Fahrzeuge mit alternativen Antrieben verursachen keine Abgase und weniger Lärm. Die benötigte Energie kommt zudem aus erneuerbaren Energie-Quellen. Aber schwere Nutzfahrzeuge stellen dabei eine besondere Herausforderung dar. Daher werden von der Abteilung Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark (MA 48) sowohl Elektro- als auch Wasserstoff-Müllsammelfahrzeuge eingesetzt. Dadurch soll sich zeigen, welche alternative Antriebsart sich am besten eignet.
Im Jahr 2026 ist die Umstellung voll im Gange: Von insgesamt 998 Fahrzeugen sind bereits 187 elektrisch unterwegs, zusätzlich ist ein Wasserstoff-Fahrzeug im Einsatz. Damit ist bereits fast ein Fünftel der Flotte emissionsfrei.
Erste Elektro-Müllsammelfahrzeuge Österreichs in Betrieb
Seit 2019 setzt die MA 48 das erste vollelektrische Müllsammelfahrzeuge in Österreich ein. Es gibt keine Motorenemissionen während der Fahrt und beim Betrieb keine Motoren- sowie deutlich geringere Lärm-Emissionen.
Vollelektrische Müllsammelfahrzeuge gab es zuvor in Österreich nicht, lediglich Hybridfahrzeuge. Diese konnten die MA 48 letztlich nicht überzeugen. Die Akku-Ladung reichte nicht aus. Daher musste oft wieder auf Dieselbetrieb umgeschaltet werden. Die Vorteile für die Umwelt waren dementsprechend gering.
Die Stadt Wien hat daher ein vollelektrisches Müllsammelfahrzeug entwickelt, bei dem sowohl der Antrieb als auch der Betrieb des Aufbaus (Müllverdichtung und Behälterentleerung) elektrisch erfolgt.
2021 wurde dem vollelektrischen Müllsammelfahrzeug der EL-MO Award verliehen. Mit dem Preis werden ambitionierte Projekte im Bereich der E-Mobilität ausgezeichnet.

E-Power: Vollelektrisches Müllsammelfahrzeug der MA 48
Großer Akku für ausreichend Kapazität
Die in den elektrischen Müllsammelfahrzeugen eingebaute Batterie hat eine Kapazität von 230 kWh. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Elektro-Pkw hat eine Kapazität von 20 bis 40 kWh. Damit hat das Müllauto den ganzen Tag ausreichend Strom für den Einsatz sowie eine Reichweite von mindestens 100 Kilometern.
Das Fahrzeug kann auf einer 400-Volt-Kraftstromsteckdose aufgeladen werden. Eine separate Ladestation ist nicht nötig. Ermöglicht wird dies über ein Onboarding Ladesystem, wodurch die nötige Umwandlung von Wechselstrom auf Gleichstrom direkt im Fahrzeug stattfindet.
Alternative Energien tanken
Der ökologische Nutzen von E-Fahrzeugen hängt auch von der Herkunft des Stroms ab. Die MA 48 produziert mehr Strom als sie verbraucht, denn sie setzt schon seit Jahren auf alternative Energie. Beispielsweise gewinnt die MA 48 Deponie-Gas auf der Deponie Rautenweg und errichtet großflächig Photovoltaikanlagen auf den eigenen Liegenschaften. Auch bei der Müllverbrennung wird umweltfreundlich Strom erzeugt.
Wasserstoff-Müllauto im Testbetrieb
In Wien fährt seit 2023 auch das erste mit Wasserstoff betriebene Müllsammelfahrzeug. Das neue Fahrzeug ersetzt ein Dieselfahrzeug, ist sehr leise und emissionsfrei unterwegs. Getankt wird grüner Wasserstoff bei der H2-Tankstelle von Wien Energie im 21. Bezirk und umweltfreundlicher Strom aus eigenen Photovoltaikanlagen der 48er.
Das Fahrzeug hat 2 Wasserstoff-Brennstoffzellen (je 30 KW). Sie laden während der Fahrt die Batterie (Kapazität 85 kWh), die die Energie für den Antrieb von 2 E-Motoren liefert. Sowohl der Antrieb als auch die Müllverdichtung und Behälterentleerung erfolgen elektrisch.
Die Reichweite des Wasserstoff-Müllautos im Sammelbetrieb beträgt rund 160 Kilometer. Im Vergleich zu Elektro-Müllsammelfahrzeugen kann es eine doppelt so lange Sammelstrecke bewältigen und schneller nachgetankt werden. Wasserstoff-Müllsammelfahrzeuge haben aber noch keine Serienreife erlangt.
Wasserstoffauto im Freizeitparadies Donauinsel
Das neue Wasserstoffauto ist auf der Donauinsel unterwegs: Da sich hier viele Fußgänger*innen und Radfahrer*innen tummeln, spielt die Sicherheit eine große Rolle. Die niedrige Sitzposition der Lenker*innen in der Niederflurkabine ermöglicht den direkten Augenkontakt und erlaubt beim Anfahren den besten Blick auf Personen unmittelbar vor dem Fahrzeug.
Weiterentwicklung der E-Flotte
Die Erfahrungen aus dem täglichen Betrieb fließen laufend in die Weiterentwicklung der Flotte ein, auch, um die Ver- und Entsorgungssicherheit in Krisenzeiten zu gewährleisten. Beispielsweise muss bei Stromausfällen oder Überschwemmungen die Einsatzfähigkeit sichergestellt sein.
Solange dies mit emissionsfreien Fahrzeugen nicht möglich ist, sind konventionell betriebene Fahrzeuge mit alternativen Kraftstoffen erforderlich. Die Umstellung bleibt herausfordernd, da für manche Spezialfahrzeuge noch keine emissionsfreien Alternativen verfügbar sind und der Ausbau der Lade- und Tankinfrastruktur weiter voranschreiten muss.
Konventionelle Fahrzeuge und entsprechende Tankinfrastruktur bleiben so lange im Einsatz, bis für alle Einsatzbereiche geeignete emissionsfreie Alternativen verfügbar sind.