Zwischen 2014 und 2021 sind 242 Frauen* in Österreich von Ex-Partnern, durch Bekannte oder Familienangehörige ermordet worden. Im Alsergrund wurde 2021 eine 35-jährige Trafikantin von ihrem Ex-Partner in Brand gesetzt und erlag ihren schweren Verbrennungen.
Im Rahmen der 16 Tage gegen Gewalt an Frauen* 2022 hat der 9. Bezirk angekündigt, dass die ehemalige Trafik in der Nußdorfer Straße 4 zum ersten feministischen Kunstraum "FRAU* schafft Raum" umgestaltet wird. Ein Ort des Verbrechens wird zum Ort des Erinnerns, der Solidarität und der Prävention. Künstler*innen setzen sich hier mit dem Thema Femizid und Gewalt gegen Frauen* auseinander.
Das Projekt wurde aus Mitteln des internen Innovationsmanagements der Stadt Wien, abgewickelt durch die Abteilung Wirtschaft, Arbeit und Statistik (MA 23), finanziell unterstützt. FRAU* schafft Raum ist in Kooperation mit dem Menschenrechtsbüro der Stadt Wien entstanden.
Aktuelle Ausstellung
Im Kunstraum "FRAU* schafft Raum" zeigen Künstlerinnen in mehrwöchigen Ausstellungen ihre Werke. Die aktuelle Schau "Sie war(en) da" von Julia Bugram ist von 27. August bis 29. Dezember 2026 zu sehen.
Besucher*innen sind eingeladen, Erinnerungen an Frauen zu teilen, die durch einen Femizid aus dem Leben gerissen wurden. Über WhatsApp können unter der Telefonnummer +43 677 627 412 21 Beiträge an die Künstlerin geschickt werden. Aus den Texten, Bildern oder Sprachnachrichten entsteht eine raumfüllende Collage aus gezeichneten Erinnerungen, die bis zum Ausstellungsende monatlich ergänzt wird.
Projekt "FRAU* schafft Raum"
Mit dem Projekt "FRAU* schafft Raum" will der Bezirk seinen Teil dazu beitragen, die Gewaltspirale in der Gesellschaft aufzubrechen. Das kostenfreie Angebot wird im öffentlichen Raum niederschwellig für alle zugänglich sein. Dadurch entsteht ein Ort des Gedenkens aller Femizide sowie ein Informationsort des Empowerments, der Solidarität und der Prävention.
"FRAU* schafft Raum" bietet als interdisziplinäre Plattform die Möglichkeit, das Engagement der Stadt Wien und des Bezirks noch stärker in den Kontext der Menschenrechte zu stellen und für alle Bewohner*innen nachhaltig erlebbar zu machen.


