


Im Rahmen des 30-jährigen Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Österreich und der Slowakei kam der andorranische Premierminister Xavier Espot Zamora Ende Mai 2026 zu Besuch nach Wien. Dabei wurde er von Bundeskanzler Christian Stocker empfangen. Im Zuge dessen wurde ein Doppelbesteuerungsabkommen zur vertiefenden wirtschaftlichen Zusammenarbeit unterzeichnet. Außerdem traf der andorranische Regierungschef mit der amtierenden OSZE-Direktorin Hatun Demirer zusammen, da Andorra in diesem Jahr seit bereits 30 Jahren Vollmitglied der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ist.
Wohnbau im Fokus der Gespräche mit der Stadt Wien
Darüber hinaus besuchte die andorranische Delegation die Wiener Stadtverwaltung. Im Mittelpunkt des Treffens standen der soziale Wohnbau und die Stadtentwicklung. Gemeinderat und Landtagsabgeordneter Omar Al-Rawi, der Vorsitzende des Gemeinderatsausschusses für Stadtentwicklung, Mobilität und Wiener Stadtwerke ist sowie der Wohnbauexperte Kurt Hofstetter von der Abteilung Wohnbauförderung und Schlichtungsstelle für wohnrechtliche Angelegenheiten (MA 50) erläuterten die verschiedenen Aspekte des Wiener Weges, der international als Vorzeigemodell gilt. Ziel der Zusammenkunft war der allgemeine Informationsaustausch im Bereich des erschwinglichen Wohnbaus sowie im Speziellen auch das Thema der Rückführung von Touristenwohnungen in den regulären Wohnungsmarkt.
Andorra - landschaftliches Juwel im Herzen der Pyrenäen
Andorra ist ein in den Pyrenäen gelegenes Ko-Fürstentum zwischen Frankreich und Spanien mit einer Fläche von etwa 470 Quadratkilometern. Seine Kofürsten sind der Bischof von Urgell und der Präsident der Französischen Republik. Andorra hat ein einzigartiges, jahrhundertealtes politisches System, das auf das Jahr 1278 zurückgeht. Der Staat, in dem Katalanisch Amtssprache ist, hat rund 90.000 Einwohner*innen. Eine zentrale wirtschaftliche Rolle spielt der Wintertourismus, der für den Großteil der jährlich 9 Millionen Tourist*innen im Land sorgt. Die Gebirgsnation setzt sich außerdem für effektiven Klimaschutz und einen inklusiven, menschenzentrierten Multilateralismus ein, in dem auch kleine Staaten eine wichtige Rolle haben sollen.