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Wiener Biokreislaufwirtschaft

Grafische Darstellung des Biokreislaufs

Wiener Biokreislaufwirtschaft

Seit Jahrzehnten setzt Wien auf eine erfolgreiche Verwertung biogener Abfälle. Mit der flächendeckenden Einführung des Sammelsystems und der Inbetriebnahme des Kompostwerks Lobau Anfang der 90er-Jahre lag der Fokus von Beginn an auf der Produktion von hochwertigem Qualitätskompost.

Heute nutzt die Abteilung Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark (MA 48) das Kompostwerk Lobau vorwiegend für Gartenabfälle. Küchenabfälle - sowohl aus der innerstädtischen Biotonne als auch aus Großküchen, Hotellerie und Gastronomie - werden in der Biogasanlage verwertet. Kompost optimiert die Bodenbeschaffenheit, reguliert den Wasserhaushalt, ersetzt mineralischen Dünger und speichert Kohlenstoff. Biogas liefert saubere, klimaneutrale Energie und ersetzt fossile Brennstoffe.

Sammlung

In der Wiener Biotonne werden ausschließlich pflanzliche Abfälle gesammelt. Tierische Produkte wie Fleisch und Knochen sowie gekochte und gewürzte Speisereste haben in ihr nichts zu suchen. Gartenabfälle, die sich bestens für die Kompostierung eignen, werden vor allem in über 90.000 Biotonnen im locker verbauten Gebiet sowie auf den Wiener Mistplätzen erfasst. Dieser Fokus auf Gartengebiete sichert ein optimales Inputmaterial für die Kompostierung: Es ist nahezu frei von Fehlwürfen und bietet den idealen Mix aus Grünmaterial sowie Baum- und Strauchschnitt. Pro Jahr werden so über 70.000 Tonnen Material gesammelt und zum Kompostwerk Lobau transportiert.

Aufbereitung

Neben biogenen Abfällen aus der kommunalen Sammlung verarbeitet das Kompostwerk Lobau unter anderem auch Bioabfälle der Abteilung Forst- und Landwirtschaftsbetrieb (MA 49), der Wiener Stadtgärten (MA 42) und der Friedhöfe Wien. Selbst die gemähten Wasserpflanzen (unter anderem von der Alten Donau) werden hier verwertet. Insgesamt kommen so jährlich rund 100.000 Tonnen Material zusammen. Vor dem Kompostieren wird das Material zerkleinert und per Sieb und Magnet von Störstoffen wie Folien, Blumentöpfen und Metallen befreit. Zuletzt wird es mit dem zerkleinerten Baum- und Strauchschnitt sowie Wasser gemischt und der Kompostierung zugeführt.

Kompostierung

Das aufbereitete Material wird auf einer Rottefläche zu Zeilenmieten, das sind langgestreckte Komposthaufen, aufgeschüttet. Der Kompostierungsprozess ist aerob, das heißt, die Mikroorganismen benötigen Sauerstoff. Die idealen Lebensbedingungen für Bakterien werden durch 2 Faktoren hergestellt: Für das nötige Porenvolumen sorgt das Strukturmaterial aus zerkleinertem Baum- und Strauchschnitt. Zusätzlich wird das Material regelmäßig umgesetzt, um frische Luft in die Miete zu bringen. Je nach Bedarf wird Wasser zugesetzt. Somit finden die Bakterien ideale Lebensbedingungen vor. Qualitätskontrollen begleiten den gesamten Prozess. Nach 8 bis 10 Wochen ist der Prozess abgeschlossen.

Kompost und Erdenherstellung

Als letzter Schritt wird der Kompost noch einmal mit einem feinen Trommelsieb abgesiebt, um grobe Holzteile abzuscheiden. Der so produzierte Kompost entspricht den höchsten Qualitätsstandards der Klasse A+, der auch im Biolandbau verwendet werden kann. Pro Jahr entstehen aus den Wiener Bioabfällen auf diese Weise mehr als 30.000 Tonnen hochwertiger Kompost. Ein Teil wird von einem Erdenproduzenten zu torffreier Erde für den Handel sowie zur - nach 48er-Rezeptur - hergestellten torffreien Erde "Guter Grund" verarbeitet. Diese ist nach dem österreichischen Umweltzeichen zertifiziert.

Anwendung

Der Wiener Kompost wird vielfältig eingesetzt. Die Wiener*innen können bis zu einen halben Kubikmeter kostenlos auf den Mistplätzen abholen. Auch in der Stadt selbst wird Kompost eingesetzt, unter anderen in den Wiener Parks und den stadteigenen Landwirtschaftsbetrieben. Die 48er-Erde gibt es in praktischen Sackgrößen (5, 18, 40 Liter) auf den Mistplätzen sowie in den beiden 48er-Tandler-Filialen zu kaufen. Der Vorteil gegenüber reinem Kompost, der erst untergemischt werden muss: Die Erde ist sofort gebrauchsfertig.

Damit schließt sich ein perfekter Kreislauf: Aus Wiener Bio-Abfällen entsteht Kompost, der wiederum als Nährstoff für Pflanzen dient.

Weiterführende Informationen

Kontakt

Stadt Wien - Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark

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