Wiener Wohnen setzt die Sanierung der Wohnhausanlagen konsequent fort und macht den Gemeindebau fit für die Zukunft. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sorgen diese Investitionen für höheren Wohnkomfort und für spürbare Entlastungen für zehntausende Wiener*innen, die im Gemeindebau ihr Zuhause haben.
Die Wohnhausanlagen werden regelmäßig begutachtet und auf Basis eines klar definierten Kriterienkatalogs bewertet. Dazu zählen insbesondere der bauliche Zustand, Sicherheitsaspekte, der aktuelle Stand der Technik sowie Energieeffizienz und Klimaschutz. Auf Grundlage dieser fachlichen Bewertungen und Sachverständigen-Gutachten wird entschieden, ob und in welchem Umfang Sanierungsmaßnahmen umgesetzt werden. Auch wirtschaftliche Überlegungen und eine möglichst geringe Belastung für die Mieter*innen werden dabei berücksichtigt.
Durch thermische Sanierungen, moderne Haustechnik und barrierefreie Zugänge werden die Energiekosten gesenkt, die Sicherheit erhöht und die Lebensqualität der Bewohner*innen nachhaltig verbessert.
Mehr als 23.000 Wiener*innen profitieren von Sanierungen
Aktuell werden rund 100 Gemeindebauten in verschiedenen Bezirken Wiens umfassend modernisiert. Insgesamt betrifft das knapp 16.000 Wohnungen, in denen rund 40.000 Menschen leben. Wiener Wohnen investiert hier 1,37 Milliarden Euro. Die thermische Fassadensanierung dieser Gebäude entspricht dabei einer Fläche von rund 18,5 Fußballfeldern (rund 13 Hektar). Parallel dazu zeigen bereits abgeschlossene Projekte, wie die Sanierungen wirken: Seit 2020 wurden 91 Sanierungen abgeschlossen, die 10.453 Wohnungen umfassen und die Wohnqualität von mehr als 26.000 Gemeindebau-Bewohner*innen spürbar gesteigert haben.
Intensive Gebäudechecks für maßgeschneiderte Sanierungsplanung
Lange bevor die sichtbaren Bauarbeiten starten, passieren viele Vorarbeiten: Die Gebäude werden umfassend geprüft, um die Sanierung auf jedes Gebäude effizient abstimmen zu können. Hier spielen zum Beispiel das Alter, der Gebäudetyp und die Bauweise eine Rolle. Da bereits viele Gemeindebauten saniert wurden, sind nun jene aus den 1960er- bis 80er-Jahren mit einem Intensivcheck an der Reihe.
Zuletzt abgeschlossene Gemeindebau-Sanierungen (Auszug)
10., Angeligasse 78–80
Zu den Schwerpunkten der umfassenden Sanierung des zwischen 1929 und 1930 errichteten Wohnbaus mit 5 Stiegen und 92 Wohnungen zählt die Wärmedämmung von Fassaden, Loggien, Terrassen und Dach sowie der Einbau von Wärmeschutzfenstern und Wärmeschutztüren. Weitere Maßnahmen umfassen den Einbau von Brandschutztüren, die Dacherneuerung inklusive Schneefang und Blitzschutz, die Errichtung von Kinderwagen- und Fahrradabstellräumen sowie die Herstellung von Vordächern bei den Stiegenhaus-Eingängen. Auch barrierefreie Hauseingänge wurden umgesetzt.
- Heizwärmebedarf (HWB) vor Sanierung: 95,9 kWh/m2a
- HWB nach Sanierung: 35,20 kWh/m2a (64 Prozent Ersparnis)
14., Wolfersberggasse 13-17
Hoch oben in Penzing wurden die zwischen Wolfersberg- und Anzbachgasse gelegenen 6 Gebäude aus dem Jahr 1956 mit insgesamt 81 Wohnungen umfassend saniert. Innerhalb von 3 Jahren konnte der Heizwärmebedarf deutlich gesenkt werden. Neue Fenster, gedämmte Fassaden und ein erneuertes Dach tragen ebenso dazu bei wie der Einbau von Brandschutztüren und einer Brandrauchentlüftung mit Rauchwarnmeldern. Für mehrere Stiegen wurde erstmals ein barrierefreier Zugang geschaffen, zusätzlich wurde ein neuer Fahrradabstellraum errichtet. Ein besonderes Augenmerk lag auf dem Erhalt der baulichen Identität: Ein historisches Fassadenmosaik wurde sorgfältig abgenommen und nach Abschluss der Arbeiten wieder angebracht.
- HWB vor Sanierung: 150,24 kWh/m2a
- HWB nach Sanierung: 38,63 kWh/m2a (75 Prozent Ersparnis)
15., Alliogasse 21
Seit Frühjahr 2026 sind die umfassenden Sanierungsarbeiten in der Alliogasse 21 abgeschlossen. 2 Jahre lang wurde in der Wohnhausanlage gearbeitet. Die Fassade ist nun vollständig gedämmt, die Fenster sämtlicher Wohnungen sowie der Stiegenhäuser und des Kellers wurden durch moderne Wärmeschutzfenster ersetzt. Markante Balkone mit dunkelroten Brüstungsplatten setzen gestalterische Akzente. Darüber hinaus wurden die Steigleitungen erneuert, Brandschutztüren eingebaut und die Stiegenhäuser neugestaltet. Helle Wände, klare Handläufe und gut sichtbare Fluchtwegkennzeichnungen erhöhen die Sicherheit und Orientierung. Im Hof wurde zudem ein überdachter Müllbereich geschaffen.
- HWB vor Sanierung: 121 kWh/m2a
- HWB nach Sanierung: 28,26 kWh/m2a (77 Prozent Ersparnis)
16., Hasnerstraße 26 (Hofferplatz)
Die Wohnhausanlage am Hofferplatz mit 52 Wohnungen und drei Stiegenhäusern wurde umfassend saniert. Die Gebäudehülle wurde thermisch verbessert, unter anderem durch eine 18 Zentimeter starke Fassadendämmung sowie die Dämmung von Keller- und oberster Geschoßdecke. Die bestehenden Kastenfenster wurden durch moderne Holz-Alu-Fenster ersetzt. Neue Eingangstüren mit Glasvordächern werten die Zugänge auf, während im Hof überdachte Bereiche für Fahrräder und Müll geschaffen wurden. Für zusätzliche Sicherheit sorgt eine neue Druckbelüftungsanlage in allen Stiegenhäusern, ergänzt durch Wohnungseingangstüren nach aktuellem Brandschutzstandard. Das historische Sgraffito-Wandbild "Baum und Vögel" aus dem Jahr 1956 blieb erhalten.
- HWB vor Sanierung: 124,5 kWh/m2a
- HWB nach Sanierung: 26,4 kWh/m2a (79 Prozent Ersparnis)
23., Erlaaer Straße 131–133
Die zwischen 1963 und 1965 errichtete Wohnanlage mit 127 Wohnungen auf 15 Stiegen wurde umfassend thermisch saniert. Im Zentrum standen die vollständige Fassadendämmung sowie der Einbau von Wärmeschutzfenstern. Ergänzend wurden französische Fenster neu hergestellt und ein außenliegender Sonnenschutz installiert. Putzsanierungen und Malerarbeiten tragen zur optischen Aufwertung bei. Auch die Dachdeckung wurde erneuert und der Dachstuhl verstärkt. Darüber hinaus wurden die Wasser- und Gasleitungen saniert.
- HWB vor Sanierung: 136,72 kWh/m2a
- HWB nach Sanierung: 28,46 kWh/m2a (80 Prozent Ersparnis)














