Kinder sind im Verkehr besonders gefährdet, vor allem im Volksschulalter. Mit der schrittweisen, selbstständigen Teilnahme der Schulkinder am Verkehr erreicht die Zahl der verunglückten Kinder im 8. Lebensjahr einen Spitzenwert.
Um die Verkehrssicherheit zu verbessern und die Unfallrisiken am Schulweg zu senken, gibt es für fast jede Wiener Volksschule einen Schulwegplan.
Die Schulwegpläne werden von der Abteilung Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten (MA 46) unter Kostenbeteiligung der Bezirke seit dem Jahr 2004 gemeinsam mit der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) - Landesstelle Wien erstellt. Eltern und Lehrkräfte werden durch Einbringen ihrer Alltagsexpertise in die Ausarbeitung miteinbezogen.
2011 endete das Kooperationsprojekt "Schulwegpläne für Wiener Volksschulen" zwischen der Stadt Wien und der AUVA-Landesstelle Wien. Seit Schulbeginn 2011 stehen - abgesehen von wenigen begründeten Ausnahmen - für alle Wiener Volksschulen Schulwegpläne zur Verfügung.
Ziele der Schulwegpläne
- Aufzeigen des sichersten Schulweges für die Kinder
- Verkehrserziehung für Kinder und Eltern durch Beschäftigung mit dem Schulweg
- Erkennen von Schwachstellen auf dem Schulweg und rasche Sanierung
Verwendung der Schulwegpläne
Eltern können mithilfe des Schulwegplans den sichersten Schulweg für ihr Kind festlegen und ihr Kind schrittweise auf die selbstständige Teilnahme am Verkehr vorbereiten. Die Erklärungen mit Fotos und Tipps in den Schulwegplänen sollen die Eltern anregen, mit den Kindern den sicheren Schulweg frühzeitig und konsequent zu Fuß zu üben.
Die AUVA stellt die Schulwegpläne den Verkehrserziehungsbeamt*innen der Wiener Polizei zur Verfügung. So können die Beamt*innen die auf den Schulwegplänen eingezeichneten Gefahrenstellen vor Ort mit den Erstklässler*innen besprechen und üben.
Hintergründe zum Projekt "Schulwegpläne für Wiener Volksschulen"
Pilotprojekt und Projektgeschichte
2002 wurde vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) im Auftrag der Abteilung Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten die Pilotstudie "Schulwegplan" durchgeführt. Dabei wurden für das Schuljahr 2002/2003 Schulwegpläne für 3 Wiener Volksschulen erstellt.
Da die Ergebnisse dieser Pilotstudie in hohem Maße positiv waren, wurden für das Schuljahr 2003/2004 Schulwegpläne für 9 weitere Wiener Volksschulen erstellt. Pro Schule sind für den jeweiligen Bezirk in diesem Schuljahr Kosten in der Höhe von 3.000 Euro entstanden. Damit wurden die Leistungen des KfV abgegolten.
Seit dem Jahr 2004 arbeiten die Abteilung Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten und die AUVA - Landesstelle Wien bei der Erstellung der Schulwegpläne für Wiener Volksschulen zusammen. Dadurch hat sich der Kostenbeitrag für den jeweiligen Bezirk auf 1.000 Euro pro Schule reduziert. Im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung erstellen die Expert*innen für Verkehrssicherheit der Abteilung Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten die verkehrssicherheitstechnische Analyse und wirken bei der Festlegung der sichersten Schulwege mit.
Projektablauf: So entsteht ein Schulwegplan
Bei der Erstellung der Schulwegpläne wird folgendermaßen vorgegangen:
- Ermittlung der Wohnstandorte
- Verteilung von standardisierten Fragebögen an Eltern und Lehrerkräfte (gegangene Wege, benützte öffentliche Verkehrsmittel, Gefahrenstellen aus Sicht der Eltern und Kinder)
- Analyse der Unfälle mit Personenschaden im Schulumfeld
- Begehung des Schulumfeldes unter Mitwirkung von Verkehrsexpert*innen der Abteilung Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten gemeinsam mit Vertreter*innen des jeweiligen Bezirkes
- Problemanalyse
- Erarbeitung von Sanierungsvorschlägen und Weiterleitung an die zuständigen Magistratsdienststellen
- Erstellung des Schulwegplanes
- Präsentation des Schulwegplanes in der jeweiligen Schule (optional)
Die Schulwegpläne zeigen:
- welche Wege unter den aktuell gegebenen Bedingungen die sichersten sind,
- an welchen Stellen Aufmerksamkeit oder besondere Aufmerksamkeit erforderlich ist, und
- die Gefahrenstellen, die möglichst gemieden werden sollten.
Projektstatus
Die AUVA aktualisiert die bestehenden Schulwegpläne auf Basis der Meldungen der Abteilung Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten über städtebauliche und verkehrsbedingte Änderungen im Schulumfeld.
Parallel dazu versucht das Expertenteam der Abteilung Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten, Gefahrenstellen auf Schulwegen so schnell wie möglich zu beseitigen. Das passiert zum Beispiel durch Stutzen einer Hecke, Versetzen von Sichthindernissen, Vorziehen von Gehsteigen, Anbringen einer Rot-Umrandung von Zebrastreifen oder anderen Bodenmarkierungen.
Projektpartner*innen
Die Schulwegpläne werden von der Abteilung Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten gemeinsam mit der AUVA-Landesstelle Wien, unter Beteiligung von Schüler*innen, Lehrer*innen, Eltern und Bezirken erstellt.


