Seit 100 Jahren arbeiten die Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) und die Stadt Wien gemeinsam daran, die Wiener Bevölkerung vor Hochwasser und Naturgefahren zu schützen. Heute sorgen zahlreiche Schutzbauwerke und laufende Maßnahmen dafür, dass Wien auch bei Starkregen besser geschützt ist.
Kleine Bäche mit großer Kraft
50 Wienerwaldbäche durchqueren das Wiener Stadtgebiet. Bei Starkregen können diese rasch einen ausgeprägten wildbachartigen Charakter annehmen.
Grund dafür ist unter anderem der geologische Aufbau des Wienerwaldes. Der Untergrund lässt nur wenig Wasser versickern. Deshalb braucht jeder Bach Schutzmaßnahmen, die genau auf seine Besonderheiten abgestimmt sind.
200 Schutzbauwerke für Wien
Entlang der Wienerwaldbäche gibt es heute rund 200 Schutzbauwerke.
Dazu gehören unter anderem:
- Hochwasserrechen, die Wildholz zurückhalten
- Hochwasserschutzmauern zum Schutz gefährdeter Bereiche
- Rückhaltebecken, die Hochwassermengen aufnehmen und zurückhalten
Das älteste Schutzbauwerk der Wildbachverbauung in Wien befindet sich am Jungenberggraben in Floridsdorf. Nach einem schweren Hochwasser-Ereignis wurde das Gerinne dort 1919 reguliert.
Umfassendes Schutzprogramm seit 2010
Der Hochwasserschutz an den Wienerwaldbächen wird laufend weiterentwickelt. Seit 2010 wurden unter anderem rund 15 Rechenbauwerke, 3 Hochwasser-Rückhaltebecken und mehrere Ufermauern errichtet.
Zu den wichtigen Projekten zählen:
- Verbesserter Hochwasserschutz für den Nesselbach
- Verbesserter Hochwasserschutz für Alsbach und Eckbach
- Rückhaltebecken am Kräuterbach
Die Anlagen sind nach dem aktuellen Stand der Technik dimensioniert. Viele erreichen einen Schutzstandard gegen ein 100-jährliches Hochwasserereignis (HQ100).
Hochwasserschutz geht weiter
Schutzanlagen müssen regelmäßig gewartet, saniert und an neue Anforderungen angepasst werden.
2026 stehen unter anderem der Ankauf der für das geplante Rückhaltebecken am Petersbach benötigten Liegenschaften und die Errichtung eines neuen Rechens am Lainzerbach auf dem Programm. Weitere Maßnahmen, darunter ein Rechen am Mauerbach, sind in Vorbereitung.
Auch die Gefahrenzonenpläne werden laufend überarbeitet und an neue Erkenntnisse und Rahmenbedingungen angepasst.
Gemeinsames Know-How für die Sicherheit Wiens
Bei der Zusammenarbeit zwischen der Stadt Wien und der Wiener Wildbachverbauung ergänzen sich die Kompetenzen von Bund und Stadt: Die Wildbach- und Lawinenverbauung ist als nachgeordnete Dienststelle des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft für den Schutz vor Naturgefahren zuständig.
Die Stadt Wien trägt mit der Abteilung Wiener Gewässer wesentlich zum Schutz der Bevölkerung sowie zur Pflege und Sicherung des Wiener Gewässernetzes bei und bewältigt die Abwicklung von Hochwässern im Wiener Stadtgebiet.


