

Unter dem Motto "Frauen sichtbar machen" wurde am 16. September 2026 der 25. Wiener Frauenpreis im Rahmen eines Festakts im Arkadenhof des Wiener Rathauses verliehen. Die Auszeichnung würdigt Frauen und Initiativen, die sich in besonderem Maße für Gleichberechtigung, gesellschaftliche Teilhabe und Sichtbarkeit von Frauen einsetzen.
Der Wiener Frauenpreis ist mit je 3.000 Euro dotiert. Die Preisträgerinnen erhalten zudem eine von der Künstlerin Vivien Schneider-Siemssen gestaltete Statue. Für den musikalischen Rahmen der Preisverleihung sorgte der femchor. Die unabhängige Jury besteht aus den Journalistinnen Brigitte Handlos, Hanna Herbst und Tessa Prager.
Preisträgerinnen 2026
Kategorie "Digitalisierung": Ingrid Brodnig
Ingrid Brodnig ist eine österreichische Journalistin, Autorin und Expertin für digitale Themen. Sie setzt sich kritisch mit Phänomenen wie Manosphere, Incels und Deepfakes auseinander und schafft damit ein wichtiges Gegengewicht zu misogynen und desinformativen Online-Trends. In ihrer journalistischen Arbeit und ihren Büchern analysiert sie die Auswirkungen der Digitalisierung und zeigt Strategien gegen Hass, Desinformation und Polarisierung auf.
Für ihr Engagement wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bruno-Kreisky-Sonderpreis für das politische Buch, und war Österreichs "Digitale Botschafterin" in der EU.
Kategorie "Alltagsheldin": femchor
Der 2020 in Wien gegründete femchor ist ein selbstorganisierter, feministischer Chor, der Inklusion und die Sichtbarkeit genderqueerer Personen in den Mittelpunkt stellt. Mit einem Repertoire aus Pop-Arrangements und Liedern des feministischen Widerstands verbindet das Ensemble mehrstimmigen Gesang mit politischem Aktivismus.
Ob auf Kulturbühnen oder bei Demonstrationen - der femchor setzt sich lautstark für Gleichberechtigung und gegen patriarchale Strukturen ein.
Kategorie "Zeitzeugin": Katja Sturm-Schnabl
Katja Sturm-Schnabl, 1936 als Kärntner Slowenin geboren, überlebte als Kind die Deportation und die Haft in nationalsozialistischen Lagern. Nach dem Krieg wurde sie Slawistin und prägte mit ihrer Forschung zur slowenischen Kulturgeschichte Kärntens die Wissenschaft.
Bis heute engagiert sie sich als Zeitzeugin für Erinnerungskultur, Menschenrechte und gegen Diskriminierung. Für ihren langjährigen Einsatz wurde sie 2015 mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet.
Eine Übersicht aller bisherigen Frauenpreisträgerinnen ist abrufbar unter:
