Besonders betroffen von "Working Poor" sind Menschen, die im Niedriglohnsektor wie Handel und Reinigung oder auch als Selbstständige tätig sind.
Haushalte mit einer Hauptverdienerin, mit mehreren Kindern, Alleinerziehende und alleinlebende Frauen sowie Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit zählen darüber hinaus weitaus öfter zu "Working Poor".
Grundlage Haushaltseinkommen
Da sich die Berechnungen zu "Working Poor" auf das Haushaltseinkommen beziehen, sind die geschlechtsspezifischen Zahlen dazu mit Vorsicht zu interpretieren und idealerweise gemeinsam mit personenbezogenen Einkommens- und Erwerbsdaten zu betrachten. Konkret bedeutet das, dass höhere "Working Poor"-Raten bei Männern gemeinsam mit deutlich geringeren Einkommen bei Frauen zu betrachten sind. Während österreichweit die "Working Poor"-Rate bei circa 9 Prozent liegt, ist sie in Wien mit knapp 13 Prozent deutlich höher.
Statistische Auswertung
Die Statistik Austria zeigt im Rahmen der EU-SILC Erhebung 2025 österreichweit durchschnittlich 8 Prozent und wienweit durchschnittlich 11 Prozent der erwerbstätigen Frauen als "Working Poor" auf. Im Vergleich dazu gehörten österreichweit durchschnittlich 9 Prozent und wienweit durchschnittlich 14 Prozent der Männer der Gruppe "Working Poor" an.
Frauen.Wissen.Wien Nr. 2 "Trotz Arbeit arm"
Das Frauenservice Wien (MA 57) setzte sich in Kooperation mit der AK, dem AMS, der Stadt Wien, dem waff und der Initiative Neue Wirtschaft mit dem Thema "'Working Poor' und Frauen" auseinander. In Folge eines Arbeitskreises und einer Enquete zum Equal Pay Day 2014 in Kooperation mit der AK Wien wurde das Frauen.Wissen.Wien Nr. 2 "Trotz Arbeit arm - Frauen und Segregation am Arbeitsmarkt" 2015 veröffentlicht.