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Mehr Tempo für Bus und Bim

Verschiedene Maßnahmen beschleunigen den öffentlichen Verkehr.

Falsch geparkte Autos, Busse, die im dichten Verkehr nicht aus der Haltestelle kommen und sich hinter Autos einreihen müssen oder Autos, die beim Abbiegen die Straßenbahn und hunderte Fahrgäste blockieren: All das sind Ärgernisse für Öffi-Fahrgäste, die Zeit kosten. Damit Bus und Straßenbahn künftig möglichst nur mehr an der Haltestelle stehenbleiben, setzen die Stadt Wien und die Wiener Linien das große Beschleunigungsprogramm "Mehr Tempo für Bus und Bim" um. Das Programm zeigt bereits positive Auswirkungen.

Straßenbahn-Linie D ist schneller unterwegs

Damit die Straßenbahn-Linie D schneller fahren kann, wurden 20 Maßnahmen geplant. 6 davon sind bereits umgesetzt.

Wenn alle 20 Maßnahmen umgesetzt sind, soll die Linie D durchschnittlich um bis zu 3 Minuten pro Fahrtrichtung beschleunigt werden, in Summe also bis zu 6 Minuten.

Das ist eine spürbare Zeitersparnis für die Öffi-Fahrgäste, die schon in den Fahrzeugen sitzen. Auch wartende Fahrgäste an der Haltestelle profitieren davon, da die Straßenbahn regelmäßiger fährt. Denn wenn eine Straßenbahn bei Ampelschaltungen Pech hat oder im Verkehr behindert wird, ist sie oft mehrere Minuten verspätet. Das führt zu größeren Abständen zwischen den einzelnen Fahrzeugen der Linie und damit zu längeren Wartezeiten für die Fahrgäste.

Durch die Maßnahmen zur Beschleunigung werden die Wartezeiten um bis zu 5 Minuten verkürzt.

Umgesetzt wurde zum Beispiel eine Ampelschaltung im Sinne der Öffis an der Kreuzung Canettistraße/Arsenalstraße. Bisher haben Fahrgäste dort in beiden Fahrtrichtungen beim Verpassen der Grünphase bis zu 2 Minuten warten müssen. Die neue Ampelschaltung bevorzugt die Straßenbahn und spart in Summe für beide Fahrtrichtungen bis zu 4 Minuten Wartezeit für die Linie D. Auch die Ampel an der Kreuzung Heiligenstädter Straße/Sickenberggasse zeigt bereits früher grün für die Straßenbahn an.

Künftige Beschleunigungsmaßnahmen

Weitere Beschleunigungsmaßnahmen sind bereits beschlossen und sollen demnächst umgesetzt werden:

Parkverbot

In der Prinz-Eugen-Straße wird ein Parkverbot zwischen der Goldeggasse und Weyringergasse umgesetzt. So werden Autos früher von den Gleisen getrennt und können rascher abbiegen. Das sorgt für ein flüssigeres Vorankommen für Autos und Straßenbahnen.

Schwellen sorgen für bessere Trennung von Straßenbahnen und Autos

Beschlossen ist eine bessere Trennung der Auto-Fahrspur von den Gleisen in Döbling: Auf der Heiligenstädter Straße werden sogenannte "Stuttgarter Schwellen" im Abschnitt zwischen Radelmayergasse und Gunoldstraße in beiden Fahrtrichtungen angebracht, um die Auto-Fahrspur klar von den Gleisen abzutrennen. Insgesamt sorgen rund 250 Meter Schwellen für ein schnelleres Vorankommen der Straßenbahn, da die Autos in Zukunft neben der Straßenbahn und nicht davor fahren.

Schnellere Straßenbahnen am Ring

Auch auf dem Ring wird es künftig flüssiger: Beim Kärntner Ring auf Höhe Kärntner Straße ermöglicht eine 20 Sekunden längere Grünphase, dass pro Ampelphase 2 Straßenbahnen über die Kreuzung fahren können statt bisher nur einer. Das bedeutet eine Beschleunigung für alle 4 Ringlinien D, 1, 2 und 71.

Zusätzlich wird es am Kärntner Ring eine eigene Abbiegespur für Rechtsabbieger in die Kärntner Straße geben. Autos, die geradeaus fahren, bekommen gleichzeitig mit der Straßenbahn grün. Erst 20 Sekunden später bekommen die Rechtsabbieger grün. Somit blockieren sie nicht mehr die aus der Haltestelle ausfahrende Straßenbahn. Zusätzlich werden Schwellen die Rechtsabbiegespur und das Gleis trennen.

Wenig genutzte Haltestelle Parlament wird aufgelassen

Ab 13. Juli 2026 wird die Haltestelle Parlament aufgelassen und die Ringlinien bleiben dort nicht mehr stehen. Analysen haben gezeigt, dass die benachbarten Haltestellen "Ring, Volkstheater U" und "Rathausplatz, Burgtheater" viel stärker genutzt werden. Diese beiden Haltestellen sind nur rund 200 Meter von der Haltestelle Parlament entfernt. Sie liegen damit weit unter dem durchschnittlichen Haltestellenabstand im Straßenbahn- und Bus-Netz. Im Schnitt liegen rund 400 Meter zwischen 2 Haltestellen. Die Haltestelle "Ring, Volkstheater U" ist zudem ein zentraler Umsteigeknoten zu den Linien U3, 46, 49, 1, 2, 71, D und 48A. Damit das Parlament auch zukünftig im Netzplan der Wiener Linien vertreten und für Fahrgäste klar ersichtlich ist, wird in diesem Zug die Haltestelle "Ring, Volkstheater U" in "Parlament, U Volkstheater" umbenannt.

Durch den Wegfall der Haltestelle werden die Linien D, 1, 2 und 71 spürbar beschleunigt. Weniger Stopps ermöglichen kürzere Fahrzeiten und einen stabileren Betriebsablauf. Bislang konnte es passieren, dass ein Fahrzeug der Linie 2 aufgrund eines Aufenthalts in der Station Parlament ihr Abbiegefenster in Richtung Stadiongasse verpasst und so eine nachfolgende Straßenbahn daran hindert, ihre Grünphase in Richtung Schottentor wahrzunehmen. So haben Fahrgäste in diesem Fall bislang über 2 Minuten Zeit verloren. Über das ganze Jahr gerechnet bringt diese Maßnahme für alle Fahrgäste der Ringlinien eine Einsparung von über 200.000 Stunden.

Im Sinne der Nachhaltigkeit wird das begrünte Wartehäuschen der Haltestelle "Parlament" wiederverwendet: Es ersetzt künftig das Wartehäuschen der Linie 49 (Fahrtrichtung Hütteldorf, Bujattigasse) bei der Station "Volkstheater", das das Ende seiner Lebensdauer erreicht hat. Die Umsetzung erfolgt zeitgleich mit einer Gleiserneuerung in diesem Bereich, die eine Umleitung der Ringlinien über den Kai erfordert.

Beschleunigung auf der Straßenbahn-Linie O ist gestartet: An bis zu 30 Stellen wird’s schneller

Auch an der Linie O wird bereits gearbeitet, um sie für die Sperre der S-Bahn-Stammstrecke besonders zuverlässig und schnell zu machen. Bis zu 30 Beschleunigungsmöglichkeiten wurden ausfindig gemacht. Die ersten sind schon umgesetzt:

An der Kreuzung Landstraßer Gürtel/Fasangasse wurde ein neues Ampelprogramm in Betrieb genommen. Das reduziert die Stehzeiten der Straßenbahnen in beide Fahrtrichtungen.

Durch schlecht geparkte Fahrzeuge kam es immer wieder zu Behinderungen der Straßenbahn in der Radetzkystraße. Neue Parkplatz-Markierungen sollen das nun verhindern.

Fixiert sind außerdem folgende Schritte:

In der Ungargasse sorgt ein Parkverbot vor der Invalidenstraße künftig dafür, dass Autos bereits früher von den Straßenbahn-Gleisen getrennt werden. Dadurch wird die Linie O in Fahrtrichtung Bruno-Marek-Allee nicht mehr durch Rückstau der Kreuzung aufgehalten. Bislang haben Straßenbahnen dort bis zu 1,5 Minuten verloren.

Um Rückstau auf den Gleisbereich zu verhindern, wird die Fahrbahn in der Fasangasse vor dem Rennweg angepasst. Auch dort werden Autos früher vom Gleis getrennt.

Über die Beschleunigungsoffensive "Mehr Tempo für Bus und Bim"

Mit dem Grundsatzbeschluss Mitte Februar im Gemeinderat haben Stadt Wien und Wiener Linien eine neue Beschleunigungsoffensive für Bus und Straßenbahn gestartet. Unter dem Motto "Mehr Tempo für Bus und Bim" werden in einem großangelegten, dienststellen- und betriebszweigübergreifenden Programm 29 Straßenbahn-Linien und 135 Bus-Linien genau unter die Lupe genommen, mögliche Beschleunigungspotenziale erhoben und entsprechende Maßnahmen umgesetzt. Busse und Straßenbahnen sollen nach Möglichkeit nur mehr an der Haltestelle stehen bleiben.

Die Wiener Linien investieren bis 2030 je 2 Millionen Euro pro Jahr, um die Öffis auf die Überholspur zu bringen. Bereits 2032 wird sich die jährliche Investition gerechnet haben. Nach den Linien D und O werden als Nächstes Maßnahmen bei der Linie 6 gesetzt. Beim Bus steht die Linie 10A als Erstes auf der Agenda.

Jede einzelne Minute, die wir durch bessere Ampelschaltungen oder eigene Fahrstreifen einsparen, ist ein Gewinn für die Öffi-Fahrgäste und ein wichtiger Schritt hin zu einer noch stärkeren, klimafreundlichen Mobilität in unserer Stadt. Wir nützen die historische Chance, dass alle Verkehrsagenden in einem Ressort gebündelt sind und wir dadurch zielgerichtet, mit kurzen Abstimmungswegen und umsetzungsstark agieren können. Die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und den Wiener Linien funktioniert sehr gut und gemeinsam werden wir die Öffis in dieser Legislaturperiode maximal beschleunigen.

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