Ergebnisse der WASt-Studie "Queer in Wien"

Am 17. Juni 2015 präsentierte Stadträtin Sandra Frauenberger gemeinsam mit Roswitha Hofmann und Wolfgang Wilhelm im Rahmen einer Pressekonferenz im Wiener Traditionscafé Eiles erste Ergebnisse der Studie "Queer in Wien - Lebenssituation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender-Personen und Intersexuellen (LGBTIs)".

Präsentation der WASt-Studie: Queer in Wien

Die Soziologin und Vertreterin der StudienautorInnen Roswitha Hofmann, Stadträtin Sandra Frauenberger und Wolfgang Wilhelm von der WASt präsentieren die Ergebnisse der Studie "Queer Wien".

Die Befragung wurde vom Institut für Höhere Studien (IHS) im Auftrag der Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen (WASt) durchgeführt.

Der Fragebogen wurde von Forscherinnen und Forschern aus der lesbischen, schwulen, trans*gender Community in Zusammenarbeit mit der WASt ausgearbeitet. An der Befragung zu Lebensbedingungen in Wien, Outing, Diskriminierungserfahrungen, Gesundheit und der Zufriedenheit mit den Angeboten der Stadt beteiligten sich 3.161 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.


Ausgewählte Ergebnisse

Bereich Arbeit

  • 48 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind am Arbeitsplatz nicht vollständig geoutet.
  • 10 Prozent sind bei allen Vorgesetzten geoutet, 8 Prozent bei allen Kolleginnen und Kollegen.
  • 14 Prozent haben sich in den letzten 12 Monaten im Job diskriminiert gefühlt oder wurden gemobbt bzw. belästigt.
  • Es gibt dabei keine Unterschiede zwischen schwulen Männern und lesbischen Frauen.

Bereich öffentlicher Raum

  • Die deutliche Mehrheit der Befragten fühlt sich in ihrem Umfeld beziehungsweise Grätzel völlig sicher bis sicher.
  • 79 Prozent wurden im öffentlichen Raum beschimpft.
  • Ein Viertel davon war sexualisierten Übergriffen oder sexualisierter Gewalt ausgesetzt, 20 Prozent wurden körperlich attackiert.
  • 28 Prozent haben in den letzten zwölf Monaten in Wien Diskriminierungs- oder Gewalterfahrungen gemacht.
  • Es gibt hier keinen relevanten Unterschied zwischen schwulen Männern und lesbischen Frauen.
  • Diskriminierungen werden zumeist ignoriert oder die Betroffenen wehren sich direkt in der Situation.
  • Selten kommt es zu Anzeigen oder zum Aufsuchen von Beratungsstellen.

Bereich Angebote der Stadt

  • Eine deutliche Mehrheit kennt die Angebote der WASt, vor allem Beratung und Veranstaltungen.
  • Hoch zufrieden sind die Befragten mit den Einrichtungen der Stadt Wien wie zum Beispiel Wiener Linien.
  • Sehr zufrieden sind die Befragten mit dem LGBTI-spezifischem Kulturangebot, der Sicherheit im öffentlichen Raum, der Anonymität der Großstadt, Community-Einrichtungen und den Beziehungen sowie Freundinnen und Freunden.
  • Eher nicht zufrieden sind die Befragten mit der Eingetragenen Partnerschaft (EP).

Wünsche der Befragten für die Zukunft

  • Intensivere Aufklärung, besonders an Schulen
  • Angebote für (LGBTIs) im Alter
  • Weitere Vernetzung, Öffentlichkeitsarbeit und Werbung

Studienergebnisse herunterladen (3 MB PDF)

Schlussfolgerungen

Besonders Diskriminierungen im öffentlichen Raum und am Arbeitsplatz sollen künftig im Fokus stehen. Nötig ist auch ein Klimawandel: In den Öffis, am Arbeitsplatz und auf der Uni darf Homophobie und Transphobie nicht mehr zum Umgangston gehören. Wer etwa beobachtet, wie ein lesbisches oder schwules Pärchen angegriffen wird, weil es Händchen hält, muss Haltung zeigen und sich laut und deutlich gegen Attacken einsetzen. Ausgrenzende müssen begreifen, dass solche Übergriffe in unserer Gesellschaft nicht toleriert werden. Die Stadt Wien wird sich weiterhin gegen Homo- und Transphobie starkmachen.


Verantwortlich für diese Seite:
Mag. Wolfgang Wilhelm (Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen)
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