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Centrope

Wien im Herzen Zentraleuropas

Wien ist historisch und geografisch bedingt eng mit dem zentral- und südosteuropäischen Raum und insbesondere mit seinen Nachbarregionen und -städten in Tschechien, der Slowakei und Ungarn verbunden. Diese Verbindungen haben sich mit dem Fall des Eisernen Vorhangs und der Ostöffnung ab 1989 deutlich verstärkt. Auch die damals entstehende Initiative Centrope (Central European Region), eingebettet in die ein paar Jahre später entwickelte Donauraumstrategie der EU, trug dazu bei, dass sich Wien von seiner Randlage im äußersten Osten Westeuropas zu einer pulsierenden, wachsenden Metropole im Herzen Europas mit mittlerweile mehr als 2 Millionen Einwohner*innen entwickelt hat. Heute ist Mitteleuropa durch das Prinzip der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Austausches politisch, wirtschaftlich und kulturell miteinander verbunden.

Deklaration von Kittsee 2003

Am 1. Mai 2004 traten die 3 Nachbarstaaten Slowakei, Tschechien und Ungarn der Europäischen Union (EU) bei. Vor diesem Hintergrund unterzeichneten die Landeshauptleute von Wien, Niederösterreich und dem Burgenland am 22. September 2003 im burgenländischen Schloss Kittsee gemeinsam mit den Präsident*innen und Bürgermeister*innen der Regionen und Städte Südmährens, der Westslowakei und Westungarns eine Deklaration zur Gründung der Europaregion Centrope. Sie vereinbarten eine verstärkte Zusammenarbeit, insbesondere in den Bereichen Wirtschaft, Infrastruktur, Bildung und Kultur.

EU-Förderung ermöglicht grenzüberschreitende Entwicklung

Der EU-Beitritt wurde von österreichischer Seite sehr begrüßt. Er stärkte die regionale Kooperation in den 3 Nachbarstaaten und trug wesentlich dazu bei, vermehrt EU-Fördergelder aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für gemeinsame Vorhaben in den Grenzregionen anzusprechen. Die Centrope-Partnerschaft seit 2003 festigte und entwickelte sich somit vor allem durch EU-Projekte fortlaufend weiter.

Grundlegend dafür waren 2 INTERREG IIA/IIIA-Projekte in der Region Centrope von 2003 bis 2007 mit dem Titel "Building an European Region" (BAER I und II). Sie lieferten die grundlegenden Vorbereitungen für die angedachte Einrichtung einer grenzüberschreitenden Region zwischen Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Österreich.

Das anschließende EU-Projekt "CENTROPE Capacity" (2009 bis 2012) wurde größtenteils aus EFRE-Mitteln im Rahmen des EU-Förderprogrammes CENTRAL EUROPE kofinanziert. Es entwickelte erstmals Kooperationsstrukturen auf politischer und administrativer Ebene, die eine durchgängige, gleichberechtigte Zusammenarbeit aller Partnerstädte und -regionen ermöglichten.

Strategie CENTROPE 2013+

Ein zentrales Dokument für die multilaterale, grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist die Strategie CENTROPE 2013+ mit den Schwerpunkten Wissensregion, Humankapital, räumliche Integration sowie Kultur und Tourismus. Sie wurde von den Landeshauptleuten und Bürgermeister*innen beim Centrope-Gipfel am 25. Oktober 2012 im burgenländischen Pamhagen beschlossen.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit unter dem Schirm von Centrope

Die Idee von Centrope hat den Anstoß für bi- und multilaterale Kooperationen gegeben. Diese Kooperationen setzen, teilweise mithilfe von EU-Förderungen, die Vision einer Europaregion in der Mitte des Kontinents in die Praxis um. Die Projekte - vielfach mit Wiener Beteiligung - tragen auf überregionaler Ebene dazu bei, das historisch bedingte Wohlstandsgefälle in Mitteleuropa zu überwinden. Dieses manifestiert sich innerhalb der EU sonst nirgendwo so deutlich wie zwischen Österreich und seinen zentraleuropäischen Nachbarn.

  • Die Städte, Bundesländer und Regionen der Region Centrope pflegen vielfältige administrative und politische Kontakte, wie zum Beispiel auf der Ebene der Magistratsdirektor*innen.
  • Mit den grenzüberschreitenden Interreg-Programmen fördert die EU zahlreiche grenzüberschreitende Projekte in Centrope.
  • Unter anderem durch die Initiative Centrope ging die Zusammenarbeit von Bratislava mit seinen österreichischen Nachbargemeinden in eine alltägliche Routine über. Das ist beispielhaft für die Region. Der Prozess wurde vom EU-geförderten BAUM-Projekt (Bratislava Umland Management) begleitet.
  • Mit dem Fahrplanwechsel vom Dezember 2025 wurde der zweigleisige Ausbau und die Elektrifizierung der Eisenbahnverbindung Wien-Bratislava über Marchegg wirksam. Dieses mithilfe von EU-Mitteln aus Interreg und Connecting Europe Facility (CEF) finanzierte EU-Projekt verwirklichte die lange geforderte beschleunigte Eisenbahnverbindung zwischen Wien und Bratislava, den beiden geografisch nächst gelegenen Hauptstädten innerhalb der EU. Zudem bildet es eine wesentliche Ost-West-Achse der gesamteuropäischen prioritären Verkehrsplanung im Rahmen der Transeuropäischen Netze (TEN-V).
  • Mit den Geoportalen CentropeMAP und CentropeSTATISTICS der Planungsgemeinschaft Ost (PGO) bieten die Statistikabteilungen der Centrope-Region dem Fachpublikum aus Planung, Forschung, Lehre und Studium gemeinsame Datengrundlagen und einen Überblick über die Centrope-Region.
  • Die Zusammenarbeit von Universitäten und Forschungseinrichtungen im Centrope-Raum und insbesondere zwischen Brünn und Wien ist durch die gemeinsame Geschichte und eine starke Vernetzung in den Bereichen Technologie, Medizin und Geisteswissenschaften geprägt. Diese wird unter anderem mit EU-Förderungen unterstützt.
  • Auch im Kulturbereich findet ein reger Austausch statt, beispielsweise bei den grenzüberschreitenden Aktivitäten zur Musikvermittlung der Kulturplattform Internationale Donauphilharmonie.

Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass sich die Europaregion Centrope zu einem auf natürliche Weise eng verflochtenen, grenzüberschreitenden und wachsenden Wirtschafts- und Kulturraum mit hoher Lebensqualität für seine Bürger*innen entwickelt hat. Das zeigt sich zum Beispiel an der Intensität der täglichen Arbeitspendelbewegungen oder der beliebten Nutzung gemeinsamer grenzüberscheitender Naturräume, wie der Donau, der March oder des Neusiedler Sees.

Kontakt

  • Stadt Wien - Europäische Angelegenheiten (MA 27)
  • Dipl.-Ing. Paul Grohmann

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Stadt Wien - Europäische Angelegenheiten

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