Plusenergie-Dachboden Schönngasse
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Kategorie: Energieeffiziente Gebäude
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2., Schönngasse
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Baujahr: 2017
Direktes Heizen mit energetisch wertvollem Strom gilt im Allgemeinen als sehr ineffizient. Dass unter spezifischen Voraussetzungen eine kostengünstig und technisch einfach zu errichtende Infrarot-Elektro-Flächenheizung dennoch energetisch sinnvoll sein kann, zeigt ein Dachgeschoß-Ausbau eines Jahrhundertwende-Mehrfamilienhauses in der Schönngasse 18 in Wien-Leopoldstadt.
Im Jahr 2017 wurde der 250 Quadratmeter große Rohdachboden mit Südausrichtung in drei zweigeschoßige Maisonettewohnungen unterteilt, mit offenen Kaminen ausgestattet und in Passivhausqualität gedämmt. Dank einer 35 Zentimeter dicken Faserdämmung, dreifachverglasten Fenstern und außenliegenden Beschattungen wurde ein spezifischer Heizenergiebedarf von 19 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m²a) errechnet; real wurde eine spezifische Heizlast von 24 kWh/m²a verbraucht. Durch eine große Photovoltaikanlage mit einer Leistung von sechs Kilowatt Peak ist es möglich, über das Jahr gerechnet mehr Energie zu „ernten“ (rund 6.600 kWh), als für Heizung, Warmwasser, Kochen und Licht vom Energieversorger bezogen werden muss (rund 6.500 kWh). Es bleibt sogar noch PV-Strom im Sommer übrig („Plusenergie“), der für die geplante Ladestation für Elektroautos genutzt werden kann.
Das Beispiel zeigt, dass eine elektrische Folienheizung im Fall ausgezeichneter thermischer Isolierung und nachhaltig eigenproduzierten Stroms wegen des geringen Kosten-, Wartungs- und Gesamtenergieaufwands gegenüber einem konventionellen Heizsystem vorzuziehen sein kann. Da bei Photovoltaikanlagen Stromproduktion und Stromverbrauch oft zeitlich auseinanderfallen, sollte allerdings eine elektrische oder thermische Speichermöglichkeit kombiniert werden, damit sie ihre Vorzüge voll ausspielen kann.
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- Letzte Aktualisierung: 26.04.2026, 06.06 Uhr
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