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Immissionsbelastung im Stadtplan

Immissionsbelastungs-Karten im Stadtplan Wien Umweltgut zeigen die ungefähre Verteilung des Luftschadstoffs NO2 im Wiener Stadtgebiet. Diese Karten zeigen Modellierungs-Ergebnisse für Jahresmittelwerte in der Einheit Mikrogramm pro Kubikmeter.

Immissionsbelastungs-Karten wurden für die Jahre 2015 und 2026 berechnet. Die Eingangsdaten dafür stammen aus einer Erhebung im Jahr 2018. Bei der Prognose für 2026 wurde die erwartete Verkehrsentwicklung berücksichtigt. Die Immissionsbelastungs-Karte für 2019 wurde anhand des gemessenen Trends von Stickstoffdioxid in Wien aus den Karten für 2015 und 2026 berechnet.

Grundlagen

Ausbreitungsmodelle bilden den Transport von Luftschadstoffen in der Atmosphäre ab. Sie ergänzen das Wissen über die Luft in Wien, das unter anderem aus dem dichten und hoch qualitativen Wiener Luftmessnetz mit 17 Messstellen stammt.

In die Modellierung fließen zum Beispiel Geländeform, Meteorologie und Gebäudestrukturen sowie chemische Umwandlungsprozesse in der Atmosphäre ein. Diese Karten wurden mit dem Modellsystem GRAMM/GRAL erstellt. Die Immissionsbelastungs-Karten wurden ausgehend von einem detaillierten Verzeichnis bekannter Luftschadstoffquellen in Wien berechnet, dem sogenannten Emissionskataster.

Die Berechnung dieser Karten ist aufwändig: Eine einzelne Karte benötigt auf einem Hochleistungsrechner etwa 3 bis 6 Wochen Rechenzeit. Die Aufbereitung der zugrundeliegenden Eingangsdaten erfordert etwa ein halbes Jahr.

Berechnungsgebiete

Das Berechnungsgebiet für die dargestellten Modellierungen reicht weit über die Stadtgrenzen hinaus. Es beträgt rund 60 mal 60 Kilometer und bezieht Quellen außerhalb Wiens mit ein. Nur so kann die Verteilung von Luftschadstoffen in Wien ausreichend genau bestimmt werden.

Das Ergebnis liegt in Form eines Rasters aus 10-mal-10-Meter-Quadraten für das gesamte Stadtgebiet vor. Im Stadtzentrum wurde sogar ein 4-mal-4-Meter-Raster berechnet, um Aussagen über die Verhältnisse in dicht verbauten Gebieten zu erlauben. Dort wurden auch alle Gebäude 3-dimensional modelliert. Dadurch werden Luftverwirbelungen berücksichtigt, die durch Gebäudeformen und -anordnungen entstehen. Die Karten bilden Werte für die Höhe 3 Meter über Grund ab.

Außerhalb des inneren Stadtgebiets werden Gebäude über die sogenannte Rauigkeitslänge berücksichtigt. Dadurch entstehen größere Ungenauigkeiten in den Modellergebnissen. Etwa in der Nähe hochliegender Straßen wie der A23 werden unrealistisch hohe Werte berechnet, da die hochliegende Trassenführung der Fahrbahn nicht berücksichtigt werden kann.

Die Gebiete unterschiedlicher Auflösung unterscheiden sich in den Immissionsbelastungs-Karten deutlich voneinander.

Verwendung der Modellergebnisse

Karte der ungefähren Verteilung des Luftschadstoffs Stickstoffoxid

Immissionsbelastungs-Karten sind vielfältig einsetzbar. Die Eingangsdaten und Modellparameter lassen sich im Gegensatz zur Wirklichkeit leicht anpassen und ändern. Sie geben Hinweise auf Gebiete mit Belastungsschwerpunkten und ermöglichen Aussagen über "Was-wäre-wenn"-Fragestellungen ("Szenarien").

Vorsicht ist bei der Interpretation von Immissionsmodellierungen dennoch angeraten. Modellierungen stellen nicht die Wirklichkeit dar, sondern sind das Ergebnis einer Berechnung aus vielen Eingangsdaten unterschiedlicher Qualität. Enge Straßenräume sind beispielsweise auch mit 4 mal 4 Meter kleinen Berechnungszellen nur bedingt auflösbar. Auch die Emissionsdaten sind großteils statistische Daten, die zu einem bestimmten Zeitpunkt erhoben wurden. So sind beispielsweise unvorhersehbare Veränderungen wie etwa die COVID-19- Einschränkungen nicht berücksichtigt.

Auch wenn viele interessante Informationen aus den Modellierungen abgeleitet werden können und die bunten Karten eine hohe Genauigkeit suggerieren, so müssen die Aussagen immer überprüft und in den richtigen Kontext gesetzt werden. Das gilt insbesondere für die konkreten Zahlenwerte in einzelnen Berechnungszellen.

Zu berücksichtigen sind auch die rechtlich vorgegebenen Standortkriterien der IG-L Messkonzeptverordnung 2012, die entscheidend für die örtliche Gültigkeit von Luftschadstoffgrenzwerten sind. Den gesetzlichen Kriterien entsprechend ist zum Beispiel die Luft auf den Fahrbahnen der Straßen nicht zu beurteilen und auch die Beurteilungshöhe ist festgelegt, nämlich zwischen 1,5 und 4 Metern über Grund.

Farbgebung

Die Farbgebung der Immissionsbelastungs-Karten im "Wien Umweltgut" orientiert sich an den geltenden Grenzwerten in Österreich und der Europäischen Union.

Kontakt

Stadt Wien - Umweltschutz

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