. Dann werden die Alimente vom Haushaltseinkommen abgezogen. In diesem Fall bekommen Sie vielleicht mehr Wohnbeihilfe. Weisen Sie Alimente mit dem Urteil oder der Genehmigung vom Pflegschaftsgericht sowie einem Nachweis über die Bezahlung (zum Beispiel Kontoauszug) nach.
  • Wenn Sie in Ausbildung sind und Unterstützung von Ihren Eltern oder anderen Menschen bekommen, schreiben Sie zum Nachweis dieses Einkommens eine Unterstützungserklärung. Diese Unterstützungserklärung muss enthalten:
    • Eine Beschreibung des Sachverhalts
    • Das Datum
    • Unterschriften
  • Sie müssen für die letzten 3 Monate nachweisen, dass Sie dieses Geld auch wirklich bekommen haben. Dazu müssen Sie einen Kontoauszug oder die Zahlscheine vorlegen.
  • Die Wohnbeihilfenstelle hat auch nicht geltend gemachte Unterhaltsansprüche miteinzubeziehen. Eine Zumutbarkeitsbeurteilung im Sinne des Paragraf 60 Absatz 1, Paragraf 20 Absatz 1 WWFSG 1989 ("Wird eine Mieterin beziehungsweise ein Mieter einer Wohnung durch den Wohnungsaufwand unzumutbar belastet) für die erst zukünftig zu gewährenden Wohnbeihilfen kann sich nicht ausschließlich auf belegbar bezogene Unterhaltsleistungen beziehen. Der Unterhaltsanspruch wird daher anhand von unter www.help.gv.at sowie www.justiz.gv.at veröffentlichten Prozentsätzen vom Nettoeinkommen der unterhaltspflichtigen Eltern berechnet, und die Wohnbeihilfenstelle geht davon aus, dass der Unterhalt im errechneten Ausmaß, wenn auch nicht belegbar, in Natural und Geld geleistet wird.
  • Wenn Sie wollen, dass für die Wohnbeihilfe festgestellt wird, wieviel Unterhalt Ihre Eltern wirklich bezahlen, können Sie im Antragsformular für die Wohnbeihilfe ein Verfahren beantragen. Zu diesem Verfahren werden auch die Eltern geladen.
  • Wenn Ihre Eltern für Sie Familienbeihilfe bekommen, weisen Sie dieses Einkommen mit dem Bescheid dafür nach.
Verantwortlich für diese Seite:
Wohnbauförderung und Schlichtungsstelle für wohnrechtliche Angelegenheiten (Magistratsabteilung 50)
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