Der Weg des Wiener Wassers von den Alpen in die Stadt

Das Wiener Wasser kommt aus den niederösterreichisch-steirischen Alpen. Das Quellgebiet der I. Hochquellenleitung umfasst den Schneeberg, die Rax und die Schneealpe, das Quellgebiet der II. Hochquellenleitung den Gebirgsstock des Hochschwabs. Die Schongebiete zum Schutz der Wasservorkommen umfassen eine Fläche von 675 Quadratkilometer.

Trinkwasser für ganz Wien

Grafische Darstellung der Wege der Hochquellenleitungen

Die Stadt Wien wird im Normalbetrieb zu 100 Prozent mit Quellwasser versorgt. In Zeiten extrem hohen Wasserverbrauchs und während Wartungsarbeiten in den Hochquellenleitungen wird zusätzlich Grundwasser aus den Wasserwerken Lobau und Moosbrunn eingeleitet. Am Jahresverbrauch gemessen werden etwa 95 Prozent Quellwasser und rund fünf Prozent Grundwasser ins Rohrnetz eingespeist. Auf Grund des großflächigen Quellschutzes hat das Wasser eine ausgezeichnete Qualität und muss nicht mehr aufbereitet werden.

Ohne Pumpe bis in die Stadt

In unterirdischen Leitungen, die zum Teil durch Berge geführt werden, gelangt das Wasser im natürlichen Gefälle ohne eine einzige Pumpe bis in die Stadt. Die Gravitationsenergie wird entlang der Leitung sogar zusätzlich zur Stromproduktion verwendet.

Die I. Hochquellenleitung fördert 220 Millionen Liter täglich aus dem Rax, Schneeberg-, Schneealpengebiet in die österreichische Bundeshauptstadt. Die Distanz zwischen der entferntesten Quelle – der Pfannbauernquelle – und Wien beträgt 150 Kilometer. Innerhalb von 24 Stunden fließt das Quellwasser von dort bis zum Wasserbehälter Rosenhügel in Wien. Der größte Teil der I. Hochquellenleitung besteht aus einem gemauerten Kanal. Auf seiner Reise nach Wien durchfließt das Wasser 30 Aquädukte.

Die II. Hochquellenleitung bringt täglich bis zu 217 Millionen Liter Wasser aus dem steirischen Salzatal im Hochschwabgebiet nach Wien. Die Strecke ist 180 Kilometer lang. Das Wasser überwindet dabei in 36 Stunden einen Höhenunterschied von 360 Meter. Um das gleichmäßige Gefälle zu gewährleisten, folgt die Trasse im Allgemeinen den Gegebenheiten des Geländes. Das Gefälle liegt über weite Strecken bei 0,22 Promille.

Projekt: "Der Weg des Wiener Wassers"

Studierende des Masterstudiums "Journalismus und neue Medien" der FH Wien haben den Weg des Wiener Wassers als multimediale Reise nachgezeichnet. Das Projekt wurde 2015 mit dem Wiener Journalismuspreis für urbane Infrastrukturberichterstattung (WINFRA) ausgezeichnet.

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Wiener Wasser (Magistratsabteilung 31)
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