Lebensweise
Stacheligel sind dämmerungs- und nachtaktiv. Sie sind Einzelgänger und verteidigen ihr Revier, das sie mit Kothäufchen markieren, gegenüber Artgenossen. Sie leben vorwiegend am Boden. Manche Arten können auch auf Büsche klettern.
Stacheligel benutzen oft dieselben Wege, sodass Trampelpfade entstehen, die ihnen im dichten Unterholz das Vorwärtskommen erleichtern. Ihr Bau dient als Ruheplatz und ist in dichter Vegetation verborgen, wobei das Nest darin ist mit Laub ausgepolstert ist. Ihr Winternest, das besonders gut isoliert ist, bauen sie im Herbst in Laubaufschüttungen, Komposthaufen, im Dickicht oder ähnlichem.
Stacheligel halten von November bis April Winterschlaf. Dieser kann bei Wärmeeinbrüchen unterbrochen werden.
Die Paarungszeit (Ranz) dauert von April bis August, die Tragzeit fünf bis sechs Wochen mit einer Geburt von durchschnittlich vier bis fünf Jungen. In warmen Regionen sind zwei Würfe möglich. Neugeborene Igel sind blind und haben weiche Stacheln, die nach wenigen Stunden aushärten. Nach zwei bis drei Wochen öffnen sie ihre Augen. Die Trennung von der Mutter erfolgt im Alter von sechs bis acht Wochen. Im Alter von etwa sechs Monaten setzt die Geschlechtsreife ein.
Stacheligel ernähren sich von Insekten, Larven, Würmern, kleinen Wirbeltieren (Jungvögel), Eiern, Aas, Früchten und Wurzeln.
Stacheligel werden in freier Natur nicht häufig angegriffen. In manchen Fällen können aber zum Beispiel Dachse und Eulen ihr Stachelkleid durchdringen. Bedrohungen für Stacheligel stellen vor allem Verkehrsstraßen, Erntemaschinen und Pestizide dar.
Winterschlaf
Mitte März bis Mitte April erwachen die Igel aus ihrem Winterschlaf. Im Straßenverkehr wird daher um besondere Vorsicht gebeten.
Igel halten zur Überbrückung der Nahrungsknappheit im Winter einen Winterschlaf. Dafür wird ein gut isoliertes Winterschlafnest angelegt. Bei weniger als sechs Grad Celsius Außentemperatur wird der Körper auf Energiesparfunktion geschalten: der Darm wird entleert, die Körpertemperatur, Herzfrequenz und Atmung sinken aufs Minimum. Die im Herbst angelegten Fettreserven versorgen den Organismus.
Die Igel reagieren im Winterschlaf kaum auf mechanische Reize. Fünf bis sechs Monate kann der Winterschlaf durchschnittlich dauern. Wenn die Außentemperaturen im Frühjahr länger anhaltend zirka zehn Grad erreichen, wachen Igel wieder aus ihrem Schlaf auf. Das ist sehr energiezehrend. Die Igel haben dafür eigene Fettreserven angelegt. Eine stark erhöhte Durchblutung, eine beschleunigte Atem- und Herzfrequenz und ein Muskelzittern bringen die Igel wieder auf Betriebstemperatur. Zu diesem Zeitpunkt sind sie besonders hungrig und benötigen ausreichend Nahrung. Immerhin ist ihr Körpergewicht um fast 30 Prozent gesunken.